UNTERPLEICHFELD

Er kam, sah und siegte

Der 14-jährige Kickboxer Jonas Friedrich mit Weltmeister-Medaillen und Pokalen. Foto: Rainer Weis

Der junge Jonas wurde schon von klein auf von seiner Mutter, einer Kung Fu-Kämpferin, zu Kampfsport-Veranstaltungen mitgenommen. Dadurch wurde offenbar das Interesse für diese Art von Sport bei ihm angeregt. Dann lernte er das Kickboxen und war sofort von dieser Sportart begeistert. Jonas suchte im Frühjahr 2017 die Kampfsportschule Müller in Schweinfurt auf und ließ sich die Sportart und den Trainingsablauf erklären. Doch damit beließ er es nicht. Er meldete sich Tage später in der Schule an und lernte mit viel Eifer das Kickboxen. Beim Training erkannte Trainer Georg Müller sein Talent in seinen schnellen, harten und körperbetonten Bewegungen und war sich sicher: „Da geht noch mehr.“ Müller förderte ihn weiter. Also vereinbarten sie, dass Jonas doch öfter trainieren solle, um Bewegungsabläufe und Zielgenauigkeit besser zu koordinieren. So ist 14-Jährige drei Mal in der Woche zwei bis drei Stunden in der Kampfsportschule, um richtig fit zu werden und sein Eifer und Ehrgeiz halfen ihm dabei, immer besser zu werden.

Dann kam Müller Ende vergangenen Jahres auf Jonas zu und schlug ihm vor, an der Weltmeisterschaft in Bregenz beim „Open Wold Cup“ bei den Black Dragon Bregenz teilzunehmen. Spontan sagte Jonas zu und fuhr er mit der Schule und weiteren 38 Kindern zu insgesamt 60 Kämpfen in vier Disziplinen: Kick light, light contact, rumble und kata. Über 900 Sportler aus ganz Europa nahmen an dem Turnier teil. Jonas hatte sich zu den beiden Disziplinen light contact und kick light jeweils in der Gewichtsklasse unter 55 Kilogramm als U14 angemeldet.

Im Ausscheidungskampf gegen einen Österreicher gewann Jonas mit 2:1 und wurde Weltmeister in der Disziplin light contact.

Danach trat er in der Sportart kick light an und war auch hier sehr erfolgreich. Im entscheidenden Finalkampf besiegte er ebenfalls seinen Gegner mit einem 3:0 Schiedsrichter Entscheid und erhielt dafür seinen zweiten Weltmeistertitel in dieser Klasse.

Ein Kampf dauert zwei Minuten und erfordert viel Kraft und Konzentration. Als Sieger in den beiden Sportarten erhielt er jeweils eine Medaille sowie einen Pokal.

Als er anschließend auf der Siegertreppe stand, war er zusammen mit seiner Mutter und seinem Trainer Georg Müller stolz, für sein Land angetreten zu sein.

Auf die Frage, ob ihm jemand zum Sieg gratuliert habe, kam von ihm die trockene Antwort: „Niemand, unter anderem, weil es niemand weiß. Außerdem sei Kickboxen keine alltägliche Sportart und werde in den Medien fast nicht beachtet.

Was ist Kickboxen?

Kickboxen ist eine Kampfsportart, bei der das Schlagen mit Füßen und Händen wie bei den Kampfsportarten Karate oder Taekwondo mit konventionellem Boxen verbunden wird. Tiefschläge sind immer tabu, jedoch sind in manchen Kampf-Stilen Tritte auf die Oberschenkel erlaubt. Verbandsabhängig unterschiedlich geregelt ist auch die Verwendung von Fußfegern. Eine Technik, mit denen der Gegner aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Allen Verbänden gemeinsam ist das Verbot des Schlagens auf den Rücken und auf Gegner, die am Boden liegen, sowie das Werfen des Konkurrenten.

Kickboxen als Wettkampfdisziplin geht auf das Jahr 1974 zurück, es hieß damals „All Style Karate“, „Sport-Karate“ oder „Contact-Karate“. In diesem Jahr einigten sich die Gründer des Weltverbandes WAKO (World Association of Kickboxing Organisations), Mike Anderson, Georg F. Brückner und andere darauf, die traditionellen fernöstlichen Kampfmethoden wie Taekwondo, Karate, Kung Fu, zu einem sportlichen Wettkampf mit einheitlichen Regeln zu machen und gegen andere Kampfsysteme anzutreten.

Der 14jährige Kickboxer Jonas Friedrich und Schulleiter Rektor Rudolf Suttner. Foto: Rainer Weis

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