THEILHEIM

Eine dritte Variante für den Radweg

Gefährlich: An dieser Stelle müssen Radfahrer derzeit zwischen Theilheim und Randersacker queren, nutzen sie vorhandene Wege abseits der Straße, das zeigt Thomas Herpich von der Initiative Pro Radweg. Hier endet auch das Flurstück, das der Gemeinde Theilheim gehört.
Gefährlich: An dieser Stelle müssen Radfahrer derzeit zwischen Theilheim und Randersacker queren, nutzen sie vorhandene Wege abseits der Straße, das zeigt Thomas Herpich von der Initiative Pro Radweg. Hier endet auch das Flurstück, das der Gemeinde Theilheim gehört. Foto: Traudl Baumeister

Manche Dinge brauchen etwas länger. Dazu gehört in Theilheim der Radweg Richtung Randersacker. Schon seit 1972, erinnert sich Thomas Herpich, werde im Gemeinderat immer wieder über dieses Thema diskutiert – vorzugsweise im Zusammenhang mit Kommunalwahlen. Geschehen allerdings sei wenig.

Nachdem jetzt der Radweg wieder in aller Munde war, etwa bei den überregionalen Planungen im Hinblick auf die Landesgartenschau 2018 am Hubland, nutzte der Theilheimer die Gunst der Stunde. Im Frühsommer 2014 gründete er die Bürgerinitiative Pro-Radweg.

Mit Hilfe einer gestarteten Petition will die Initiative den Radweg endlich Realität werden lassen. Rund 1500 Menschen haben bisher unterschrieben. Etwa die Hälfte davon sind Theilheimer. Die übrigen Unterstützer kommen aus Randersacker (276), Würzburg (142), Biebelried (27), Gerbrunn (24), Rottendorf (24), dem übrigen Landkreis (184) oder aus der weiteren Umgebung (86).

„Derzeit dreht sich die Diskussion im Kreis, weil jede Seite die Schuld auf die andere schiebt.“
Thomas Herpich Bürgerinitiative Pro-Radweg

Interessant für Herpich ist, dass so viele Bürger aus Randersacker die Initiative unterstützen. Denn die Trasse, die „Pro Radweg“ vorschlägt, entspricht nicht der, die der Gemeinderat des Marktes favorisiert. Allerdings verläuft sie auch anders, als es derzeit die Mehrheit der Theilheimer Ratsmitglieder bevorzugt.

„Wir können die Argumente beider Seiten verstehen und nachvollziehen“, sagt Herpich. Gerade deshalb sieht er in der Initiative einen Partner für die beteiligten Gemeinden, der vermitteln will und könnte. „Derzeit dreht sich die Diskussion im Kreis, weil quasi jede Seite die Schuld auf die andere schiebt“, urteilt Herpich. Die Theilheimer behaupteten, die Randersacker würden den Weg ja gar nicht wirklich wollen, die Randersackerer wiederum werfen den Theilheimern vor, dass die nicht so wollen wie sie selbst.

Letzteres, so Herpich, entspreche wohl der Wahrheit: Theilheim will in der Tat eine andere Trasse durchsetzen als Randersacker – wobei sich die Bedürfnisse unterscheiden. Denn da es in Theilheim nun mal keine Einkaufsmöglichkeiten gebe, sei für die Theilheimer ein sicherer Radweg dringend notwendig, für Schüler, Mütter mit Kindern oder für ältere Mitbürger, und eben nicht nur für Freizeit- und Sportradler, die sich gerne auch mal abseits der Straßen auf zwei Rädern austoben.

Radwege, das zeige die Erfahrung, würden nur dann angenommen und akzeptiert, „wenn sie den Straßen folgen und möglichst geringe Steigungen aufweisen“, schreibt der Theilheimer in seinem Blog. Gemeinderat Fred Stahl (Bündnis 90/Die Grünen) stimmt dem zu und ergänzt: „Der Bau eines Radwegs ist nur rechts oder links der Straße realisierbar. Der Ausbau durch die Weinberge wird staatlich nicht gefördert.“

Die Randersackerer Gründe für die Ablehnung der Theilheimer Trasse halten Stahl wie die Bürgerinitiative ebenso für zwingend. Auf der linken Straßenseite von Theilheim kommend sei zwar das erste Stück problemlos, weil das Grundstück entlang der Straße ohnehin schon der Gemeinde gehört. Danach allerdings werde es linksseitig teuer und nahezu unpraktikabel, weiterzubauen. Der Jakobsbach mäandere stark, was mehrere Brücken erforderlich mache und obendrein laufe die Trasse durch ein geschütztes Biotop.

Anders auf der rechten Seite. „Hier müsste man lediglich ein paar kleine Erdhügel abtragen und eventuell den Abwassergraben teilweise verrohren.“ Was aber ein viel geringerer Eingriff ins Gelände sei, sagt Herpich. „Hier könnte man, unter Einbeziehung des fast drei Meter breiten Straßengrabens, einen durchgehenden Radweg erstellen, ohne die Straßenseite zu wechseln und mit dem geringsten Eingriff in die Natur“, fügt Stahl an.

Auch in einem weiteren Punkt sind sich die Initiative und Stahl einig. Alle Beteiligten, die Gemeindeverantwortlichen, Landratsamt, Straßenbauamt, Naturschutzbehörde, Grundstückseigentümer, Architekten, „Pro Radweg“ und Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, fordern sie auf, möglich schnell gemeinsam eine förderfähige Lösung zu erarbeiten. „Um die Förderung für 2015 zu erhalten, müssten bis Oktober/November 2014 die Anträge beim Landkreis eingereicht werden“, so Stahl. Die finanzielle Belastung, ist er überzeugt, sei „bei einer Förderung bis zu 90 Prozent bei korrekter Planung“ für beide Gemeinden tragbar.

Pro Radweg: www.radweg-theilheim.de

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