WÜRZBURG

Eine Sinti-Familie in Würzburg: Tod eines Zwillingsbabys

Im Stadttheater in der Theaterstraße und im CC-Varieté in der Eichhornstraße arbeiten im Jahr 1940 die 18-jährige Tänzerin und Sängerin Theresia Winterstein, Mitglied einer Würzburger Sinti-Familie, und ihr Verlobter, der acht Jahre ältere Musiker und Geigenbauer Gabriel Reinhardt, zusammen.
Anfang April 1943, als zahlreiche deutsche Sinti bereits in den Baracken von Auschwitz dahin vegetierten, mussten Theresia Winterstein und ihr Verlobter Gabriel Reinhardt mit den Zwillingen Rita und Rolanda auf der Domstraße für Propagandabilder ... Foto: FOTO ARCHIV Rita Prigmore
Im Jahr 1942, als nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung des Reichs schon deportiert und ermordet war, stand das endgültige Schicksal der deutschen Sinti noch nicht fest. Um die Fortpflanzung dieser Personengruppe zu unterbinden, planten die Behörden zunächst Sterilisationen in großen Umfang. Die Alternative lautete: Konzentrationslager oder Unfruchtbarmachung. Zwei Polizisten holten Theresia Winterstein aus der Wohnung in der Mergentheimer Straße ab und brachten sie ins Büro des „Zigeuner-Referenten“ Christian Blüm: „Ich musste unterschreiben, dass ich vom Lager verschont würde, wenn ich mich den ...
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