Eibelstadt

Eibelstadt: Markttag lockte mit Musik und tollem Flair

Herbstliche Floristik und Dekoratives stand beim sonntäglichen Markttag in Eibelstadt hoch im Kurs. Foto: Antje Roscoe

Musik, Markt mit Leckereien, Leute und Sonne – am frühen Nachmittag ist der Eibelstadter Marktplatz zum sonntäglichen Markttag sehr gut besucht. Die locker genüssliche Runde entwickelt Magnet-Eigenschaften.

Mutmacher und Geheimtipp könnte man die Erwachsenenbläserklasse der Verwaltungsgemeinschaft nennen, die sich nach eineinhalb Jahren Unterricht das erste Mal mit einem einstündigen Konzert vorstellte. "Wirklich schöner Sound", tönte es beim anschließenden Schulterklopfen. Ordentlich Applaus gab es nach dem "Fluch der Karibik". Leiter Matthias Löffelmann hatte den Schwerpunkt auf Filmmusik gelegt. Das Bläserklassen-Konzept funktioniert also auch bei den Erwachsenen. Manche erfüllten sich mit dem Unterricht den Kindheitstraum vom Musik spielen, andere, wie Werner Horn als ältestes Ensemble-Mitglied, nehmen sich einer alten Leidenschaft neu an. Vor 50 Jahren habe er das letzte Mal gespielt.

Die Feuerwehrkapelle Eibelstadt beschwingt den Markt. Foto: Antje Roscoe

"Wir sind ein bunter Haufen", stellt Horn vor, der wieder zur Trompete griff und freudige Genugtuung versprüht. Respekt gebührt Ensemblemitgliedern die ohne Notenkenntnisse anfingen und nun spielen sie in voller Besetzung, motiviert von Matthias Löffelmann, der nun für das Lehramt studiert.

Gemütlichkeit und Genuss zusammenbringen

Bürgermeister Markus Schenk, Euphonium-Spieler in der Stadtkapelle und kommissarisch auch ihr musikalischer Leiter, hatte auf diesen Versuch in Kooperation mit der Jugend-Bläserklasse hingearbeitet. Den Markttag mit Blasmusik verschiedenster Stile zu beleben, sei der Versuch, eine gewisse Abwechslung, Gemütlichkeit und Genuss zusammen zu bringen, auch den Blaskapellen Auftritte außerhalb ihrer Heimatorte zu bieten. Diesmal dabei: der Musikverein Güntersleben und "Die Fränkischen" aus Sonderhofen – sowie die Eibelstadter Feuerwehrkapelle.

2000 Besucher sind über den Tag verteilt zum Markt gekommen, schätzt Schenk, die allermeisten von auswärts. Der Markt selbst ist mit einem Dutzend Ständen nicht besonders groß aber mit einem breiten, sich nicht konkurrierenden Angebot angelegt und gut für jede Menge Entdeckungen. Von der Wildschweinwurst über Crêpes und Dekorativem zu Selbstgemachtem, das Angebot ist reizvoll.

Applaus für die Erwachsenen-Bläserklasse unter der Leitung von Matthias Löffelmann. Foto: Antje Roscoe

Der Markt, unter den Händlern viele Selbstvermarkter, hat eine eigene, schöne Atmosphäre und fand bei seiner dritten Auflage im Rahmen der Kulturtage "Musik & Wein" sichtlich guten Anklang. Das Experiment, den freitäglichen Markttag vor dem 3. Oktober auf den Sonntag zu verlegen und außerdem mit Kunsthandwerk, karitativen Initiativen und dem Weinbauverein aufzuwerten, zieht das Publikum an und dürfte gleichzeitig Werbung für den freitäglichen Wochenmarkt sein, den etliche der Anbieter regelmäßig bestücken.

Personalprobleme an den Marktständen

"Immer dranbleiben", sagt Bürgermeister Markus Schenk. Der Markt sei von den Kunden angenommen worde, aber lange kein Selbstläufer. Dort machte zuletzt nicht mangelndes Kundeninteresse Probleme, sondern fehlendes Personal für die Marktstände. Hubert Seidel, Gärtner aus Segnitz musste sich deshalb wieder zurückziehen und vermarktet sein Gemüse künftig ab Hof. Auch Marie-Alice Stahl aus Obernburg, die unter anderem hausgemachten Käse und Zwiebelkuchen anbietet, hat hier Engpässe.

Georg Hures mit "Muddersprach" aus Eibelstadt. Foto: Antje Roscoe

Der Sonntagsmarkt mit Musik sticht aber doch heraus. Die Umsätze sind zufriedenstellend, wie Michael Schauderna von der "Kräuterfrau-Gewürzmanufaktur". Seine Spezialität: Er mischt und mahlt selbst, arbeitet ohne Glutamat, Rieselhilfen, streckende und konservierende Zusätze.  Ein guter Einstand war es auch für den neuen Blumen-Laden "Natur-Glück" im Stadtschreiberhaus, direkt am Marktplatz gelegen.

Mit einer Sonderausstellung zu Wein-Ettiketten, dem Heimatmuseum und der Mundart Lesung von Georg Hures war auch im Umfeld viel geboten. Hures hat "Geschichtli rund üm unnern Kärchatura" festgehalten, in seiner "Muddersprach". "Grad weil sie recht wordkarg ist, sächt sie besonders viel", meint der Eibelstadter und erfährt spontanes Lob aus dem Publikum: "Des hast fei arch schö gmacht."

Wer den Markttag verpasst hat, findet am 3. Oktober in Eibelstadt eine ähnliche Veranstaltung: das Wein-Rendevouz mit Musik der Eibelstadter Chöre und Kapellen.

Schlagworte

  • Eibelstadt
  • Antje Roscoe
  • Blaskapellen
  • Blasmusik
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • Filmmusik
  • Freude
  • Happy smiley
  • Händler
  • Kunden
  • Markus Schenk
  • Musikvereine
  • Personalprobleme
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!