Bergtheim

Edgar Bauer geht in den Ruhestand

Edgar Bauer an seinem Schreibtisch in der Raiffeisenbank. Am 16. Oktober wird der Vorstand mit einem Festabend in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Irene Konrad

Jetzt geht er. 46 Jahre lang war Edgar Bauer das Gesicht der Raiffeisenbank im nördlichen Landkreis. Mit all seinen Funktionen und Ämtern, vom Bankkaufmann-Lehrling bis zum Vorstandsmitglied seiner Bank und zum Vorsitzenden im Kreisverband Würzburg im Genossenschaftsverband Bayern. Zum Monatsende wird der 62-Jährige Rentner.

"Bei mir wechseln Wehmut und Freude im Minutentakt", beschreibt Bauer seinen Gemütszustand. Wehmut, wenn er an sein erfülltes Berufsleben, an die vielen Begegnungen mit den Mitarbeitern und Kunden denkt. Freude, weil er sich vermehrt um seine Familie und Hobbys kümmern kann. Er will seinem Sohn beim Hausbau helfen, Radfahren, als Jäger in den Wald und überhaupt mehr raus in die Natur.

Außerdem hat sich das Bankgeschäft verändert. "In der EU kennt man keine so kleine regionale Banken wie uns", meint Bauer. "Mindestens so gut wie die Großbanken auch", müsse man sein. Mit all den Regularien und Neuerungen. Das hat ihn viel Zeit und Nerven gekostet. "Genossenschaftsbanken haben keine Lobby", bedauert er.

Als Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Estenfeld-Bergtheim hatte er zuletzt Verantwortung für über 8800 Mitglieder und 80 Angestellte. Er weiß seine Karriere in der Bank und im Genossenschaftsverband zu schätzen, das ja. Wichtiger war ihm aber immer der persönliche Kontakt zum Menschen. "Unsere Bank stärkt die Region mit Wirtschaftskraft, Arbeitsplätzen und Kundennähe", betont er.

Vorstand Bauer ist stolz darauf, dass er seine Bodenhaftung nie verloren hat. Warum auch? Er stammt aus bäuerlichen Verhältnissen, hatte in der Realschule den kaufmännischen Zweig gewählt und mit 16 Jahren als Banklehrling in Dipbach angefangen. Damals wurde noch "mit der Maschine gebucht" und aus dem Warenlager heraus hat die Raiffeisenbank Futtermittel, Kunstdünger und allerlei mehr verkauft.

"In jedem Dorf hat es eine Bank gegeben", blickt Bauer zurück. 1977 haben Bergtheim und Dipbach fusioniert und 1979 war er mit seinen damals 23 Jahren schon Zweigstellenleiter. Vier weitere Fusionen erlebte er. Dazu Namenänderungen und neue Aufgaben. Geschäftsstellen wurden geöffnet und geschlossen. Warenlager hat die Raiffeisenbank längst nicht mehr. Der Wettbewerb ist größer geworden, die Technik und Datenverarbeitung sowieso.

In all den Jahren war Edgar Bauer "viel draußen". Lange hat er Fußball gespielt und ist mit seiner Mannschaft "sehr gern in die Dörfer ringsum gegangen". Den Raiffeisen-Eddi, den kannte jeder. Sogar auf dem Fußballplatz ist er auf Bankgeschäfte angesprochen worden. "Ich hatte immer Zettel und Stift dabei, damit ich nichts vergesse", schmunzelt er.

Das offene Ohr und die offene Tür, das sind Bauers Stärken. Er ist ein herzlicher, charmanter Mensch, der die Gemeinschaft und den Zusammenhalt schätzt. Er hatte und hat immer Ideen für die Region, will "etwas voran bringen" und ist einsatzfreudig. "Ich habe da draußen Vertrauen gehabt und für die Bank gelebt", weiß er.

Die letzten Tage im Beruf, die werden noch emotional. Am 16. Oktober wird "unser Vorstand" von der Raiffeisenbank Estenfeld im Beisein von zahlreichen Weggefährten und Ehrengästen verabschiedet.

Aber eigentlich: Weg ist der Raiffeisen-Eddi nicht wirklich. Er kennt ja "Gott und die Welt" und will aktiv bleiben. Das neue Seniorenzentrum etwa, das die Bank gerade in Bergtheim baut, sieht er als sein Vermächtnis. In wenigen Tagen soll ein Freundeskreis dafür gegründet werden. Mit Edgar Bauer. Er wird ein Teamworker für die Region bleiben.

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