WÜRZBURG

Feinstaub: Kein Grund zur Entwarnung in Würzburg

Dass der Feinstaub-PM10-Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm/Kubikmeter in diesem Jahr am Stadtring Süd bisher nur 23 Mal überschritten wurde, ist nicht der Verkehrs- und Klimapolitik der Stadt Würzburg zu verdanken, sondern allein der günstigen Wetterlage, die nur von Januar bis März ausgeprägte Inversionslagen zeigte. Das betonen die Bürgerinitiativen „Brummis weg vom Stadtring“ und „B 19 Verkehrsberuhigung“ in einer Pressemitteilung auf den Artikel „Feinstaub unter dem Jahreslimit“ dieser Redaktion, der am 27. Dezember erschien.

„Das kann sich 2018 ganz schnell wieder ändern“, schreibt Manfred Neuner für die Bürgerinitiativen“, „denn trotz des Durchfahrtsverbot für Lkw über 3,5 Tonnen seit Februar 2016 hat der massive Kraftfahrzeug-Verkehr auf dem Stadtring aufgrund der unklaren Beschilderung, der unzureichenden Kontrollen und der zahlreichen Ausnahmetatbestände nicht signifikant abgenommen.“

Die Feinstaubquellen in Würzburg sind also nicht weniger geworden, klagt Neuner. Und ergänzt: „Feinstaub ist immer gefährlich. Es gibt keine Untergrenze für vermehrte Schlaganfälle, Herzleiden und Atemwegserkrankungen wie Asthma ausgelöst durch Feinstaub. In der Schweiz gilt zwar auch der 24-Stunden-Mittelwert von 50 Mikrogramm/Kubikmeter, aber dieser darf höchstens einmal pro Jahr überschritten werden.“

Die noch weitaus gefährlicheren PM2,5-0,1-Feinstäube würden am Stadtring gar nicht in die Berechnung einbezogen, betont Neuner. Ultrafeine Partikel könnten bis in das Lungengewebe und sogar in den Blutkreislauf eindringen. Die Folgen reichen von Atemwegsentzündungen über Thrombosen bis hin zu Lungenkrebs.

„Machen wir uns also nichts vor“, erklärt Neunern. „Würzburg wird zusammen mit München wieder einmal Spitzenreiter für schlechte Luft in Bayern. Kein Grund sich zufriedenen zurückzulehnen.“

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