WÜRZBURG

Engagement für Herzensthemen

Die Arbeit von ehrenamtlichen Einsatzkräften wie Freiwillige Feuerwehr und Bayerisches Rotes Kreuz ist ein Beispiel für die Einsatzmöglichkeiten: Bei den Dreharbeiten für den Werbefilm des Programms Feel FR.E.E. sind Schüler in blauen T-Shirts der Aktion am Rathaus in Gerbrunn mit dabei. Foto: Dita Vollmond

Klar, die 1700 Vereine, Initiativen und Organisationen in den 52 Gemeinden des Landkreises Würzburg haben es schwer, Nachwuchs zu finden. Aber das allein ist nicht das Thema des Projekts Feel FR.E.E. – Freiwillig. Ehrenamtlich. Engagiert. Die Idee ist, junge Menschen ab 13 Jahren in eine Welt hineinschnuppern zu lassen, die ihnen vielleicht eher fremd ist, aber spannende Erfahrungen bieten kann. Kerstin Gressel von der Servicestelle Ehrenamt des Landratsamtes Würzburg, die das Programm betreut, will junge Leute für bürgerschaftliches Engagement begeistern. Und das gelingt ihr ganz offensichtlich.

„Ich schau mit jedem, wo die Herzensthemen sind“, sagt sie. Und dann vermittelt sie die Schüler und Schülerinnen an Einsatzstellen für ein Schuljahr. Dabei sei alles, was man sich an Ehrenamt so ausdenken kann, angefangen bei Sportvereinen, über die Tafeln und Rettungsdienste bis zum Kulturbereich. „Ein Schüler arbeitet sogar in der Tontechnik bei einem Freilichtspiel mit“, erzählt Gressel.

„Ein Schüler arbeitet sogar in der Tontechnik bei einem Freilichtspiel mit.“

Kerstin Gressel, Servicestelle Ehrenamt das Landkreises Würzburg

Die Ergebnisse des Deutschen Freiwilligensurvey zeigten, dass die Bereitschaft, sich als Erwachsener ehrenamtlich zu engagieren, davon abhängt, ob man in jungen Jahren bereits positive Erfahrungen mit freiwilligem Engagement gemacht habe, weiß Gressel. Die 13-Jährigen seien dafür eine tolle Zielgruppe. Sie seien noch sehr offen, interessiert und begeisterungsfähig. „Und bei dem Projekt oft erstmals eigenverantwortlich unterwegs“, sagt sie.

Ohne Unterstützung würden sie sich häufig keinem Verein anschließen, ist sie überzeugt. „Die Hürden für die Jugendlichen sind sehr hoch“, beobachtete sie. Oft wüssten sie nicht so recht, was sie überhaupt interessiert. Sie kämen nicht auf die Idee, aktiv zu werden, wenn sie niemand anspricht.

Zum Gespann gehört ein Junger und ein Erwachsener

Vereinshomepages und übliche Vorgehensweisen der Vereine lockten sie meistens nicht gerade. Homepages seien vielfach zu allgemein und die üblichen Jobangebote der Organisationen oft zu unpersönlich. Darüber hinaus seien selbst junge Leute, die am Engagement interessiert sind, nicht immer so selbstständig, forsch mit dem Vorstand Kontakt aufzunehmen.

Sie begleitet die Jugendlichen deshalb zu Vorstellungsgesprächen. Außerdem arbeiten bei Feel FR.E.E. immer Gespanne aus einem jungen Menschen und einem Erwachsenen in den Vereinen zusammen. Das komme an, sagt Gressel.

Die Jugendlichen hätten das Gefühl, es interessiere sich jemand für sie und ihre Interessen. Die Erwachsenen lernten, die Jugendlichen etwas ausprobieren zu lassen. Und im Idealfall lernten beide voneinander und erweiterten ihre jeweilige Perspektive.

Der Film kommt Ende des Jahres

Das Programm gibt es seit vier Jahren. Bisher seien alle Vereine dabei geblieben, und gefühlt ein Viertel der bisher beteiligten Jugendlichen hielte den Vereinen weiterhin die Treue. Seit Beginn wurden 217 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beraten und vermittelt, allein 94 Jugendliche im Schuljahr 2019/20.

Künftig wird das Programm in den Schulen mit einem Film vorgestellt. Den erarbeiten gerade ehrenamtliche Jugendliche aus dem ganzen Landkreis zusammen mit Werbefilm-Profis. Auch das ist eine Erfahrungs-Möglichkeit im Rahmen des Projekts Feel FR.E.E.

Dafür wurden die Jugendlichen in Filmtechnik geschult und assistieren dem Filmteam an den Drehtagen. Im Laufe des Sommers wird in Kooperation mit den Ehrenamtlichen aus dem ganzen Landkreis der Film fertiggestellt und Ende des Jahres veröffentlicht.

Trainingsassistenten mit Trainer im Sportverein: ebenfalls eine Einsatzmöglichkeit und ein Screenshot aus dem Film bei Dreharbeiten in Thüngersheim. Foto: Christoph Kirchner

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