Erlabrunn

Einzige Berggebiet Streuobstgemarkung im Landkreis

Damit der Ertrag auch für die neu gepflanzten Bäume gesichert ist, wurde der erste Baum der Berggebiet-Streuobst-Gemarkung mit Apfelsaft, Apfelwein und Apfelbrand "angegossen". Die Pflanzungen auf der Berggebiet-Streuobst-Fläche erfolgten bewusst im nahen Umfeld von Totbäumen, die Insekten und Vögeln als Lebensraum dienen. Foto: Herbert Ehehalt

Längst Alleinstellungsmerkmale ihr Eigen nennen kann die Gemeinde Erlabrunn als Deutschlands erstes Clematis-Dorf und dem seit Jahrzehnten überregional bekannten Bergfest am Volkenberg. Nun ist die kleine Landkreisgemeinde auch einziges Berggebiet für Streuobstwiesen im Landkreis Würzburg. Bis "Berggebiet-Streuobst" geerntet und in allen Variationen genossen werden kann, wird es noch einige Jahre dauern.

Weinberge und Streuobstwiesen sind typische Markenzeichen hiesiger Kulturlandschaft. In Erlabrunn widmen sich dem sowohl als auch die Menschen traditionell und aus Passion. Vor allem auch die mehr als 300 Mitglieder des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins (OGV) haben sich mit ihrem Vorsitzenden Klaus Körber der Landschaftspflege verschrieben - längst bevor die Bezeichnung Biodiversität im allgemeinen Sprachgebrauch ihren Platz fand.

Mit Leidenschaft und Herzblut

Den häufig zitierten "Grünen Daumen" lebt der Vorsitzende auch beruflich an der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau und als stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes für Gartenbau- und Landespflege. Mit Leidenschaft und Herzblut pflegen die OGV-Mitglieder in Erlabrunn etwa zwei Hektar, zumeist als Vertragsnaturschutzgebiet kartierte Flächen, so Thomas Herrmann stellvertretender Geschäftsführer der Main-Streuobst-Bienen-Genossenschaft. Dazu werden die im Eigentum der Gemeinde befindlichen Grundstücke dem OGV per Pachtvertrag überlassen. Darin enthalten ist nun eine weitere Fläche, die in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg zur einzigen Berggebiet-Streuobst-Gemarkung im Landkreis auserkoren wurde.

Um dem negativen Trend stetigen Rückgangs an Streuobstwiesen entgegenzuwirken, wird die Ausweisung der Berggebiet-Streuobst-Gemarkung sogar von höchster Stelle durch das bayerische Landwirtschaftsministerium gefördert. Den Aufruf von Ministerin Michaela Kaniber zu einer bayernweiten Streuobst-Pflanzaktion unterstützt das Ministerium auch durch die Bereitstellung der Pflanzen. Für das Berggebiet-Streuobst-Projekt in Erlabrunn waren dies insgesamt 20 Jungbäume, davon elf Hochstamm-Apfelbäume, vier Hochstamm-Birnbäume, drei Halbstamm-Quittenbäume und zwei Renekloden-Bäume. Die Pflanzaktion wurde durchgeführt unter Beteiligung von Vertretern des Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg, des Landschaftspflegeverband Würzburg, Mitgliedern der Main-Streuobst-Bienen-Genossenschaft, des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbandes Würzburg sowie OGV-Mitgliedern.

Aufs richtige Pferd gesetzt

Harald Plankart, Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), zeigte sich dabei überzeugt, dass Biodiversität nur bei Pflege der kleinstrukturierten Kulturlandschaft funktioniert. Dieses für Erlabrunn untermauerte  AELF-Bereichsleiter Heiko Lukas: "Wir beteiligen uns und sind da, weil wir sie gut finden", zollte Lukas Lob an die rührigen OGV-Mitglieder. Deren Vorsitzender Klaus Körber sah sich erneut bestätigt in dem vor rund 20 Jahren beschrittenen Weg: "Mit der Produktion und Vermarktung regionalen Obstes haben wir eindeutig auf das richtige Pferd gesetzt", stellte Körber fest. Gleichzeitig verwies der Vorsitzende insbesondere auf das Engagement des stellvertretenden Geschäftsführers der Main-Streuobst-Bienen-Genossenschaft Thomas Herrmann und Jürgen Ködel als Vertreter  des Fränkischen Klein- und Obstbrennerverbandes Würzburg. Herrmann und Ködel verwiesen auf den im Vorjahr für die Main-Streuobst-Bienen-Genossenschaft erwirtschaften Obst-Ertrag. Von der Gesamtmenge von 110 Tonnen seien alleine sechzig Tonnen Obst in Erlabrunn erwirtschaftet worden.

Damit der Ertrag auch für die neu gepflanzten Bäume gesichert ist, wurde der erste Baum der  Berggebiet-Streuobst-Gemarkung mit Apfelsaft, Apfelwein und Apfelbrand "angegossen". Die Pflanzungen auf der  Berggebiet-Streuobst-Fläche erfolgten bewusst im nahen Umfeld von Totbäumen, die Insekten und Vögeln als Lebensraum dienen.

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