WÜRZBURG

Eine neue Endhaltestelle in der Sanderau

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Aus einem Provisorium soll eine moderne und barrierefreie Haltestelle werden: Die Straßenbahn- und Bushaltestelle in der Königsberger Straße soll für knapp drei Millionen Euro komplett neu geordnet und dafür die Zufahrt zur s.Oliver Arena in die Stettiner Straße verlegt werden. Der Umwelt- und Planungsausschuss hat das Projekt befürwortet, das letzte Wort hat der Stadtrat am Donnerstag.

Es stauen sich die Bahnen

Die Straba-Endhaltestelle an den beiden städtischen Berufsschulzentren und der s.Oliver Arena ist eine von nur noch vier Haltestellen im Stadtgebiet, die nicht barrierefrei ausgebaut sind. Und sie stellt die Planer unter anderem wegen der engen Wendeschleife vor besondere Herausforderungen. Sechs Varianten für die Neuordnung der Haltestelle hat Stadtbaurat Christian Baumgart dem Ausschuss vorgestellt, die Entscheidung war eindeutig: Variante sechs, die auch vom Aufsichtsrat der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB) favorisiert wird, wurde einstimmig ausgewählt.

„Die Situation vor Ort ist unbefriedigend, um es vorsichtig auszudrücken“, so Baumgart: Derzeit halten die Straßenbahnzüge teilweise in der Kurve der Wendeschleife. Zu Stoßzeiten bei Schulbeginn und -ende stehen dort bis zu drei Züge hintereinander. Wegen der nötigen Ausgleichszeiten für die Fahrer an der Endhaltestelle können die wartenden Straßenbahnen dabei häufig längere Zeit nicht in die Haltestelle einfahren und die Fahrgäste müssen quasi auf freier Strecke aussteigen. „Es ist ein Provisorium, das man eigentlich nicht als Haltestelle bezeichnen darf“, sagte auch Karin Miethaner-Vent von den Grünen.

Das soll jetzt anders werden: In der Variante sechs wird die gesamte Gleisanlage erweitert, und auf der gegenüberliegenden Seite der Friedrich-Spee-Straße entstehen zwei parallel angeordnete, vierzig Meter lange Straba-Haltestellen. Auf Höhe der bestehenden Zufahrt zum Haupteingang des Kaufmännischen Berufsschulzentrums und zur s.Oliver Arena in der Königsberger Straße wird gleichzeitig eine moderne und barrierefreie Bushaltestelle gebaut. Die Zufahrt wird dafür ein Stück weiter in die Stettiner Straße verlegt. Durch Ampelanlagen soll außerdem die Überquerung der Straße sicherer werden: Zur Schulzeit überqueren momentan jeden Tag rund 1400 Fußgänger ungesichert die Friedrich-Spee-Straße. Die Kosten für die gesamte Maßnahme werden auf knapp drei Millionen Euro geschätzt, die im Idealfall zu 80 Prozent durch eine staatliche Förderung abgedeckt werden.

Neues Parkhaus an der Feggrube

Baumgart erwähnte bei seinem Vortrag auch Überlegungen für ein Parkhaus in Modulbauweise mit bis zu 260 Stellplätzen auf dem bestehenden Schotterparkplatz am Sportzentrum Feggrube der TG 1848 Würzburg. Die Stadt sei vertraglich verpflichtet, zusätzliche Stellplätze bei der TGW zu schaffen, betonte Baumgart.

Nicht einstimmig, sondern mit fünf Gegenstimmen hat der UPA außerdem die für den Haltestellen-Umbau erforderliche Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans „Südliche Sanderau“ verabschiedet. Grund für die Gegenstimmen war die darin enthaltene Nutzungsänderung einer größeren Fläche in ein „besonderes Wohngebiet“, die auf Antrag der Stiftung Bürgerspital erfolgt ist. Das Grundstück des Bürgerspital-Altenwohnstifts Sanderau in der Königsberger Straße ist im Bebauungsplan derzeit als „Gemeinbedarfsfläche Altenwohnstift“ festgesetzt.

Konkrete Pläne fürs Seniorenstift

Was das Bürgerspital in Zukunft auf seinem Grundstück konkret plant, möchte Stiftungsdirektorin Annette Noffz jetzt noch nicht verraten. Nur so viel: „Es gibt Überlegungen und Präferenzen für das Seniorenstift. Der aktuelle Bebauungsplan lässt uns aber nur wenig Möglichkeiten, deswegen haben wir den Antrag auf Änderung gestellt“, so Noffz auf Nachfrage. Im Ausschuss hatte Christian Baumgart konkrete Pläne der Stiftung in Sachen Wohnungsbau an Stelle des Seniorenheims angedeutet. Deshalb forderten unter anderem Karin Miethaner-Vent und Jürgen Weber (Würzburger Liste), eine Nutzungsänderung für das Grundstück auch im Gesamt-Stadtrat zu behandeln: „Es muss deutlich werden, worum es da geht“, betonte Weber.

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