Würzburg

Eine Ebene hinter Haut und Knochen 

Wie blickt der Mensch heute auf seinen Körper? Wie trägt er ihn? Und über allem: Wie sehen die Künstler das? Ein großer Teil der 25 Exponate in der neuen BBK-Ausstellung „Körperkult“ lässt sich mit diesen Fragen schön einheitlich zusammenfassen. Nur fallen die Antworten – wenn die Exponate denn welche sind – so unterschiedlich aus, dass eine systematisierende Frage gar nichts nützt, um diese Ausstellung in den Griff zu kriegen.
So stellt man sich denn lieber mit Markus Schmitt, dem unterfränkischen Sprecher des Berufsverbands Bildender Künstler, vor ein Aquarell, spricht ein wenig über die erstaunliche Technik und notiert Schmitts vielschichtigen Satz, genau so wie den verlaufenden Wasserfarben gehe es ja den heutigen Menschen mit ihren Körpern: „Wo nehme ich Natürlichkeit und Zufälligkeit zurück und greife statt dessen ein?“ Und Schmitt, selbst Bildhauer, erinnert daran, dass den Bildenden Künstlern der menschliche Körper immer das nächstliegende Thema sei.
Über die Aktzeichnen-Kurse sind die BBK-Mitglieder weit hinaus. Mittelformatige Ölgemälde und – meist bearbeitete – Fotos dominieren quantitativ. Die meisten Fotografen gehören zu dem runden halben Dutzend Neumitglieder des Berufsverbands. Dass für die jährliche sommerliche Gemeinschaftsausstellung ein Thema ausgegeben wurde, sorgt laut Schmitt stets dafür, dass weniger Künstler Werke einreichen. So musste diesmal nichts abgewiesen, alles konnte gehängt werden. Auch der betrachtende Laie erkennt keinen Ausreißer nach unten.
Wie im Schwesterverband VKU und seiner Kunsthalle im Spitäle, so auch beim BBK: In letzter Zeit ist mehr Abwechslung in den Gruppenschauen, man sieht nicht stets dieselben Künstler. Was in früheren Jahren auch seine Vorteile hatte: Man konnte die Entwicklungen im Werk der heimischen Prominenz in Halbjahresabständen nachverfolgen. Indes, zur Zeit herrscht eine Phase frischen Winds, vergleichende Studien sind nur noch in geringem Umfang möglich.
Zugleich setzt sich eine neue Gruppe besonders fleißiger Ausstellungsteilnehmer ab und im Bewusstsein der Besucher fest. An ihnen fällt auf, dass sie sich weniger durch schnelle Wiedererkennbarkeit einen Namen machen, sondern erst einmal ihre Vielseitigkeit vor Augen führen wollen. So sind die Bekannten der Region mit Neuen gut gemischt, und auch die Arrivierten unterhalten den interessierten Kunstgänger mit neuen Ansätzen.
Dem BBK ist das sehr recht, auch wenn er diese Ausstellungspolitik nicht aktiv steuert. Markus Schmitt sagt: „Fast alle Werke sind sehr aktuell. Wir wollen zeigen, was aus den Ateliers kommt.“
Vernissage ist am heutigen Freitag, 29. Juni, um 19 Uhr, jeder ist eingeladen. Geöffnet bis 29. Juli Fr. und Sa. 15-18 Uhr, So. 11-18 Uhr.

BBK-Ausstellung Körperkult Foto: Joachim Fildhaut

Schlagworte

  • Würzburg
  • Joachim Fildhaut
  • Berufsverbände und Berufsvertretungen
  • Exponate
  • Kulturspeicher Würzburg
  • Markus Schmitt
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!