WÜRZBURG

Entschärftes Silvester mit 4500 Plastikbechern

Wolfgang Kleiner wirkte bei der Pressekonferenz zur „Straßen-Silvesterfeier“ sichtlich entspannt. „Das Konzept 'Sicherheit in der Silvesternacht' hat sich in den vergangenen neun Jahren bewährt“, sagte der Kommunalreferent am Freitag im Rathaus. Von 22 Uhr bis 2 Uhr in der Früh wird wie in den Vorjahren in der Domstraße und auf der Alten Mainbrücke eine „Sperrzone“ eingerichtet, in der „Glasflaschen, Gläser, Bierkrüge und sonstige zerbrechliche Getränkeverpackungen sowie Feuerwerkskörper aller Art“ verboten sind.

So ist es auch auf einem Flyer zu lesen, den der „Fachbereich Allgemeine Bürgerdienste“ herausgegeben hat. Generell gilt: „Die Bürger werden gebeten, sorgsam mit Glas umzugehen“ – denn hier ist die Verletzungsgefahr besonders hoch. Für den Zugang zur „Sperrzone“ stehen sieben offizielle Eingänge zur Verfügung. Und wer innerhalb der Sperrzone Flüssiges zu sich nehmen will, kann dies aus einem der 4500 von der Stadt zur Verfügung gestellten Plastikbechern tun, die anschließend in 50 Mülltonnen entsorgt werden sollen.

Eine weitere Gefahrenquelle: die Feuerwerkskörper. So wies Harald Rehmann von der Berufsfeuerwehr Würzburg beim Pressegespräch darauf hin, dass nur mit einer BAM-Nummer versehene und zugelassene Feuerwerkskörper gezündet werden sollen. Außerdem sei es sinnvoll, brennbare Gegenstände von Balkonen und Veranden zu entfernen. Falls es doch zu einem Brand kommen sollte, sei die Feuerwehr – wie auch die Rettungsdienste – unter der bekannten Telefonnummer „112“ zu erreichen. Ein Feuerwerksverbot gilt für den gesamten Residenzplatz um das besonders schützenswerte „Weltkulturerbe“ Residenz.

Festung und Käppele sind tabu

Für Feierfreudige gänzlich tabu bleiben in der Silvesternacht zwei wegen ihrer Aussicht besonders beliebte Baudenkmäler, die durch Feuerwerkskörper beschädigt können: Das Käppele ist am Montag ab 17 Uhr geschlossen, die Tore der Festung schließen sich um 20 Uhr.

Die dritte Haupt-Gefahrenquelle: Alkohol. „Alkoholisierte Jugendliche werden ihren Eltern zugeführt“, betonte der stellvertretende Dienststellenleiter Alexander Streng. Und wie schon im vergangenen Jahr konzentrieren sich die Polizisten, von denen „ausreichend viele im Einsatz sind“, auf Alkoholkontrollen. Die Einsatzleitung liegt in diesem Jahr bei René Schwalb von der Wasserschutzpolizei. Die Sicherheit der Feiernden garantieren auch 30 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes.

Mit zusätzlichen Rettungswagen wappnen sich das Bayerische Rote Kreuz, die Johanniter und die Malteser für die Silvesternacht in Stadt und Landkreis. „Erfahrungsgemäß steigt das Notfallaufkommen in der Silvesternacht“, sagt Johanniter-Einsatzleiter Uwe Kinstle. Dank der ehrenamtlichen Helfern stünden während des Jahreswechsels „doppelt so viele Rettungswagen zur Verfügung wie sonst“. Insgesamt haben die drei Hilfsorganisationen zehn Fahrzeuge im Einsatz. „Die Silvesternacht ist ein Ausnahmezustand, da entlasten wir unsere hauptamtlichen Kollegen sehr gerne“, sagt Bereitschaftsführer Manuel Hassemer von den Johannitern über den Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer.

„Wenn Personen im Freien liegen, muss der Notruf unter 112 schnell erfolgen, die Person darf nicht alleine gelassen werden“, warnt der diensthabende Einsatzleiter. Kinstles Tipp: „Am besten mit Jacken, Decken oder ähnlichem zudecken und in die stabile Seitenlage drehen.“ Und er versichert, dass bei etwaigen Großschäden in der Silvesternacht nochmals rund 100 ehrenamtliche Helfer vom Bayerischen Roten Kreuz, den Johannitern und den Maltesern alarmiert werden können.

Stadtreiniger im Großeinsatz

Für die reibungslose „Entsorgung“ der Neujahrsnacht sorgen dann ab 4 Uhr die Stadtreiniger. Chef-Stadtreiniger Robert Hopfenmüller wies darauf hin, dass am vergangenen Neujahrstag 6180 Kilogramm Müll angefallen waren – eine deutliche Steigerung gegenüber 5400 Kilogramm bei Jahresbeginn 2011. Bis 8.30 Uhr werden 50 Einsatzkräfte an der Entfernung des Silvestermülls in der Innenstadt beteiligt sein. Dann sind die Außenbereiche an der Reihe.

Bemerkenswert: Auch dieses Mal unterstützt die Jugendorganisation der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“, einer muslimischen Glaubensgemeinschaft, die Arbeit der Stadtreiniger. „Sie zeigen somit Bürgerengagement für ein sauberes Würzburg“, hebt eine Pressemitteilung der Stadtreiniger hervor. Und Stadtsprecher Georg Wagenbrenner fügt hinzu: „Es wäre schon, wenn sich auch andere Bürger entschließen könnten, diesem Vorbild nachzueifern.“

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