WÜRZBURG

Ein Fuchs in der Buchhandlung

Fuchs in Buchhandlung       -  Ob der Fuchs am Samstag in der Buchhandlung 'Neuer Weg' in Würzburg da gerade nach etwas zum Schmökern gesucht hat?
Ob der Fuchs am Samstag in der Buchhandlung "Neuer Weg" in Würzburg da gerade nach etwas zum Schmökern gesucht hat? Foto: Eva Ruppert

Na, das war ja eine schöne Überraschung für vier junge Frauen am Samstag um 22.30 Uhr in der Sanderstraße. Als sie am Schaufenster der Buchhandlung „Neuer Weg“ vorbeischlenderten, sahen sie einen Fuchs hinter der Glasscheibe. Meister Reinecke wollte wohl die Mär vom schlauen Fuchs in die Realität umsetzen.

Die Geschichte um den neugierigen Jungfuchs begann schon am Samstagvormittag, erzählt Werner Beyer, Chef der Buchhandlung. „Wir haben neben dem eigentlichen Geschäft rechts daneben noch ein Lager mit Schaufenster. Dort sind die Auslagen-Regale für Gehsteig und Passage untergebracht. Und an diesem Morgen haben Angestellte das Tier dort schon gesehen, als sie die Regale nach draußen ins Freie brachten.“
Doch dem Fuchs war wohl zu viel Trubel in der Sanderstraße und so huschte er in den Hinterhof der Buchhandlung, wo er verschüchtert sitzen blieb. Eine Kundin kam aufgeregt in den Laden und sagte, sie habe Tierheim und Polizei informiert.


Doch der Fuchs suchte sich am Morgen noch selbst einen Ausweg und flüchtete über die Sanderstraße auf das gegenüberliegende Klostergelände. Damit war der Polizeialarm abgeblasen und für Beyer die Sache erledigt.
Der Buchhändler arbeitete noch in seiner Wohnung über seinem Geschäft, als ihn ein Mitarbeiter  gegen 22.30 Uhr anrief: „Vor deinem Laden stehen Frauen, die einen Fuchs im Schaufenster sehen. Eine kenn ich und die hat mich informiert.“ Die Polizei sei auch schon im Bilde.

Fuchs in Buchhandlung       -  Geschnappt! Damit war der Ausflug des Jungfuchses vorbei.
Geschnappt! Damit war der Ausflug des Jungfuchses vorbei. Foto: Werner Beyer
Bis der Streifenwagen eintraf dauerte es etwa eine halbe Stunde, erinnert sich Beyer. Eine Polizeibeamtin, ein Praktikant und dann noch ein Hundeführer mit Fangschlinge. Doch der wurde von der Einsatz-Zentrale zu einem Notfall abberufen.

Und dann machten sich die verbleibenden Beamten auf die Suche nach dem Bücherfuchs: „Dort im Lager gibt es so viele Winkel, wo sich ein Tier verstecken kann.“ Doch die beiden Polizisten gingen resolut zu Werk und nach einigen Versuchen konnten sie Meister Reinecke einfangen. „Das Tier war wirklich schlau. Immer wenn die Beamten dachten, sie hätten den Fuchs, biss er in die Fangschlinge und verhinderte damit, dass die Polizisten sie über den Kopf ziehen konnten.“

"Es war ein nettes Tierchen"

Immer wieder blieben trotz der späten Stunde Schaulustige stehen und fieberten bei der Jagd mit. Endlich klappte es und die Beamten „führten den Einbrecher“ gegen 24 Uhr zum Streifenwagen ab. Nächster Halt war dann der Ringpark und damit die Freiheit. Außer ein paar Tropfen Urin hat der verängstigte Fuchs nichts hinterlassen. „Ich bin froh, dass das so ausgegangen ist, es war ein nettes Tierchen,“ sagt Beyer. Seine Vermutung: Meister Reinecke könnte mit ins Haus geschlüpft sein, als die Mitarbeiter gegen 15.30 Uhr die Auslagen vom Freien in das Lager zurückgebracht hatten.

Für Dieter Müller, Chef des städtischen Gartenamtes und zuständig für den Ringpark, ist der Fuchs ein eher seltener Gast in der Grünanlage. Dort wird er nicht oft gesehen. „Wir suchen aber auch nicht nach Bauten. Und an eine Bejagung ist im Stadtzentrum schon überhaupt nicht gedacht.“ Ein Vertreter der Tierart saß aber auch schon mal auf dem Gelände des städtischen Gartenamtes. „Wir kommen nicht an die Berichte aus anderen Großstädten wie Berlin heran, die schon eigene Kartierungen für Fuchs, Waschbären und Wildschweine haben. Unser Streichelzoo ist relativ klein.“ In Würzburg seien die Kaninchen wieder massiv auf dem Vormarsch.

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