Würzburg

Drogenrausch: Das erwartet den Täter nach brutalem Taxiüberfall

Weil er im Drogenrausch einen Taxifahrer brutal überfallen hat, musste sich ein Würzburger Dauerstraftäter nun vor dem Landgericht verantworten.
Weil er im Drogenrausch einen Taxifahrer brutal überfallen hat, musste sich ein Würzburger Dauerstraftäter nun vor dem Landgericht verantworten. Foto: Daniel Karmann

Einen Schlussstrich unter sein bisheriges Leben ziehen will ein 24-jähriger Würzburger, der sich unter anderem wegen eines brutalen Überfalls im Drogen- und Alkoholrausch auf einen Taxifahrer vor dem Landgericht verantworten musste. Die 1. Strafkammer hat ihn am Mittwoch wegen räuberischer Erpressung und schweren Raubes zu einer Gesamtstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Außerdem hat das Gericht angeordnet, dass seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt fortgesetzt wird. Die Drogentherapie im Bezirkskrankenhaus Lohr hat das Amtsgericht Würzburg in einem früheren Urteil angeordnet. Der 24-Jährige ist mehrfach vorbestraft, hat wegen Drogen-, Gewalt- und Eigentumsdelikten schon mehrere Jahren hinter Gittern verbracht und stand bei seinen jüngsten Taten nicht nur unter Bewährung, sondern auch unter Führungsaufsicht. "Eine höhere von Ignoranz getragene Rechtsfeindlichkeit ist kaum denkbar", heißt es im schriflichen Urteil des Amtsgerichts.

Mit Softair-Pistole bedroht und gewürgt 

Der Überfall auf einen Taxifahrer war nach Aussage des Angeklagten keine geplante, sondern eine spontane Tat unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol. In den frühen Morgenstunden des 12. Mai 2018 ließen er und ein Bekannter sich aus der Innenstadt mit dem Taxi in die Zellerau fahren. Statt dort den Fahrpreis von 9,30 Euro zu bezahlen, zog der 24-Jährige eine ungeladene Softair-Pistole, die äußerlich exakt wie eine echte Schusswaffe aussieht. Während der zweite Fahrgast von der Rückbank aus den Hals des Fahrers umklammerte, fuchtelte der Mann auf dem Beifahrersitz bedrohlich mit der Luftpistole herum und forderte die Einnahmen.

Die beiden Männer hatten in der Dunkelheit nicht bemerkt, dass der Taxifahrer in seinem linken Ohr ein Bluetooth-Headset trug und während des Überfalls mit einem Kollegen telefonierte. Der informierte nicht nur umgehend die Polizei, sondern fuhr sofort an den Tatort, wo er den zweiten Täter mit Hupe und Lichthupe in die Flucht schlagen konnte. Vorher hatte der 24-Jährige dem Taxifahrer noch einen Faustschlag versetzt, dessen Smartphone an sich genommen und im Taxi nach dem Geldbeutel des Fahrers gesucht. In seinem berauschten Zustand reagierte er dann nicht schnell genug, konnte von seinem Opfer zu Boden gestreckt und festgehalten werden, bis die Polizei eintraf.

Mann zu vermeintlichen Sextreffen gelockt

Den Taxiraub räumte der 24-Jährige genauso freimütig ein, wie eine weitere Tat, mit der er seinen täglichen Drogenkonsum finanziert hat: Ende Oktober 2017 hatte er sich auf einer regionalen Online-Plattform als Frau ausgegeben und eine erotische Kontaktanzeige geschaltet, um einen Mann zu einem vermeintlichen Sextreffen gegen Geld zu locken.

Seine damalige Freundin traf sich mit dem 25 Jahre alten Opfer und ging mit dem Mann in ein Haus in der Weißenburgstraße. Dort wartete der Angeklagte in Begleitung eines weiteren Mannes im Treppenhaus und bedrohte den 25-Jährigen, der sich daraufhin 160 Euro aus seinem Geldbeutel nehmen ließ. Die damalige Freundin des Angeklagten wurde wegen ihrer Lockvogel-Rolle bereits im Januar vom Amtsgericht zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Taxifahrer leidet noch heute

Der 24-Jährige hat sich bei dem Taxifahrer entschuldigt, der bis heute mit den psychischen Folgen der Tat zu kämpfen hat. Trotz der hohen Strafe von fünfeinhalb Jahren hat der Verurteilte es selbst in der Hand, ob er noch einmal ins Gefängnis muss: Wenn er die zweijährige Drogentherapie erfolgreich durchsteht, kann er nach etwa der Hälfte der Gesamtstrafe auf Bewährung auf freien Fuß kommen. "Ich ziehe das jetzt durch", versicherte er nach der Urteilsverkündung – nachdem ihn einer der Richter darauf hingewiesen hatte, dass er bei der nächsten Straftat mit Sicherungsverwahrung zu rechnen hat.

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