Würzburg

Eine alternative Sederfeier in Zeiten der Coronakrise

"Wie soll denn das bloß werden? Wenn wir nicht aus dem Haus dürfen, müssen wir in diesem Jahr die Sederfeier ganz alleine abhalten." So oder ähnlich klagten in diesem Jahr manche Juden, da das Pessachfest genau in die Zeit der Ausgangsbeschränkungen in Zusammenhang mit der Coronaviruspandemie fiel. Auch Israel Schwierz und seine Frau Anneliese in Lengfeld waren davon betroffen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen galt auch hier. Sohn Benjamin in Israel hatte nämlich die Idee, die Feier in diesem Jahr per Videokonferenz zu gestalten. Nach einer kurzen Diskussion wurden alle Vorbereitungen in der Küche, aber eben auch im Internet getroffen, so dass am Sederabend alle mit dem Sederteller und den entsprechenden Speisen, Ei, Petersilie, Meerrettich, Charoset, einem Knochen und natürlich Mazzen und Rotwein, bzw. Traubensaft versorgt waren und die Feier beginnen konnte.

So waren in diesem Jahr in Lengfeld nicht nur ein Sohn und seine Familie real in Deutschland zu Gast, sondern via Bildschirm auch die Verwandtschaft aus Karmiel, Nesher, Har Haluz, Kiryat Motzkin, Kiryat Ata und Jerusalem und eine Freundin aus Würzburg. Alle feierten drei Stunden lang gemeinsam und doch saß jeder daheim an seiner eigenen Sedertafel.

Dass der Pessach-Seder auf diese kreative Weise gefeiert wurde, war das erste Mal in der Geschichte des Judentums. Dennoch freuten sich alle, die daran teilnahmen, sehr über diese gelungene Aktion. Trotzdem werden alle froh sein, wenn die Corona-Pandemie wieder vorüber ist und im nächsten Jahr alle den Seder wieder in gewohnter Weise feiern können.      

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