Würzburg

FWG: Stadtrats-Antrag für mehr Park & Ride

Anstelle dieser SB-Autowäsche in der Frankfurter Straße 100 zwischen Tedox und Matterstock könnte ein Park & Ride-Parkhaus entstehen. Foto: Thomas Obermeier

Will die Stadt die Ziele desvon ihr verabschiedeten Green-City-Planes erreichen, wird über kurz oder lang der Großteil der Autos aus weiten Teilen der Innenstadt verschwinden müssen. Da hilft es aber nicht, einfach Parkflächen der Innenstadt in Fußgängerzonen umzuwandeln, wie jüngst in der Sterngasse, Am Bruderhof und in der Plattnerstraßegeplant, es müssen Alternativen für  diejenigen geschaffen werden, die nicht auf das Auto verzichten können oder wollen, meinen die FWG-Stadträte Josef Hofmann, Uwe Dolata und Andy Puhl. Nicht jeder Bereich des Umlandes sei zudem durch den ÖPNV ausreichend erschlossen.

Neben der Verbannung der Autos aus der Innenstadt sieht ein weiterer Punkt des Green-City-Planes die Schaffung von Park & Ride-Plätzen in der Peripherie mit gutem Anschluss an das öffentliche Verkehrsnetz vor. Dort setzt nun ein Antrag der drei FWG-Ratsmitglieder an, der auf der Tagesordnung des Umwelt- und Planungsausschusses an diesem Dienstag steht.

Sie möchten, dass die Stadt Planungen für ein Park & Ride-Parkhaus in der Frankfurter Straße 100 wieder aufnimmt, auf einer Fläche zwischen den Firmen Tedox und Matterstock, auf der derzeit eine SB-Autowaschanlage ihren Sitz hat. Knapp 100 Stellplätze auf drei Ebenen in einer oberirdischen Parkgarage in Metallbauweise, mehr noch auf vier oder fünf Ebenen halten sie für möglich. "Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Endhaltestelle Bürgerbräu der Straßenbahnlinien 2 und 4 - und diese Linien führen mitten in die Innenstadt", weiß Josef Hofmann. So könne den Autofahrern aus dem westlichen Landkreis ein attraktives Umsteigeangebot gemacht werden.  "Die Voraussetzung ist allerdings eine vernünftige Verknüpfung mit dem ÖPNV. Zum Beispiel dadurch, dass der Parkschein als Familienticket für die Straßenbahn gilt", sagt Hofmann. "Das ist unabdingbar, damit das Angebot angenommen wird." 

"Park-and-Ride ist ja keine exklusive Idee von uns", fährt er fort. "Das muss aber jetzt schnell gehen, wir können nicht in der Innenstadt alle Parkplätze abschaffen wollen und keine Alternative anbieten." Die Verwaltung sei dabei, eine Liste der für die Verwirklichung des Green-City-Planes erforderlichen Maßnahmen zu erstellen. "Da sollte aber nicht oben stehen, was es schon gibt, sondern das, was sich am schnellsten umsetzen lässt", sagt Hofmann. 

"Die Voraussetzung ist allerdings eine vernünftige Verknüpfung mit dem ÖPNV"
Josef Hofmann - FWG-Stadtrat

"Und dazu gehört das Parkhaus in der Frankfurter Straße", weiß sein Kollege Uwe Dolata. Die Eigentümer seien bereit mit der Stadt über eine andere Nutzung des Waschanlagen-Geländes zu sprechen, zitiert er aus einer E-Mail, die er auf Anfrage von ihnen erhalten habe. Zudem gebe es Pläne, die ein von der SVG beauftragtes Architektenbüro aus Bad Homburg bereits im Februar vorigen Jahres erstellt habe. Bereits 2014 nämlich war am Rande einer Wahlkampfveranstaltung des damaligen Stadtkämmerers und OB-Kandidaten Christian Schuchardt (CDU) bekannt geworden, dass die WSB ein Park & Ride-Parkhaus an eben dieser Stelle als konkretes Projekt verfolge. Das ist nun vier Jahre her.

Der Schotterparkplatz vor der TGW Halle in der Feggrube. Hier hat sich laut FWG-Antrag die Stadt schon Anfang der 1990er Jahre verpflichtet, ein Parkdeck zu bauen. Foto: Thomas Obermeier

Zwei weitere Projekte, so hieß es damals, seien Park & Ride-Parkhäuser an der noch zu bauenden neuen Endhaltestelle der verlängerten Linien 3 und 5 in Grombühl und an einer neuen Endhaltestelle der Linien 2 und 4 in der Königsberger Straße nahe der s.Oliver-Arena. Pläne für ein solches Parkhaus mit 850 Stellplätzen an Stelle des derzeitigen Minigolfplatzes waren Anfang der 1990er Jahre gescheitert.

Aber, darauf weisen Hofmann und Dolata hin, die Stadt habe sich bereits vor dem Bau der Halle der Turngemeinde Würzburg in der Feggrube Anfang der 1990er Jahre vertraglich verpflichtet, als Ersatz für die durch den Bau der Sportanlagen wegfallenden Parkplätze 122 ebenerdige und 248 in einem Parkdeck untergebrachte Stellplätze zu errichten. Da sei bis heute nichts geschehen. "Dabei könnten dort auch Fußball-Fans bei Kickersspielen parken, die müssten dann  nur über die Adenauer-Brücke laufen", sagt Hofmann.

Bei den Haushaltsberatungen 2017 hatte die FWG bereits beantragt, für die Planungen für ein mehrgeschossiges Parkdeck in diesem Bereich 100 000 Euro einzuplanen, hatte dafür aber nicht die erforderliche Mehrheit bekommen.

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