Ochsenfurt

Ein Bauhof zieht um

Von der Floßhafenstraße in die Kindermannstraße: Da das bisherige Areal des städtischen Bauhofs neu genutzt werden soll, ist der Umzug in vollem Gange. Ein Zwischenstand.
Bis Frühjahr 2020 sollen alle Abteilungen des Bauhofs auf das ehemalige Gelände der Firma Kindermann umgezogen sein. Im Bild (v.l.): Ochsenfurts Bürgermeister Peter Juks, KSO-Vorstand Gerhard Englert, stellvertretender Bauamtsleiter Rafal Makulik, Bauhof-Leiter Siegfried Uhl und Heiko Endres (Firma Hoos aus Gelchsheim).
Bis Frühjahr 2020 sollen alle Abteilungen des Bauhofs auf das ehemalige Gelände der Firma Kindermann umgezogen sein. Im Bild (v.l.): Ochsenfurts Bürgermeister Peter Juks, KSO-Vorstand Gerhard Englert, stellvertretender Bauamtsleiter Rafal Makulik, Bauhof-Leiter Siegfried Uhl und Heiko Endres (Firma Hoos aus Gelchsheim). Foto: Catharina Hettiger

1600 Quadratmeter, auf vier Etagen verteilt, ein Lastenaufzug, dazu eine 900 Quadratmeter große Fahrzeughalle samt Bürogebäude – das sind die Eckdaten des neuen Bauhofs auf dem ehemaligen Gelände der Firma Kindermann im Nordwesten der Ochsenfurter Altstadt. Um den Stand des Umzugs und der Bauarbeiten zu erläutern, hatte Bürgermeister Peter Juks zusammen mit weiteren Verantwortlichen des Projekts zu einem Pressetermin geladen.

Ein riesiger Kran neben dem markanten dreistöckigen Waschbeton-Bau aus den 80er Jahren beherrscht das Bild der Baustelle. Noch befinden sich einige Abteilungen und Gerätschaften des Bauhofs in der Floßhafenstraße, wo die Einrichtung seit den 50er Jahren untergebracht ist. Zusätzlich existieren zwei Außenlager – eines im Stadtteil Oelmühle, ein weiteres an der Klinge. Als klar wurde, dass für das bisherige Gelände des Bauhofs eine neue Nutzung vorgesehen ist, musste ein alternativer Standort her. Um die Fläche in der Weststadt, auf der auch touristische Vorhaben umgesetzt werden sollen, freizubekommen, habe man sich daher laut Juks seit Jahren Gedanken gemacht, wo man den Bauhof stattdessen adäquat unterbringen könne.

Bauhof braucht strategisch günstige Lage

Die Wahl fiel auf das Areal, auf dem von 1950 bis 2009 die Kindermann GmbH ihren Standort hatte. Die Firma ist heute in Eibelstadt angesiedelt und gehört zu den größten deutschen Herstellern von Präsentations- und Kongresstechnik. „Das erste Kindermann-Gebäude war die Stanzerei“, erinnerte sich Juks, „Anfang der 80er Jahre kam der Waschbeton-Bau dazu.“

Vor drei Jahren hat die Stadt Ochsenfurt das Gelände erworben. „Wir haben lange überlegt, ob es das richtige Areal für den Bauhof ist“, sagte Juks. Schließlich müsse dieser strategisch günstig liegen, damit die Mitarbeiter schnell überall hinkämen. Dies sei von der Kindermannstraße aus der Fall, so Juks; außerdem sei der Bauhof dort auch für die Bevölkerung gut erreichbar.

"Ein Vorteil des neuen Standorts ist der Schwerlastenaufzug. Da passt sogar ein Auto rein."
Siegfried Uhl, Bauhof-Leiter

Bei der Finanzierung des neuen Bauhofs arbeiten die Stadt und das Kommunalunternehmen Stadtwerke Ochsenfurt (KSO) Hand in Hand. „Die Bauleitung und -planung für das Projekt hat das städtische Bauamt“, erklärte KSO-Vorstand Gerhard Englert. Während die Stadt Ochsenfurt Eigentümer des Grundstücks ist, agiert das KSO als Pächter sowie als Kostenträger beim Bau des neuen Bauhofs. Da das KSO wirtschaftlich tätig ist – zum Beispiel in Sachen Trinkwasser, Abwasser und dem Maininselbad –, kann es steuerrechtlich wie eine Firma agieren. „Das KSO ist vorsteuerabzugsberechtigt“, so Juks. Dies bedeutet, dass sich die Stadt durch das KSO als Bauträger bei den Baukosten den größten Teil der Mehrwertsteuer sparen kann.

Kosten spare man zudem dadurch, dass man vieles selber mache: „Die Architektenleistungen werden im Bauamt abgewickelt, der praktische Teil der Arbeiten vom Bauhof abgedeckt“, sagte Juks. „Den Umbau des Gebäudes mussten wir nicht ausschreiben“, bestätigte Gerhard Englert. Lediglich Fachplaner würden von extern engagiert.

Der erste Bauabschnitt, in dem der bestehende Waschbeton-Bau entsprechend der Bedürfnisse des Bauhofs umgestaltet wurde, ist abgeschlossen. Die Abteilung „Wasser“, die im Erdgeschoss untergebracht ist, ist fertiggestellt und bereits mit allen sechs Mitarbeitern umgezogen.

Bauhof-Leiter Siegfried Uhl in der Abteilung 'Wasser', die bereits in den neuen Bauhof eingezogen ist.
Bauhof-Leiter Siegfried Uhl in der Abteilung "Wasser", die bereits in den neuen Bauhof eingezogen ist. Foto: Catharina Hettiger

Aktuell ist der zweite Bauabschnitt im Gange, in dem die Büroräume und das Dach für die 900 Quadratmeter große Fahrzeughalle entstehen. An die 20 Fahrzeuge hat der Bauhof insgesamt, von Winterdienstfahrzeugen bis hin zu Radladern zum Be- und Entladen. Sobald das Dach der Halle fertiggestellt ist, wird Richtfest gefeiert. Heiko Endres von der Firma Hoos aus Gelchsheim, die für den Rohbau zuständig ist, rechnet damit, dass dies im Spätherbst der Fall sein wird. Der gesamte Bauhof soll im Frühling 2020 fertiggestellt sein. Dann werden auch alle 33 Mitarbeiter und die verschiedenen Abteilungen in die neuen Räumlichkeiten umgezogen sein.

Eine Herausforderung bringt das neue Gelände mit sich: Aus Zeiten der Firma Kindermann sollen sich noch Lösungsmittel im Boden befinden. „Hier werden Proben entnommen, die nach der Untersuchung gelagert oder entsorgt werden“, erklärte Bauhof-Leiter Siegfried Uhl.

Bisheriges Bauhof-Gelände ist sehr beengt

Uhl zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Umzug: „Ein klarer Vorteil des neuen Standorts ist der bereits vorhandene Schwerlastenaufzug im Waschbeton-Bau, in dem bis zu zwei Tonnen transportiert werden können. Da passt sogar ein Auto rein.“ Mit 1600 Quadratmetern, verteilt auf drei Stockwerke und den Keller, habe man zudem mehr Platz als in der Floßhafenstraße. „Auf dem alten Gelände ist es sehr beengt, vieles war Stückwerk.“ Das neue Areal findet Uhl „genau richtig und nicht überdimensioniert.“

Im Erdgeschoss des Gebäudes befinden sich die Schlosserei und die Wasserabteilung, im ersten Stock die Schreinerei. Der zweite Stock ist als Lager, außerdem für die Maler und für Sozialräume wie Duschen und Umkleiden vorgesehen. Im dritten Stock sind Lagerflächen und ein Brotzeitraum für die Mitarbeiter untergebracht. Der Keller dient als Lager und Elektroraum.

„Für die oberen Stockwerke ist ein Museumslager angedacht."
Peter Juks, Bürgermeister Ochsenfurt

„Für die oberen Stockwerke ist ein Museumslager angedacht“, ergänzte Juks. Teile aus dem Heimatmuseum im Greisinghaus könnten dort untergebracht werden, außerdem zwischengelagerte Museumsstücke für das geplante Main- und Mensch-Museum im Spital.

Im Zuge des Umzugs sollen auch die beiden Außenlager des Bauhofs entrümpelt und verkleinert werden, kündigte Juks an. Künftig sollten alle Gerätschaften im neuen Gebäude konzentriert sein.

Die Aufgaben, die ein Bauhof zu erfüllen hat, sind vielfältig; die Berufe der 33 Mitarbeiter dementsprechend auch. „Wir sind rund um das Thema Wasser zuständig, außerdem fürs Straßenbild und den Winterdienst“, zählte Uhl einige der Arbeitsbereiche des Bauhofs auf. Unter den Angestellten befinden sich Schreiner, Maler, Schlosser, Maurer und Straßenbauer. Auch Gärtner arbeiten für den Bauhof, „unsere Grüntruppe“ nennt Uhl die Abteilung, die unter anderem für 300 Hektar Wald verantwortlich ist.

Bauhof prüft Spielplätze der Stadt

Zudem seien Aufgaben des KSO „ein zu eins an den Bauhof übergegangen“, sagte Uhl. Das Schwimmbad, Trinkwasser, Abwasser, das Parkhaus an der Neuen Mainbrücke, Kanal und Industriehafen – all das liege im Zuständigkeitsbereich des Bauhofs. „Im Grunde sind wir überall gefragt“, so Uhls Fazit. Im Sommer würden zum Beispiel die 14 Spielplätze der Stadt wöchentlich geprüft und ihr Zustand dokumentiert, „auch das machen wir.“ 

Insgesamt arbeite man eng mit dem Bauamt zusammen; der Winterdienst werde beispielsweise intern abgesprochen. In den bevorstehenden kalten Monaten sind die Bauhof-Mitarbeiter besonders gefordert; Winterurlaub kennt das Team um Uhl nicht: In dieser Jahreszeit herrscht Urlaubssperre.

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