WÜRZBURG

Erinnerung an die Werte Europas

Die Gläubigen mit den Kerzen in Händen bildeten eine beeindruckende Kulisse bei der Nepomuk-Feier im vergangenen Jahr auf der Alten Mainbrücke. Heuer wird 60 Jahre Wiederaufstellung der Heiligenfigur gefeiert. Foto: Markus Hauck, POW

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg war der heilige Nepomuk am 13. Mai 1956 als erster der Brückenheiligen wieder aufgestellt worden. „Die damals durch die finanzielle Unterstützung vieler Heimatvertriebener restaurierte und wiedererrichtete Statue auf der Alten Mainbrücke erinnert an die Werte, denen sich Europa verpflichtet weiß“, schreibt Bischof Friedhelm Hofmann im Grußwort zur Festschrift.

Mit einer Sankt-Nepomuk-Feier am Samstag, 7. Mai, wird das Jubiläum „60 Jahre Wiederaufstellung der Sankt-Nepomuk-Statue auf der Alten Mainbrücke“ gefeiert. Sie ist zugleich, laut einer Pressemitteilung des Bischöflichen Ordinariats, der diözesane Auftakt zur Renovabis-Pfingstaktion 2016 unter dem Motto „Jung, dynamisch, chancenlos? – Jugendliche im Osten Europas brauchen Perspektiven!“.

Im Mittelpunkt der Aktion stehen heuer die Jugendlichen im Osten Europas. Auf dem Programm der Nepomuk-Feier stehen ein Vortrag zur Nepomuk-Verehrung, ein Festgottesdienst im Neumünster sowie die Andacht auf der Alten Mainbrücke mit Lichterschwimmen.

Unter der Überschrift „Die Nepomuk-Verehrung – gestern und heute“ steht ein Vortrag von 18 bis 19 Uhr im Burkardushaus. Dr. Jaroslav Šebek (Prag), Mitarbeiter des Instituts für Geschichte der tschechischen Akademie der Wissenschaften, betrachtet den Wandel in der Verehrung des heiligen Johannes Nepomuk über die Jahrhunderte. Diese habe ihre Blüte in Böhmen im 17. Jahrhundert erreicht, heißt es in der Einladung. Sie sei auch als Gegenkult inszeniert worden, um die Verehrung des tschechischen Reformators Jan Hus zu verdrängen. Heute gelte die Nepomuk-Statue auf der Alten Mainbrücke als Symbol des Brückenbauens zu den östlichen Nachbarn, vor allem Tschechien. Veranstalter sind die Domschule Würzburg und die Ackermann-Gemeinde.

Um 20 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Neumünsterkirche mit Monsignore David Henzl, Generalvikar der Diözese Budweis. Im Rahmen des Gottesdienstes wird Pfarrer Klaus Oehrlein als Geistlicher Beirat der Ackermann-Gemeinde Würzburg eingeführt. Es singen der Sankt-Nepomuk-Chor und ein Chor aus Budweis. Nach dem Gottesdienst ziehen die Gläubigen, begleitet von der Blaskapelle Gropp, in einer Lichterprozession zur Alten Mainbrücke. Der Andacht vor der Nepomuk-Statue auf der Mainbrücke schließt sich das traditionelle Lichterschwimmen an, das von der Fischerzunft und der Wasserwacht organisiert wird.

Bereits um 14 Uhr tritt das Kammerorchester „Collegium musicum Budwicense“ aus Budweis im Rahmen des Europatags auf dem Unteren Markt in Würzburg auf.

Die Kollekte der Nepomuk-Feier ist dafür bestimmt, Lebens- und Berufschancen für die Jugendlichen in Osteuropa zu schaffen. Nach Angaben des Hilfswerks „Renovabis“ spendeten die Katholiken im Bistum Würzburg bei der Pfingstaktion 2015 insgesamt 181 094,31 Euro. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 183 566,71 Euro gespendet. Die Nepomuk-Feier wird veranstaltet von der Ackermann-Gemeinde, den Egerländer Gmoi, der Fischerzunft, dem Frankenbund Würzburg, der Landsmannschaft der Oberschlesier, dem Main-Franken-Kreis, der Sudetendeutschen Landsmannschaft und der Wasserwacht Würzburg.

Anmeldung zum Vortrag und weitere Informationen bei der Domschule Würzburg, Tel. (09 31) 38 64 31 11, E-Mail info@domschule-wuerzburg.de

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