WÜRZBURG

Ein Song über „Nächstenliebe“

Da gab es auch schon mal einen Faustschlag: Beim Musikvideodreh versetzten sich die vier Jugendlichen in gestellten Szenen in die Lage von ausgegrenzten jungen Menschen, Im Bild (von links) Diana Mulata, Albert Berisha, Matteo Raosavac und Dominic Fritz.
Da gab es auch schon mal einen Faustschlag: Beim Musikvideodreh versetzten sich die vier Jugendlichen in gestellten Szenen in die Lage von ausgegrenzten jungen Menschen, Im Bild (von links) Diana Mulata, Albert Berisha, Matteo Raosavac und Dominic Fritz. Foto: Steffen Boseckert

„Jeder Mensch hat die gleiche Intelligenz, wenn du sein Inneres kennst“, rappt Albert überzeugt. Er setzt sich mit Musik dafür ein, dass in Würzburg Nächstenliebe und Zivilcourage gezeigt werden, obwohl oder gerade weil er kein gebürtiger Deutscher ist. Aber er ist nicht alleine: Am Song „Nächstenliebe“ und dem dazugehörigen Musikvideo waren noch andere junge Menschen beteiligt.

„Vier Jugendliche aus vier verschiedenen Ländern waren eine tolle Mischung, um mal wieder ein eingängiges Bild zu zeichnen, wie Deutschland eigentlich aussieht: Multikulti!“, meint Steffen Boseckert, der als professioneller Regisseur für den Videodreh verantwortlich war. Das Projekt lief im Rahmen von „Triple M“ des Stadtjugendrings, das das ehrenamtliche Engagement junger Würzburger fördern will.

Aus dem Talentwettbewerb „Stadtjugendring sucht Nachwuchstalente“ auf dem Umsonst & Draussen-Festival auf den Mainwiesen gingen im vergangenen Jahr vier Talente hervor. Matteo Raosavac (Kroatien), Albert Berisha (Montenegro), Dominic Fritz (Deutschland) und Diana Mulata (Afrika) waren sofort überzeugt von der Idee. „Mich hat das Spannende, etwas Neues zu machen, mitgerissen und ich möchte Zivilcourage Leuten näherbringen, die sich nicht damit beschäftigen“, sagt Matteo.

Im April ins Studio

Im April ging nun das Musikvideo-Projekt über die Bühne, das von Igor Kots vom Stadtjugendring initiiert und von Regisseur Steffen Boseckert, Kameramann Johannes Ziegler sowie Musiker und DJ Lukas Kordwig unterstützt wurde. Die intensive Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Missverständnissen, die zwischen Menschen verschiedener Herkunft bestehen, begleitete die Sänger Dominic und Diana sowie die beiden Rapper Matteo und Albert (Text und Melodie) ein ganzes Wochenende. Lukas Kordwig stand ihnen dabei zur Seite. Der Radiosender Ego-FM stellte ihnen für die Aufnahmen ein Tonstudio zur Verfügung. Der Höhepunkt für alle war wohl der Videodreh am Tag darauf, denn so professionell hatte das keiner von ihnen vorher erlebt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Im Video stellen die Jugendlichen Szenen dar, in denen jemand von einer Gruppe ausgegrenzt wird. Dominic erzählt, dass sie als unerfahrene, junge Menschen versucht haben, „auf ehrliche und natürliche Weise das Thema Zivilcourage zu behandeln und darzustellen.“

Aushängeschild für Andere

Aber nicht nur die unverfälschte Darstellung macht das Projekt zu einem wirkungsvollen Botschafter: „Wenn Jugendliche Musik machen, darf man das nicht unterschätzen, denn über die omnipräsenten Medien wie Youtube oder Instagram sind sie schnell ein Aushängeschild für Andere“, erklärt Boseckert. Matteo, Dominic, Albert und Diana eignen sich als Aushängeschilder, denn was sonst ist Zivilcourage als „die Angst oder Hemmschwelle zu überwinden, mit andersartigen Menschen fremder Kulturen zu kommunizieren?“, beschreibt es der Regisseur.

ONLINE-TIPP

Das Musikvideo „Nächstenliebe“ im Internet: www.youtube.com

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