WÜRZBURG

E-Mobilität: Die Stadt lädt nach

Knotenpunkte für eine umweltfreundliche Mobilität sind die städtischen Mobilstationen – wie hier an der Juliuspromenade. Hier ist der problemlose Wechsel zwischen Straßenbahn, Carsharing und (Leih)rad möglich.
Knotenpunkte für eine umweltfreundliche Mobilität sind die städtischen Mobilstationen – wie hier an der Juliuspromenade. Hier ist der problemlose Wechsel zwischen Straßenbahn, Carsharing und (Leih)rad möglich. Foto: Thomas Obermeier

Während die Zukunft von Diesel-Autos und die Prämie für Elektrofahrzeuge derzeit für Diskussionen sorgen, arbeitet die Stadt an einer möglichst umweltfreundlichen Mobilität. Vergangenen Herbst gingen neun so genannte Mobilstationen als Knotenpunkte von Straßenbahn, Fahrradnutzung und Carsharing an den Start. Jetzt geht's weiter auf dem möglichst abgasfreien Weg: mit neuen Radstandorten sowie Ladestationen für E-Bikes und Elektro-Autos. Und das Carsharing, das kurzzeitige Anmieten eines Autos, wird immer beliebter. Auch bei der Stadt.

Denn das Rathaus will Vorbild sein und seinen Fuhrpark ökologischer und ökonomischer organisieren. Dazu zählt – zunächst probeweise – eine Beteiligung am Carsharing. Das kostet zwar 35 000 Euro im Jahr, erspart nach Aussage von Kommunal- und Umweltreferent Wolfgang Kleiner aber auch viele Kosten.

Zudem sollen die 140 städtischen Dienstfahrzeuge unter 3,5 Tonnen, vornehmlich Pkws und Kleintransporter, zur besseren Auslastung verstärkt von mehreren Dienststellen und Abteilungen genutzt werden. Laut Kleiner habe man durch die Umorganisation bereits neun Pkw und damit rund 185 000 Euro eingespart.

Noch immer wenige E-Autos

Dienstfahrten sollen außerdem vorrangig mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad erfolgen und wenn im Auto, dann möglichst in einem umweltfreundlichen. Fünf Elektrofahrzeuge stehen bislang im städtischen Fuhrpark. Neue Dienstwagen sollen, soweit möglich, ohne Verbrennungsmotor fahren.

Die Zahl der E-Autos wächst allerdings nur langsam. 2012 waren zwölf dieser Fahrzeuge in Würzburg zugelassen, im vergangenen Jahr 101. Mittlerweile sind es 120 Automobile ohne Verbrennungsmotor. Zudem sind 234 Hybridmodelle, also Autos mit kombiniertem Verbrennungs- und Elektroantrieb mit WÜ-Kennzeichen unterwegs. Insgesamt sind in der Stadt knapp 45 000 Benziner und rund 29 000 Dieselfahrzeuge zugelassen.

Für Elektrofahrzeuge gibt's bislang 15 Ladestationen in der Stadt – überwiegend von Privatanbietern, aber auch bei den Stadtreinigern, am Landratsamt sowie in den öffentlichen Parkhäusern Marktgarage und am Theater. Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Ladesäulen installiert werden: An den Mobilstationen Juliuspromenade und Haugerkirchplatz. Ausgewählt wurden die Standorte unter Berücksichtigung der Platzverhältnisse. So werden an jeder Station zwei Stellplätze für Elektrofahrzeuge ausgewiesen, die für normale Pkws wegfallen. Zudem wurden zwei neue Mobilstationen für das Hubland beschlossen.

600 Carsharing-Kunden

An diesen Stationen, erkennbar an einer grünen Info-Stele, stehen auch jeweils zwei Carsharing-Autos zur Verfügung. Anbieter ist die Firma „scouter“, mit der die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) seit über einem Jahr zusammenarbeitet. Nach Aussage von Thomas Großmann von „scouter“ werde das Angebot an den Mobilstationen „insgesamt sehr gut angenommen“. An manchen Standorten gebe es „schon mal über 60 Vermietungen im Monat“. Der Anbieter hat in Würzburg 30 Autos an 15 Orten im Einsatz und nach eigenen Angaben knapp 600 Privatkunden.

Davon kommen über 160 vom Partner WVV, der ÖPNV-Nutzern mit einer Jahreskarte Carsharing zu Sonderkonditionen bietet. „Genutzt wird das Angebot quer durch alle Altersschichten, von 19 bis 79“, sagt Kornelia Hock, bei der WVV zuständig für Marketing und Mobilitätsdienstleistungen. Mittlerweile hätten die Carsharing-Autos fast eine halbe Million Kilometer zurückgelegt. Auch Carsharing soll abgasarm werden: im Herbst will „scouter“ am Standort Marktgarage ein Elektroauto anbieten.

Neue Stationen für Leihräder

Nachgeladen wird zudem bei den elektrischen Fahrrädern: Der steigenden Nutzung von E-Bikes und Pedelecs kommt die Stadt mit den ersten Ladestationen für Elektroräder entgegen. Die Ladestationen sollen auch Radtouristen bedienen, die zunehmend mit dem Pedelec unterwegs sind und Ladepausen häufig zum Einkaufen oder Gaststättenbesuch nutzen. Die neuen Ladeeinrichtungen sollen ab Herbst an der Mobilstation Haugerkirchplatz sowie voraussichtlich an der Fahrradleihstation an der Alten Mainbrücke in Rathausnähe stehen.

Auch das Leihrad wird nach Angaben aus dem Rathaus und Kooperationspartner, dem Anbieter „Nextbike“ immer beliebter: Vor einem Jahr startete die Stadt das Angebot an vier Standorten. Mittlerweile sind knapp 80 Räder an 14 Stationen verfügbar – darunter alle neun Mobilstationen. Weitere kommen jetzt dazu: An der Schiffsanlegestelle an der Löwenbrücke, an der Jugendherberge neben der Burkarder Kirche sowie am Congress Centrum.

Vergangenes Jahr wurden in vier Monaten rund 760 Räder ausgeliehen, in diesem Jahr gab es bislang rund 700 Ausleihen.

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