Bergtheim

Einblicke in den Lebensraum eines Hamsters

Die Leiterin des Landschaftspflegeverbandes Madeleine Königer, die Studentin Vanessa Bald und der Landwirt Michael Strauß (von links) an der Futterstelle zwischen Getreide- und Karottenfeld. Foto: Rainer Weis

Viel Beachtung finden zurzeit die Getreidestreifen in der Flur rund um Bergtheim und im Ochsenfurter Gau und jedermann fragt sich, was es damit auf sich hat. Die Lösung ist, dass eine Gruppe von Landwirten mit dem Landschaftspflegeverband nach dem Artenhilfsprogramm FHP 3 (Feldhamsterhilfsprogramm 3) zusammen arbeitet. Dabei geht es unter anderem darum, den Hamster über die gesamte Vegetationszeit mit ausreichend viel Nahrung zu versorgen und deshalb stehen die fünf bis zehn Meter breiten Getreidestreifen bis Ende Oktober. Als Entgelt erhält der Landwirt dafür 0,25 Euro pro Quadratmeter. Man geht davon aus, dass bis dahin der Nager reichlich Nahrung in seinen Bau getragen hat, um damit über den Winter zu kommen.

Weitere Erforschung des Lebensraums eines Hamsters

Um zu klären, wie der Hamster in Bezug auf das vorhandene Nahrungsangebot in Richtung Sonderkulturen auf der fränkischen Trockenplatte auskommt, hat die Regierung von Unterfranken einen Forschungsauftrag mit dem Titel "Wie ist der Einfluss von Sonderkulturen auf das Leben eines Feldhamsters?" ausgeschrieben.

Vanessa Bald hat nach der Schule in Würzburg ein Studium im Bereich "Tierökologie und Tropenbiologie" begonnen. In ihrer Bachelorarbeit hat sie eine komplette Feldhamsterperiode, die vom Ende des Winterschlafs im April 2017 bis zum Beginn des Winterschlafs im Oktober 2017 geht, untersucht. Dabei hat sie nachgewiesen, dass der erfolgreiche Feldhamster die Blüh- und Getreidestreifen als Lebensraum für sich gut nutzt und deshalb in jüngster Zeit den nachfolgenden Forschungsauftrag erhalten.

Seit Anfang Januar 2019 begann sie mit den Vorbereitungen und Überlegungen zur Arbeit. So hat sie in den Flächen mit Getreide, Mais, Karotte und Rotkohl in zwei Kartierdurchgängen im Juni 2019 und jüngst im August, nachdem das Getreide gedroschen und die Felder gelockert waren, die Anzahl der Feldhamsterbaue in diesen Feldern rund um Bergtheim erfasst.

Neue Erkenntnisse zum Hamster als Naturgewalt

Dabei bestand die Annahme, dass die Feldhamster aus den "leeren" Getreidefeldern abwandern, da sie hier weder Nahrung noch Schutz finden. Die spannende Frage dabei war: Was macht der Hamster, nimmt er diese Situation als "Naturgewalt" hin oder zieht er einfach weiter in das benachbarte Gemüsefeld mit Rotkohl oder Karotte? Die Antwort lautet: Ja er tut es, er wandert mit Sack und Pack in die nächste Fläche, wo er Futter und Deckung findet, gräbt sich dort eine neue rund 50 Zentimeter tiefe Behausung und lässt es sich mit der neuen Nahrungsquelle gut gehen. Denn er vermeidet lange offene Wege ohne Deckung, um nicht von Greifvögeln wie Mäusebussard, Turmfalke, Habicht, Rotmilan und vor allem dem Fuchs gefressen zu werden. 

"Diese und ähnliche Beobachtungen bringen mehr Wissen über die Lebensweise des Feldhamsters und ermöglichen, zielgerichtete Schutzmaßnahmen zu initiieren, aber auch die weitverbreitete Annahme, Sonderkulturen seien ein schlechter Lebensraum für Feldhamster, wurden und werden noch überprüft und werden gegebenenfalls widerlegt", so Bald. Erstaunlich war dabei festzustellen, dass hauptsächlich die Karottenfelder gut angenommen werden.

Nicht selbstverständlich aber deshalb umso wichtiger, war für Bald die Zusammenarbeit mit den Landwirten:"Ich danke den zahlreichen Landwirten, die sich im Rahmen meiner Masterarbeit äußert kooperativ gezeigt haben und sich einverstanden erklärt haben, dass ich ihre Felder für die Datenaufnahme mit einbeziehen durfte".

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