WÜRZBURG

Experte warnt: Datenklau geht sehr schnell

Um Chancen und Risiken der Nutzung von Smartphones und Internet drehte sich der Business Campus in der VR-Bank in Würzburg.
Im Mittelpunkt der Reihe „Würzburg trifft . . . „  stand ein Vortrag des Kriminalisten und Datenschutz-Experten Andreas Arnemann zum Thema „Wie gut sind unsere Daten auf Handy oder Laptop vor Datenklau und Missbrauch geschützt?“ Die Antwort „Oft viel zu wenig.“

 Sein Vortrag und die Diskussion mit Vertretern der heimischen Wirtschaft zu Chancen und Risiken der Nutzung der modernen Technik ist im Internet als Video zu sehen:




  Bruno Fraas, Initiator des Business Campus, und Moderator Tilman Meuser hatten sich für dieses Thema entschieden, „weil viele unserer mittelständischen Mandanten, aber auch Privatleute sich nicht ansatzweise vorstellen können, welche Risiken beim unvorsichtigen Umgang beispielsweise mit Smartphones bestehen“.

Im Kontext der Veranstaltung präsentierte die von Fraas gegründete Firma BFP den neuen Internetauftritt bf-p.de mit innovativen Social Media-Maßnahmen und Bewegtbild erstmals der Öffentlichkeit.

Sicherheitsexperte Arnemann versuchte vor Vertretern der heimischen Wirtschaft das Bewusstsein für das Risiko zu schärfen: „Wenn eine Firma plötzlich über Geschäftsrückgang, Verlust von Marktanteilen, die zunehmende Stärke der Konkurrenz klagen, Wettbewerbsnachteile bei Ausschreibungen feststellt oder bei Konkurrenzunternehmen unverhofft identische, vergleichbare Produkte und Konzepte bemerkt – da liegt der Verdacht nahe, dass man Opfer von Datenspionen wurde,“ sagte er im Interview mit unserer Redaktion.

Zu 70 Prozent sind es kleine und mittelständische Unternehmen, die das Ziel von Datenspionage oder der Installation von Programmen zur Schädigung der Programme sind – nicht nur von Geheimdiensten, auch von Konkurrenten oder Privatpersonen.

Arnemann liegt daran, bei jedem Smartphone-Benutzer und privaten Laptop-Besitzer das Bewusstsein für die Gefährdung zu schärfen – erst recht bei Firmen, die per Internet ihr Geschäft betreiben.

Technisch ist der Datenklau längst kein Problem mehr: Zwei Minuten an der nächsten Ampel genügen, um vom nebenstehenden Fahrzeug aus sämtliche Daten eines Smartphones abzuziehen. „James Bond-Phantasien? Nein – inzwischen oft Alltag“, betonte Arnemann. Und fügte hinzu: „Wer könnte von Ihren Interna profitieren? Der Chef? Ihr direkter Wettbewerber im Markt? Ihr Konkurrent auf der Karriere-Leiter? Ihre eifersüchtige Frau?“

Laut Arnemann ist es aber relativ leicht und kostengünstig, sich zu schützen, wie er an konkreten Beispielen zeigt: Handys und Laptops nicht unbeaufsichtigt liegenlassen. Aufpassen, was man anklickt und auf Reisen sensible Daten für Vorträge lieber einmal auf Papier ausgedruckt mitnehmen statt den Laptop mitschleppen, auf dem sensible Daten relativ leicht abgeschöpft werden können.

„IT-Sicherheit ist Chefsache,“ betonte er. Zum Schutz der eigenen Daten müssten Mitarbeiter immer wieder sensibilisiert werden, welche Praktiken bei der Nutzung von Internet und Smartphones Risiken darstellen.

Beim BFP-Business Campus, einem jährlich stattfindenden Forum für Gesellschaft, Wirtschaft und Recht, wurden auch Chancen der Nutzung der neuen Technik an ermutigenden Beispielen präsentiert: Susanne Raup organisiert den bundesweiten Ticket-Verkauf der Würzburger Manfred Hertlein GmbH, eines der größten Konzertveranstalter Deutschlands.

Für ihr Unternehmen wird Sicherheit in dem Bereich immer wichtiger, denn der Kartenverkauf läuft immer stärker übers Internet und Smartphone. Eintrittskarten per Papier und Vorverkaufsstellen gehören wohl bald der Vergangenheit an, der Kunde bestellt online und zeigt die Karte dann beim Konzertbesuch als Datei auf seinem Smartphone.

Im Internet spielt auch die Erfolgsgeschichte von Helge Ruff aus München, einem der beiden Geschäftsführer von schlagerplanet.com, dem erfolgreichsten Onlineportal auf dem Gebiet im Schlagerbereich mit Service wie Storys, Bildern Kontakten zu diesem Thema und rund 450.000 Friends auf Facebook.

Jürgen Filser von der VR-Bank Würzburg beleuchtete den Aspekt „Wie sicher und gut ist das eigene Online-Banking?“ Er räumte ein, dass in der Anfangsphase des Online-Bankings sicher Nachholbedarf bei Banken und Kunden da war. Er ließ eine Zahl sprechen: „Inzwischen haben wir allenfalls bei 1,2 Millionen Zahlungsvorgängen einen Schadensfall“.

BF-P-Anwalt Alexander Stahl – Partner der Firma, die sich auf Beratung von Wirtschaftsunternehmen und Privatkunden spezialiert hat - betonte die Wichtigkeit abgesicherter Computersysteme für den Dialog mit Mandanten. Dabei wechseln sensible Daten hin und her, auch über Ländergrenzen mit unterschiedlichen Rechtsauffassungen von Datenklau hinweg.

Für diese Gefährdung müsse man Mandanten sensibilisieren, die manchmal allzu sorglos interne Wirtschaftsdaten über anzapfbare Leitungen verschicken – auch über Ländergrenzen hinweg, bei denen es unterschiedliche Rechtsauffassungen über die Strafbarkeit von Datenklau gibt.

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