GAUBÜTTELBRUNN

Ein Haufen Blech und viele Zugaben

„Wir sind ein hohes Risiko eingegangen“, blickt Vorsitzender Thomas Haaf auf das viertägige Jubiläumsfest „100 Jahre Musikverein Eintracht Gaubüttelbrunn“ zurück, „doch es wurde zum überwältigenden Erfolg“ – und dies trotz widrigen Wetters.
„Da Blechhauf’n“ in Aktion: Christoph Kroiss, Alexander Krenn, Christian Wieder, Bernhard Holl, Reinhold Bieber, Georg Steiner, Albert Wieder (von links) kamen nicht ohne Zugaben von der Bühne.
„Da Blechhauf’n“ in Aktion: Christoph Kroiss, Alexander Krenn, Christian Wieder, Bernhard Holl, Reinhold Bieber, Georg Steiner, Albert Wieder (von links) kamen nicht ohne Zugaben von der Bühne. Foto: PETER LAU

Ein Wagnis war es vor allem, keine der in der Region populären Musikgruppen zu verpflichten, sondern aus dem fernen Burgenland/Österreich die Formation: „Da Blechhauf'n“. Diese international gefragten „Blechblas-Magier“ waren in Franken bislang nur Insidern ein Begriff. Das hat sich mit ihrem Auftritt in der auf maximale Größe erweiterten, voll besetzten Musikhalle geändert: Das zweistündige Konzert wurde zum unvergesslichen Erlebnis.

Diese „Artisten des Messings", wie Haaf bei seiner Begrüßung die Neugier zusätzlich anstachelte, spielten auch tatsächlich in einer eigenen Liga. In ihrem perfekt inszenierten neuen Programm „Burning Lips" nahmen sie in der ersten Konzertstunde die Zuschauer mit auf eine waghalsige Reise nach Las Vegas, wo das perfekte Verbrechen verübt werden sollte. Ziel der Blechblas-Mission: der Tresor eines Casinos.

Auf dieser beschwerlichen musikalischen Reise ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten galt es, so manches Hindernis zu überwinden. Mit neu interpretierten Melodien bekannter Stücke – von Mozarts „Zauberflöte" über Filmmelodien wie „Das Boot" – „spielten sich die Musiker in die Herzen der Zuhörer und zeigten dabei ihre unbegrenzte Möglichkeit musikalischer Finesse“, schwärmt Lothar Heim, seit Jahrzehnten Dirigent der „Fränkischen Jäger“.

Während die Musiker auf der Bühne die Titanic sinken ließen und ihren eigenen Untergang nach den Klängen von „Näher, mein Gott, zu Dir" gerade noch abwenden konnten, herrschte im Zuschauerraum ehrfurchtsvolle Stille. „Gerade die Piano-Passagen des Programms waren es, die dem Publikum die Feinheit und Perfektion der Musiker vor Augen führten und ihm ein Live-Erlebnis mit Tonstudio-Qualität boten“, war auch stellvertretender Vorsitzender Julian Heim beeindruckt.

Durchbrochen wurde die gebannte Stille immer wieder vom Slapstick der Österreicher zwischen Bananenwitzen und Aufreißersprüchen. Die vielen kleinen Gags ließen die Musik-Show zum rasanten Konzerterlebnis werden. Ein Höhepunkt reihte sich an den nächsten, untermalt von den rasanten Bassläufen des genialen Helikonisten und Bandleaders Albert Wieder. Mit Szenenapplaus verliehen die Zuhörer ihrer Begeisterung immer wieder spontan Ausdruck.

Nach der Pause zeigte sich „da Blechhauf‘n“ in der neuen XXL-Besetzung: Zu den sieben Bläsern gesellten sich noch ein Schlagzeuger und ein Gitarrist dazu. Wie in der Ankündigung zum zweiten Teil versprochen, wurde die Musik nun durch die Verstärkung der Band noch kraftvoller.

Dass sich rhythmische Präzision und zartseidene Klänge nicht ausschließen müssen, wurde dem Publikum nicht zuletzt mit der Zugabe „Gabriela's Song" verdeutlicht, die in lang anhaltende stehende Ovationen überging.

„Diese vier Tage Musikfest waren etwas ganz Besonderes“, spricht Winfried Engert seinen Musikkameraden aus der Seele. „Davon werden wir noch in zehn Jahren erzählen.“

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