Würzburg

Ehrenamt: FWG lobt engagierte Bürger

Danke sagen: Die Freie Wählergemeinschaft honorierte das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger und bezeichnete es als Herzmuskel der Gesellschaft.
Bei einem "Ehrenamtsabend" der Freien Wähler/Unabhängigen Wählergemeinschaft im Kulturkeller Z87 wurde das Engagement und die Leistung ehrenamtlich tätiger Bürger gewürdigt  Foto: Daniel Peter

Eine politische Veranstaltung (fast) ohne Kommunalwahlkampf: Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hatte ehrenamtlich engagierte Bürger zu einem "Ehrenamtsabend" in den Kulturkeller Z87 eingeladen.

Es ging in erster Linie darum, Danke zu sagen: "Ohne die Ehrenamtlichen wären viele Bereiche des Miteinanders in unserer Stadtgesellschaft keinesfalls möglich oder realisierbar", sagte der FWG-Vorsitzende Josef Hofmann zur Begrüßung der gut 60 Gäste: "Sie sind zuweilen der Herzmuskel, der mit Leidenschaft und Ideenreichtum viele Dinge anstößt, vorantreibt und umsetzt."

Das Ehrenamt weiter stärken

Die Stärkung des Ehrenamts hatten sich die bayerischen Freien Wähler bei der Winterklausur ihrer Landtagsfraktion in der Oberpfalz kürzlich als ein zentrales Thema für 2020 auf die Fahnen geschrieben und die kostenlose ÖPNV-Nutzung für Ehrenamtliche von "Blaulichtgruppen" angeregt. Zu ihrem Neujahrsempfang hatte die FWG mit Eva Gottstein die Ehrenamtsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung und mit Anna Stolz die Staatssekretärin aus dem Kultusministerium eingeladen.

Kultusstaatssekretärin Anna Stolz und die Ehrenamtsbeauftrage der Bayerischen Staatsregierung, Eva Gottstein (auf dem Podium 2.v.l.), kamen zum Ehrenamtsabend nach Würzburg. Foto: Daniel Peter

Und das Ehrenamt stand auch wirklich von Anfang bis Ende im Mittelpunkt der zweistündigen Veranstaltung. Auf Wahlkampfaussagen verzichteten die Gastgeber zwei Monate vor der Kommunalwahl am 15. März - mit einer kleinen Ausnahme: "Wenn ich zum Oberbürgermeister gewählt werde, führe ich einen OB-Schoppen ein", sagte OB-Kandidat Volker Omert. Er spielte damit auf den traditionellen "Landratsschoppen" im Main-Spessart-Kreis an, der Anfang der 1990er Jahre vom damaligen MSP-Landrat Armin Grein ins Leben gerufen wurde. Grein war Mitbegründer und 28 Jahre lang Vorsitzender der bayerischen Freien Wähler und als FW-Ehrenvorsitzender einer der Gäste beim Ehrenamtsabend.

Wertebildung an den Schulen 

Im Freistaat stellen fast die Hälfte aller Menschen über 14 Jahren ihre Freizeit ehrenamtlich für Vereine, Verbände, Rettungsdienste, Feuerwehr, THW, soziale Einrichtungen und zahlreiche andere Projekte und Organisationen zur Verfügung: "Bayern ist Ehrenamtsland", betonte Anna Stolz, die sich in ihrer Rede mit der "Wertebildung an Schulen" beschäftigte: "Junge Menschen sind in unserem an Rohstoffen armen Land der größte Schatz. Wir müssen ihnen die besten Startbedingungen geben", forderte die ehemalige Bürgermeisterin von Arnstein.

Kultusstaatssekretärin Anna Stolz führt Gespräche in lockerer Atmosphäre.  Foto: Daniel Peter

Das gelte besonders in Zeiten, in denen extremistische Tendenzen die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf den Prüfstand stellen, so Stolz weiter: "Die junge Generation ist hoch engagiert und braucht einen ethischen Kompass." Unter anderem soll das durch die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen aller Schularten zu "Wertebotschaftern" für ihre Mitschüler gelingen. Am Donnerstag hat Stolz in Leinach den ersten Wertebotschafterinnen und -botschaftern aus Unterfranken ihre Urkunden ausgehändigt.

Vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren 

Eva Gottstein sprach vom Ehrenamt als dem "sozialen Kitt unserer Gesellschaft". Besonders wichtig sei dabei die Vielfältigkeit der Möglichkeiten, sich zu engagieren. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, sich bei einer Kommunalwahl als Kandidat zur Verfügung zu stellen. Allein in Würzburg stehen mehrere hundert Menschen auf den Stadtratslisten der verschiedenen Parteien und Gruppierungen, die meisten davon ohne echte Chance, tatsächlich in den Stadtrat einzuziehen.

"Dieses Engagement ist über alle Parteien hinweg lobenswert. Man muss sich ja auch teilweise dumm anreden lassen, ob man nichts Besseres zu tun hat", sagte Gottstein: "Das kostet nicht nur viel Freizeit, sondern erfordert auch Zivilcourage, weil man durch die sozialen Medien heute viel mehr als früher Anfeindungen ausgesetzt ist."

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