WÜRZBURG

Einstimmig für den großen Wurf

 

Viele Fragezeichen um die Erschließung: Die Gerbrunner fürchten am Galgenberg (Mitte links) und an der Kitzinger Straße (unten) einen endlosen Parcours aus Ampeln, wenn der Hubland-Stadtteil angebunden wird. Die Folge könnten lange Rückstaus in den Ort sein.
Viele Fragezeichen um die Erschließung: Die Gerbrunner fürchten am Galgenberg (Mitte links) und an der Kitzinger Straße (unten) einen endlosen Parcours aus Ampeln, wenn der Hubland-Stadtteil angebunden wird. Die Folge könnten lange Rückstaus in den Ort sein. Foto: Thomas Obermeier
Bei der Verwirklichung eines neuen Stadtteils am Hubland hat der Stadtrat jetzt einen wichtigen ersten Schritt getan. Nach eineinhalb Jahren intensiver Vorarbeit wurde jetzt einstimmig dem städtebaulichen Rahmenplan Hubland für ein 140 Hektar großes Planungsgebiet auf dem Gelände der früheren Leighton-Barracks zugestimmt.

Damit ist die Stadt mit dem Planungsprozess „voll im Zeitplan“, wie Stadtbaurat Christian Baumgart vor der Abstimmung betonte. Die „große Leistung“, die in einer mehr als hundertseitigen Hochglanz-Broschüre vorgelegt wurde, lobten alle Fraktionssprecher in höchsten Tönen. Zumal in den Planungsprozess für den neuen Stadtteil eine breite Öffentlichkeit intensiv eingebunden war.

Mit der Planung stehe die Stadt bei den Fachleuten national und international im Fokus, stellte Baumgart nicht ohne Stolz fest. Schließlich sei es nicht alltäglich, inmitten einer Stadt eine so große Entwicklungsfläche zur Verfügung zu haben.

Die Zeit wurde planerisch bislang optimal genutzt, wurde der Bauverwaltung allenthalben bestätigt. Vor allem gibt es für die Stadt durchaus einen gewissen Zeitdruck, auch wenn manche gerne von einer Jahrhundert-Entwicklung sprechen.

International im Fokus

So hat sich der Freistaat zur Erweiterung des Hubland-Campus schon 2009 im Süden ein Teilstück von 39 Hektar einschließlich der vorhandenen Gebäude gesichert. Der Teil gehört zum Rahmenkonzept.

Innerhalb dieses Rahmens hatte der Stadtrat in dieser Woche gleichzeitig einem Aufstellungsbeschluss für den Flächennutzungsplan für das Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE) und einem direkt angrenzenden Vorhaben- und Erschließungsplan für ein neues Studierendenwohnheim zuzustimmen. Beides Millionenprojekte, die wegen öffentlicher Fördermittel unter zeitlichem Druck stehen, wie Oberbürgermeister Georg Rosenthal betonte. Was das ZAE angeht, wäre ein ganz wichtiges Unternehmen für die Stadt verloren, „wenn wir jetzt nicht zurande gekommen wären“, so der OB.

Grüner Stadtteil

Für Alt-OB Jürgen Weber (WL) war diese Vorab-Festlegung ein Grund, Bedenken anzumelden. Er befürchtete, es könnte eine Entwicklung einsetzen, dass man leicht bebaubare Freiflächen schnell einer Nutzung zuführt, während die Umnutzung von vorhandenem Bestand, das eigentliche Ziel der Konversion, weiter verdrängt werde. So könnte das Versprechen eines „grünen Stadtteils“ im Lauf der Zeit unter die Räder geraten.

Dem wurde heftig widersprochen. Matthias Pilz (Grüne) verwies auf ein „vernetztes Freiraumkonzept“. Für die Umsetzung ist die Zielvorgabe 2018, wenn in Würzburg die Landesgartenschau (LGS) stattfindet. Stadtbaurat Baumgart verwies darauf, dass sich die Stadt mit einem festen Zeitplan auf die LGS auf dem gleichen Gelände vorbereiten und dafür sehr bewusst eine Weiterentwicklung der vorhandenen Bausubstanz vorgesehen sei.

Zum Rahmenplan gehört auch ein Verkehrskonzept, vor allem für den öffentlichen Personennahverkehr. Bis zur LGS 2018 ist die Anbindung des Entwicklungsgebiets durch eine neue Straba-Linie das ehrgeizige Ziel.

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