Würzburg

Ermittlung zu Todesschuss auf Polizeischüler zieht sich hin

Die Kugel, die vor sechs Monaten in der Bepo-Kaserne in Würzburg einen angehenden Ordnungshüter traf, kam aus der Waffe eines Freunde. Wie es dazu kam, ist noch immer ungeklärt.
Große Anteilnahme herrschte bei der Beisetzung des erschossenen Polizeischülers unter Angehörigen und Polizeibeamten in Franken. Foto: Anand Anders

Die Nachforschungen zum Tod des Würzburger Polizeischülers Julian K., der durch die Waffe eines Stubenkameraden starb, scheinen schwieriger zu sein als angenommen. Sechs Monate nach dem Schuss aus der neuartigen Dienstpistole in der Kaserne der Bereitschaftspolizei ist ein Ergebnis darüber, wie und warum es zu dem tödlichen Schuss kam, nicht in Sicht. "Die Ermittlungen dauern an", sagte Boris Raufeisen, Sprecher der Würzburger Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage. Die Untersuchung führt das Landeskriminalamt im Auftrag der Staatsanwaltschaft.

Getötet durch die Kugel eines Freundes

Am 28. Februar hatten sich in der Kaserne der Bereitschaftspolizei im Würzburger Stadtteil Zellerau ein 19- und ein 21-jähriger Polizeischüler für den Wachdienst fertig gemacht. Dabei fiel im Zimmer der beiden ein Schuss. Die Kugel aus der Dienstpistole des 19-Jährigen verletzte den Freund aus einem Ort im Landkreis Schweinfurt tödlich am Kopf – ob direkt oder durch einen Querschläger, ist noch Gegenstand der Untersuchungen.

Beide waren im zweiten Ausbildungsjahr und hatten in der Ausbildung die Handhabung mit der Waffe vielfach geübt. Beide hatten am Tag zuvor Wache in der Kaserne in der Sedanstrasse geschoben. Nach Ende des Dienstes nahmen sie die Magazine aus der Pistole und gaben sie in der Wache ab, heißt es inzwischen. Dort wurden die Magazine aber wohl nicht mehr kontrolliert, die Patronen nicht gezählt. Sie kamen gleich in den Waffenschrank, sodass niemandem auffiel, dass eine Kugel im Lauf der Pistole geblieben war.

Herrmann: Neue Polizeipistole ist nicht verantwortlich 

Das Opfer soll an einem Kopfschuss gestorben sein. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte Mutmaßungen zurückgewiesen, dass ein Bedienungsfehler mit der neu eingeführten Polizeipistole SFP 9 die Ursache sein könnte. Völlig unbeabsichtigt könne sich der Schuss nicht lösen: "Es muss jemand den Abzug betätigt haben", so Herrmann. "Die entmunitionierte Waffe darf mit auf die Stube genommen werden. Aber es darf keine Munition dabei sein."

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