WÜRZBURG

Feuer in der Leistenstraße

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Leistenstraße sind am frühen Montagmorgen elf Menschen verletzt worden. Mehrere Bewohner waren vom Rauch eingeschlossen und wurden von der Feuerwehr mit der Drehleiter gerettet.

Ein Polizist, der einem Menschen aus dem verqualmten Treppenhaus holte, erlitt eine Rauchgasvergiftung.


Kurz nach 4 Uhr am Montagmorgen ging der Notruf bei der Polizeieinsatzzentrale in Würzburg ein: In der Leistenstraße 14 brennt es. Die meisten der etwa 20 Bewohner des Mehrfamilienhauses waren durch Rauchmelder im Treppenhaus geweckt worden. Dem Großteil gelang es, das Haus rechtzeitig zu verlassen.


„Drei Personen standen im zweiten Obergeschoss an den Fenstern ihrer Wohnungen und riefen um Hilfe“, schildert der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Würzburg, Bernd Schäflein, die Situation, die seine Männer vorfanden, als sie um 4.12 Uhr am Brandort eintrafen.
Mit Hilfe der Drehleiter wurden zwei der Rufenden aus dem zweiten Stock gerettet. Einen anderen Bewohner führte die Feuerwehr mittels einer „Fluchthaube“ – eine beschichtete Schutzhaube mit Filter, der vor Rauchgas schützt – über das Treppenhaus ins Freie.

Brand in der Leistenstraße in Würzburg - Elf Menschen wurden bei diesem Kellerbrand am Montagmorgen (21.09.2009) bei diesem Kellerbrand in der Würzburger Leistenstraße verletzt. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar, ebenso die Höhe des Schadens. (Video: Berthold Diem)


Auch die Polizei beteiligte sich an der Evakuierung des Gebäudes. Wie die Pressestelle mitteilt, erlitt ein Polizist eine Rauchgasvergiftung, als er einen Bewohner rettete, der im Treppenhaus um Hilfe gerufen hatte.

Die elf Verletzten wurden von den Rettungsdiensten versorgt. „Zehn wurden mit Rauchgasvergiftungen in Krankenhäuser transportiert“, schildert Uwe Kinstle, der Einsatzleiter der Johanniter, die gleichzeitig mit der Feuerwehr beim Brand waren.

Als klar war, dass die Rettungskräfte für die rund 20 Bewohner nicht ausreichen, ließ der Einsatzleiter die Schnelleinsatzgruppen „Sanität“ alarmieren.

So verstärkten Malteser und Bayerisches Rotes Kreuz die Helfer. Insgesamt waren sieben Rettungswagen, mehrere Spezialfahrzeuge und über 50 Helfer im Einsatz.


Während einige Feuerwehrmänner den Brandherd im Keller über den Hintereingang zu löschen begannen, durchsuchten andere mit Atemschutzgeräten das Gebäude, fanden aber keine weiteren Bewohner. Verstärkt wurde die Berufsfeuerwehr dabei durch die Freiwillige Feuerwehr. Um 4.50 Uhr war das Feuer gelöscht.
 

Die Feuerwehr schätzt den entstandenen Schaden auf zwischen 30  000 und 50  000 Euro.

Wie die Polizei mitteilt, ist der Schwelbrand offenbar in einem leerstehenden Kellerabteil des Hauses ausgebrochen. Der Rauch hat sich dann im Treppenhaus ausgebreitet. Über die Ursache des Feuers gibt es noch keine Auskunft. Die Kriminalpolizei Würzburg ermittelt vor Ort.


Für die Dauer der Löscharbeiten war die Leistenstraße am Montagmorgen zunächst in beide Richtungen und später einspurig gesperrt. Deshalb kam es in den frühen Morgenstunden zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, die sich auch auf den Berufsverkehr ausgewirkt haben. Gegen sieben Uhr war die Straße wieder frei.


„Zum Glück besteht bei den Geretteten keine Lebensgefahr“, sagte der Johanniter Kinstle nach dem Einsatz. Dass der Schwelbrand mit erheblicher Rauchentwicklung keine schlimmeren Folgen hatte, liegt nach Ansicht der Feuerwehr an den Rauchwarn-Meldern. „Dank diesen wurde der Brand rechtzeitig entdeckt“, sagt Einsatzleiter Schäflein.

„Wir weisen deshalb erneut darauf hin, wie sinnvoll die Anschaffung dieser kostengünstigen lebensrettenden Maßnahmen ist.“

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