MÜHLHAUSEN

Ein begabter Künstler

Feierliche Enthüllung: Gemeinsam entfernten (von links) die zweite Bürgermeisterin Rosi Schraud, Ehrenbürger Christian Will, Bürgermeister Michael Weber und Bildhauer Helmut Grimm die neue Gedenktafel zu Ehren von Frater Maurus Valentin Kraus das weise Tuch.
Feierliche Enthüllung: Gemeinsam entfernten (von links) die zweite Bürgermeisterin Rosi Schraud, Ehrenbürger Christian Will, Bürgermeister Michael Weber und Bildhauer Helmut Grimm die neue Gedenktafel zu Ehren von Frater Maurus Valentin Kraus das weise Tuch. Foto: Nadja Kess

Frater Maurus Valentin Kraus wurde 1873 in Mühlhausen geboren, 1941 dort beerdigt und 1946 auf den Friedhof nach Münsterschwarzach überführt. Im Estenfelder Ortsteil ist auch eine Straße nach ihm benannt. Jetzt wurde in Mühlhausen ein Gedenkstein enthüllt. Zur Segnung waren viele Mühlhausener Bürger, aber auch viel Prominenz gekommen.

Kraus sollte eigentlich Pfarrer werden. Doch schnell zeigte sich, dass seine Begabung auf dem künstlerischen Gebiet lag. So lernte er in der Rhön die Kunst des Holzschnitzens, arbeitete in verschiedenen Kunstwerkstätten und zog nach München, um eine eigene Werkstatt eröffnete.

Christliche Kunst

Immer standen jedoch Überlegungen im Raum, seine Arbeit ganz in den Dienst der christlichen Kunst zu stellen. Schon lange stand er in Verbindung mit Bruder Franz Blaser aus der Abtei Münsterschwarzach, der dort eine Kunstwerkstätte errichtet hatte. Als dieser plötzlich verstarb, trat Kraus dessen Erbe an und schloss sich im Alter von 58 Jahren der Benediktinergemeinschaft an.

Der Gedenkstein, den der Kleinrinderfelder Bildhauer Hermann Grimm aus fränkischem Muschelkalk schuf, zeigt neben dem Text einen betenden Arbeiter. Er gleicht dem betenden Arbeiter des Oppauer Denkmals in Rimpar, das ebenfalls ein Werk von Kraus ist.

Bürgermeister Michael Weber konnte neben Ehrenbürger Christian Will, zweiter Bürgermeisterin Rosi Schraud, drittem Bürgermeister Gerhard Knorz, Gemeinderäten und Rätinnen auch Landrat Eberhard Nuß, den Landtagsabgeordneten Manfred Ländner, den Bildhauer Helmut Grimm und eigens aus Augsburg angereiste Nachfahren von Frater Maurus begrüßen.

Die Segnung des Gedenksteines nahm Pater Noach Heckel vor. Doch er segne nicht den Stein, sondern den Menschen dahinter und alle, die an dem Stein vorübergehen, betonte der Pater. Heckel zelebrierte auch den anschließenden Gottesdienst.

Im Anschluss gab Ehrenbürger Christian Will, auf dessen Initiative hin der Stein errichtet wurde, einen kurzen Überblick über Frater Maurus' Leben und Werk. Wie Weber schätzt auch Will den Herz-Jesu-Altar in Rimpar, ebenfalls ein Werk des Fraters. Hier zeige sich besonders auch die Liebe zum Detail. „Des Heilands letzte Rast“, dessen Modell in der St. Georg-Kirche in Mühlhausen steht, sei dagegen sehr intim, aber ein Ausdruck von tiefer Frömmigkeit.

Ein Mittler

Landrat Eberhard Nuß, dessen Ahnenwurzeln auch in Mühlhausen liegen, dankte allen, die den Gedenkstein ermöglichten. Kunst und Kirche gehören zusammen, Kunstwerke können den Glauben festigen, so Nuß und der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner bezeichnete Kunstwerke als Mittler zwischen Jesus Christus und den Menschen. Frater Maurus habe sich zeitlebens mit Kunst auseinandergesetzt und sich mit dem Schaffen sakraler Werke tief mit dem Glauben und der Bibel beschäftigt.

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