Veitshöchheim

Evangelische Militärseelsorge feierte 50-jähriges Bestehen

Der Veitshöchheimer Militärpfarrer Johannes Müller war bereits viermal im Auslandseinsatz.
50 Evangelische Militärseelsorge am Standort Veitshöchheim feierten (v.l.n.r.): Bürgermeister Jürgen Götz, Militärpfarrer Johannes Müller, Militärbischof Sigurd Rink aus Berlin, Regionalbischöfin Gisela Bornowski aus Ansbach, Generalmajor Bernd Schütt und Altbürgermeister Rainer Kinzkofer. Foto: Dieter Gürz

Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Wochen konnte Militärpfarrer Johannes Müller Militärbischof Sigurd Rink aus Berlin willkommen heißen. Der Militärbischof zelebrierte anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Evangelischen Militärseelsorge Veitshöchheim den Gottesdienst im Speisesaal der Balthasar-Neumann-Kaserne (BNK), den das Heeresmusikkorps Veitshöchheim musikalisch umrahmte.

Hier geht's zum Interview mit Militärbischof Sigurd Immanuel Rink

Divisionskommandeur Generalmajor Bernd Schütt stufte die Militärseelsorge als festen und nicht mehr wegzudenkenden Teil der Kaserne ein, die Orientierung und Unterstützung für alle Bundeswehrangehörigen in der Heimat und im Einsatz bietet. Nicht hoch genug einzuschätzen, so der Kommandeur, sei die seelische Betreuung der Kameraden im Auslandseinsatz. Gerade diese bedürfen einer geistigen Stütze und eines moralischen Halts, um die menschliche Orientierung nicht zu verlieren.

Sieben Militärpfarrer seit 1968

Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz rief in Erinnerung, dass nach dem Einzug der ersten Soldaten des Sanitätsbataillons, der Feldjäger- und Nachschubkompanien, des Heeresmusikkorps und weiterer kleiner Dienststellen im Jahr 1965 drei Jahre später, zum 1. September 1968, auch die evangelische Militärseelsorge in der BNK ihren festen Platz fand. "In den vergangenen fünf Jahrzehnten durften wir erleben, dass die Aktivitäten der militärischen Seelsorge sich nicht auf das Gelände hinter Kasernentoren beschränkt, sondern immer wieder auch aktiv den Kontakt zur bürgerlichen Welt sucht", so Götz.

Johannes Müller ist seit 1. März 2010 evangelischer Militärpfarrer in der BNK und für die Betreuung von 500 evangelischen Mitbürgern in Uniform an den Bundeswehrstandorten Veitshöchheim und Volkach sowie an einigen Außenstellen zuständig.

Er ist damit seit der Einrichtung einer Seelsorgestelle in der BNK im Jahr 1968 der siebte Militärpfarrer. Vor ihm waren in dieser Funktion in Veitshöchheim Werner Plesch, Karl-Heinz Wagner, Dietrich Braun, Friedrich Wunderlich, Karl-Heinz Brendel und Gerhard Zellfelder tätig. Pfarrhelfer gab es bisher nur drei. Kurt Dollinger verrichtete dieses Amt 34 Jahre lang bis 2002. Ihm folgte Ulrich Sachse, und ab 2014 bis heute Markus Schech.

Zusammenhalt unter den Soldaten

Johannes Müller hatte bisher vier Auslandseinsätze zu bestreiten: jeweils vier Monate 2012 im Kosovo und 2015 in Afghanistan; zwei Monate 2017 in Mali, und heuer drei Wochen in Litauen. Am meisten belastet hat ihn bei diesen Einsätzen die Trennung von der Familie. Müller: "Man kommt als anderer Mensch zurück, wenn man zuvor das intensive soldatische Leben nicht gewohnt war und, aus einer reichen Welt kommend, sehen muss, wie die Menschen, wie in Mali, dahinvegetieren müssen."
Es sei aber nicht alles negativ, die positiven Eindrücke würden überwiegen. Besonders positiv habe er die Kameradschaft und den Zusammenhalt unter den Soldaten schätzen gelernt.

Einen großen Stellenwert in seiner seelsorgerischen Tätigkeit haben bei ihm zur Vermittlung ethischer Werte der lebenskundliche Unterricht und die acht einwöchigen Rüstzeiten, an der bis zu 60 Soldaten mit ihren Familien teilnehmen.

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink. Foto: Dieter Gürz
Der evangelische Militärpfarrer Johannes Müller. Foto: Dieter Gürz

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