Würzburg

FDP-Jahresempfang: "Klare Vorstellungen für Stadt der Zukunft"

Man hat bei der FDP klare Ideen, wie ein Würzburg der Zukunft aussehen soll. Was dafür geschehen muss, das gab es beim Jahresempfang der Liberalen zu erfahren.
Julia Pretz, die Nummer eins auf der Vorschlagsliste der FDP für die Stadtratswahl am 15. März, sagt, bei der FDP habe man klare Vorstellungen, wie am die Stadt in der Zukunft sehen wolle. Foto: Silvia Gralla

Es ist nur eine kleine Fraktion aus zwei FDP-Räten und einer Stadträtin des Bürgerforums im Würzburger Stadtrat, aber bei wichtigen Entscheidungen bildet sie bisweilen das Zünglein an der Waage. Entsprechend selbstbewusst trat man beim Jahresempfang des Kreisverbandes Würzburg der FDP am Sonntagnachmittag im Burkardushaus auf. Denn sowohl Bürgerforum wie auch FDP unterstützen die Kandidatur des amtierenden Oberbürgermeisters bei der Wahl am 15. März.

"Mit dieser Motivation treten wir gemeinsam wieder an"

Nach der Begrüßung der rund 200 Gäste durch den Kreisverbandsvorsitzenden und FDP-Bundestagsabgeordneten Andrew Ulmmann und seinen einleitenden Worten - "Wir haben bei dieser Wahl eine starke Liste, wenn nicht sogar die stärkste Liste aufgestellt, die wir je hatten" - übernahm Oberbürgermeister Christian Schuchardt das Wort. Er freue sich über die positive Resonanz auf das, was in den letzten Jahren in der Stadt geschehen sei, so Schuchardt."Dies spüre ich auch immer wieder beim Wahlkampf an der Tür, wie zuletzt in der Lindleinsmühle."

"Wir müssen Würzburg zu einer Smart-City machen"
Julia Bretz - Spitzenkandidatin der FDP

"Und mit dieser Motivation treten wir gemeinsam wieder an", kündigte der Oberbürgermeister an. "Und zwar zusammen mit dem Bürgerforum, der FDP und der CSU", bekräftigte Schuchardt, was Bürgerforums-Chefin Charlotte Schloßareck und die CSU-Kreisvorsitzende  Christine Bötsch mit einem Nicken kommentierten. 

Die sieben Spitzenkandidaten der FDP samt Oberbürgermeister (von links): Joachim Spatz, Astrid Schenkel, OB Christian Schuchardt, Julia Pretz, Wolfram Fischer, Ines Hensel, Andrew Ullmann und Tobis Dutta. Foto: Silvia Gralla

Dann übernahm Joachim Spatz, Nummer zwei auf der Vorschlagsliste der FDP für die Stadtratswahl, das Mikro. "Der Stillstand ist überwunden, und jetzt wird oft schon darüber gesprochen, dass es manchen nicht schnell genug vorwärts geht", sagte er. Bemerkenswert sei seiner Ansicht nach, dass trotz vieler Projekte, die vorangetrieben worden seien, immer noch genug übrig geblieben sei, um gleichzeitig Schulden abzuzahlen. Es dürfe nicht sein wie in Innsbruck, das der Stadtrat im vergangenen Jahr besucht hatte, wo der ÖPNV gut in Schuss sei, aber dann für die Schulen nichts übrig bleibe.  

Im Bereich der Digitalisierung sieht Spatz die stadteigene WVV in der Pflicht

In Sachen Wohnungsbau könne man eine Entlastung des Marktes nur durch drei Dinge erreichen: Neue Baugebiete, Verdichtung oder höheres Bauen. "Aber man kann nicht gegen alles sein und dann in Sonntagsreden den Wohnungsmangel beklagen", schoss er unter Applaus auf den politischen Gegner. Man müsse weniger verbieten, mehr überzeugen, so Spatz. Im Bereich der Digitalisierung sieht er die stadteigene WVV in der Pflicht, nur so sei eine flächendeckende Erschließung der Stadt möglich. "Wir müssen sehen, dass wir an vielen Stellen ideenoffener werden und uns Debatten sparen", forderte Spatz. 

Auch Parkplätze sind für die Spitzenkandidatin ein Thema

Julia Bretz, Listenführerin der FDP für die Wahl, nannte anschließend das Thema Verkehr als ein Thema, das ihr unter den Nägeln brenne. Mit dem Wachstum der Stadt gehe auch mehr Verkehr einher, sagte sie. Es helfe aber nicht, Verkehrsmittel auszugrenzen oder zu verbieten. "Wir müssen sie besser vernetzen", forderte die Spitzenkandidatin. Dies tue man zum Beispiel gerade im Bereich des Radverkehrsnetzes, wo die Stadt jetzt drei Millionen Euro in die Hand genommen habe. 

Auch Stadtbaurat Benjamin Schneider und die Fränkische Weinkönigin Carolin Meyer gehörten zu den Zuhörern beim Jahresempfang der FDP im Burkardushaus. Foto: Silvia Gralla

Zwei weitere große Posten sind für sie Park & Ride und die intelligente Steuerung bestehender Verkehre mit Bevorzugung der Busse. Auch Parkplätze sind für sie ein Thema. "30 Prozent des Verkehrs in der Stadt sind Parksuchverkehr, das können wir durch 'Smart-Parking' deutlich reduzieren. Wir müssen Würzburg zu einer Smart-City machen" forderte sie, "da können wir noch einen Zahn zulegen". Dabei könne die Stadt auf die klugen Köpfe aus Uni und FH zurückgreifen. "Wir haben nämlich klare Vorstellungen, wie wir unsere Stadt in der Zukunft sehen wollen", schloss sie unter Applaus der Zuhörer.

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