Weigenheim

Ein musikalisches Fest der Freude

Christian Glowatzki hat die Weigenheimer Kantate „Einem neuen Fest der Freude“ komponiert. Bei der Uraufführung dirigiert er selbst.
Christian Glowatzki hat die Weigenheimer Kantate „Einem neuen Fest der Freude“ komponiert. Bei der Uraufführung dirigiert er selbst. Foto: Gerhard Krämer

Christian Glowatzki hat die Weigenheimer Kantate „Einem neuen Fest der Freude“ komponiert. In der evangelischen Kirche in Weigenheim wurde sie nun am Sonntag uraufgeführt.

Für die Einweihung der neuen Weigenheimer Kirche im Jahr 1832 hatte der Ippesheimer Pfarrer Johann Friedrich Lampert den Text für die Festgesänge verfasst. So war die Freude groß, als man in der Kirchengemeinde glaubte, diese Texte gefunden zu haben. Den Text erhielt Christian Glowatzki, da die ursprüngliche Komposition nicht erhalten war.

Der Komponist, Organist und Chorleiter schuf nun eine etwa zehnminütige Kantate. Wie es der Zufall so will, in der Endphase der Proben wurde ein kopierter Zettel entdeckt, auf dem die Kirchweihe 1832 näher beschrieben war. Zur großen Enttäuschung habe man feststellen müssen, dass Lampert dafür doch einen anderen Text geschrieben hatte. Dies hatte Pfarrer Dietrich Röhrs schon im Vorfeld der Uraufführung mitgeteilt.

Doch Weigenheim hat nun eine Kantate. „Sie ist für den Weigenheimer Gesangverein, den Posaunenchor und die Orgel und für unsere Kirche geschaffen worden, auch wenn sie eigentlich nicht zur Kirchweihe des Jahres 1832 gehört“, schrieb Pfarrer Röhrs im Vorwort des Programmheftes. Die Zeit von der Grundsteinlegung bis zur Einweihung beschrieben Gertraud und Friedrich Nöth.

Gottesdienst nach der Ordnung von 1856

Die Kantate wurde in einem historischen Gottesdienst nach der Ordnung von 1856 aufgeführt. Die gesungenen Lieder 28 (Lobe den Herren) und 188 (Vom heiligen Gefühl der Andacht tief durchdrungen) sowie der Schlusschoral der Kantate „Jehova, Jehova“ entstammen jener Zeit. Mitwirkende waren der Männergesangverein, der Posaunenchor, ein Bläserquartett und Elena Stich an der Orgel. Die musikalische Gesamtleitung hatte Christian Glowatzki.

Die von Glowatzki komponierte Kantate besteht aus drei Teilen: Dem instrumentalen Einleitungsteil von Bläsern und Orgel. Im Chorteil findet sich der Aufgesang, eine ehrfürchtige Betrachtung der Macht Gottes, am Ende steht der Choral „Jehova, Jehova, Jehova“ aus dem damaligen Gesangbuch.

Wie mit einem Weckruf der Wächter beginnen Bläser in Quart-, Quint- und Sextintervallen. Trompete und Basstuba wechseln einander ab, bis sich die Orgel hinzugesellt. Dann deuten die Posaunen die Melodie des ersten Choreinsatzes an, der von der Orgel und Bläserquartett begleitet wird. Die Textaussage bleibt hörbar: „Einem neuen Fest der Freude tönet unser Danklied heute“.

Am Ende der ersten Strophe wechselt die Tonart. Aus dem kräftigen Lob wird die demütige Bitte: „Vater lass in diesen Hallen dir der Kinder Dank gefallen“. Im Zusammenklang aller Stimmen gelangen die Beter zur Gewissheit: „Was dir Demut weiht und Pflicht, guter Gott, verwirfst Du nicht“.

Mächtige Tutti-Klänge der Bläser

Mit mächtigem Tutti-Klang leiten die Bläser die nächste Strophe ein. Hier wird der Gesang der Engel vom Himmel herab von den Instrumenten vorweggenommen: „Heilig, Heilig, Heilig…“. In den Schlusschoral sollte damals die ganze Gemeinde einstimmen. Der Tempel dieser Welt, die irdische Behausung und auch diese wunderbare Kirche, deren Einweihung man froh und dankbar feiert, wird auf das letzte Wort Gottes hin zu Staub zerfallen, also keinen Bestand haben – wie alles, was Menschenhand geschaffen hat. Dieses „Zerfallen“ drückt Christian Glowatzki mit überraschenden Harmoniewendungen aus. Aber es soll bis dahin das „Heilig, heilig, heilig“ von den Menschen hier gesungen werden.

Der Applaus der Gottesdienstbesucher belohnte Komponist und Musiker gleichermaßen. Auch Landrat Helmut Weiß zeigte sich beeindruckt. Ihm oblag es, den Spendenzweck des Gottesdienstes vorzustellen. Die Spenden fließen an den Freundeskreis der Altersmedizin, der damit Anschaffungen für die Abteilungen Akutgeriatrie und Rehabilitation an der Klinik Bad Windsheim ermöglicht, die aus dem normalen Betrieb nicht erwirtschaftet werden.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Weigenheim
  • Gerhard Krämer
  • Chorleiter
  • Evangelische Kirche
  • Freude
  • Gesangsvereine
  • Gottesdienstbesucher
  • Gottesdienste
  • Johann Friedrich
  • Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen
  • Klinik Bad Windsheim
  • Komponistinnen und Komponisten
  • Musiker
  • Pfarrer und Pastoren
  • Posaunenchöre
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!