Rimpar

Durchgangsverkehr: Bürger sollen an Aktionsplan mitwirken

Die Gehsteige in der Maidbronner Ortsdurchfahrt sind sehr schmal. Dennoch dienen sie als Schulweg. Foto: Christian Ammon

Verkehr und Straßenlärm belasten die Rimparer Durchgangsstraßen und angrenzenden Wohngebiete erheblich. Nachdem in den letzten Monaten die Kritik von Bürgern deutlich zugenommen hat, geht nun die Marktgemeinde in die Offensive. Als Grundlage für einen Maßnahmenkatalog soll ein Verkehrs- und Lärmaktionsplan entstehen. Hierzu möchte die Gemeinde in einem Bürger-Workshop Ideen sammeln. Auch der Planer der Umgehungsstraße Josef Nuber soll mit eingebunden werden.

Aktionsplan soll Diskussionsgrundlage für Gespräche mit Verkehrsbehörden und Politik sein

Bürgermeister Burkard Losert erklärte, dass damit "eine Diskussionsgrundlage" gegenüber den zuständigen Verkehrsbehörden und für Gespräche mit Politikern geschaffen werden könne. Der Vorstoß stieß auf breite Unterstützung im Marktgemeinderat. Angesprochen wurde zudem von mehreren Seiten eine vom CSU-Abgeordneten Manfred Ländner und dem damals noch amtierenden Würzburger Kollegen Oliver Jörg vor der Landtagswahl angekündigte, aber bislang nicht weiterverfolgte Verkehrskonferenz im Würzburger Norden.

Kurz vor und kurz nach der Ampel in Maidbronn wurde nach einem Beinahe-Unfall mit einem Schulkind durch das Landratsamt ... Foto: Christian Ammon

Neue Bewegung in die Diskussion hatte ein Beinahe-Unfall mit einem Schüler und einer Schulwegbegleiterin an der provisorischen Ampel in Maidbronn gebracht. Bei einem kurzfristig anberaumten Ortstermin mit Landrat Eberhard Nuß wurden unterschiedliche Maßnahmen für die Kreisstraße vorgestellt, um den Verkehr abzubremsen. Im Gemeinderat trafen diese jedoch zum Teil auf erheblichen Widerstand. Nach Ansicht des Gemeinderats reichen "kosmetische" Eingriffe nicht. Stattdessen fordert das Gremium, dass die nur vor und nach der Ampel eingeführte, zeitlich begrenzte Tempo-30-Zone auf die gesamte Maidbronner Durchfahrt ausgeweitet und mit einem stationären Blitzer überwacht wird.

"Es ist hier ein Denkprozess auf oberster Ebene nötig."
Burkard Losert, Bürgermeister von Rimpar

Das Zögern der Verantwortlichen im Landratsamt sowie bei der Polizei erklärte Losert damit, dass den Behörden durch gesetzliche Bestimmungen "die Hände gebunden" seien: "Es ist hier ein Denkprozess auf oberster Ebene nötig." Er hält die offizielle Begründung, dass auf einer Durchgangsstraße der fließende Verkehr Vorrang habe, für "nicht ganz nachvollziehbar". In der Landeshauptstadt, aber auch in Würzburg gebe es viele Beispiele für umfassende 30er Zonen, um den Verkehrsfluss abzubremsen. Hier könne eine Petition an das Verkehrsministerium sinnvoll sein, stellte er fest.

Gemeinderat befürchtet starke Zunahme des Verkehrs 

Einige Themen, die in den Verkehrsaktionsplan aufgenommen werden sollten, wurden von den Gemeinderäten noch in der Sitzung genannt. So befürchtet Bernhard Weidner (CSU) zusätzlichen Verkehr durch das neue Gewerbegebiet am Ikea-Markt und vor allem durch das große neue Wohngebiet und das angrenzende Gewerbegebiet in Veitshöchheim. Auch eine mögliche Sperrung des Würzburger Stadtrings dürfte mehr Verkehr nach Rimpar lenken. "Es ist schade und nicht richtig, dass die Würzburger da alleine vorgehen", sagte er. Die "Verlärmung" sei schon heute "extrem".

Harald Schmid kritisierte den Buslinienverkehr als zu teuer. Das Problem sei hier eine zusätzliche, den Fahrpreis in die Höhe treibende Wabe, bevor der Bus Würzburg erreicht. "Da muss sich was tun und das geht auch, wenn man das will", betonte er. Auch der SPD-Politiker setzt auf die Anregungen der Bürger. Zudem verwies er darauf, dass es in Roßbrunn, einem Ortsteil von Waldbüttelbrunn, nun erstmals einen stationären Blitzer geben soll. "Wir sind hier doch keine Bürger zweiter Ordnung."

Willi Pototzky von der Rimparer Liste-IGU verwies auf die lange zurückreichende Diskussion. In einem Flugblatt, aus dem er in der Sitzung zitierte, fordert die Gruppierung schon 1996 "Vorfahrt für Fahrrad und Bus". Auch in 23 Jahren sei jedoch die Gemeinde nicht weitergekommen. Im Gegenteil. Es sei ein deutlicher Verlust an Lebensqualität bei den betroffenen Menschen zu beobachten. "Der Verkehr muss langsamer, muss sauberer und sicherer werden", stellte er fest und fordert 30er Zonen auf allen Rimparer Durchgangsstraßen.

Schlagworte

  • Rimpar
  • Christian Ammon
  • Burkard Losert
  • CSU
  • Eberhard Nuß
  • Gespräche
  • Harald Schmid
  • Manfred Ländner
  • Oliver Jörg
  • Schulkinder
  • Verkehrsbehörden
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!