RIMPAR

Filmfestival unter Bäumen und Sternen

Plakat im Gramschatzer Wald zum Filmfestivals: KinoWald!
Plakat im Gramschatzer Wald zum Filmfestivals: KinoWald! Foto: Jung

Am 24. Juli, wenn die Sonne über dem Gramschatzer Wald untergegangen ist, bekommen die Eschen, Ahorne, Eichen und Buchen am Walderlebniszentrum Besuch von der Verwandtschaft aus Übersee: Ein Tropenwald kommt.

An vier Abenden, vom 24. bis 27. Juli, zeigt das Walderlebniszentrum auf einer elf mal sieben Meter großen Leinwand Kino im Wald. Titel des Mini-Festivals: „KinoWald!“. Den Auftakt macht die 78-minütige Dokumentation „Das Geheimnis der Bäume“ des Oscar-Preisträgers Luc Jacquet („Die Reise der Pinguine“). Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) beschreibt Jacquets Werk über die Geburt, das Wachsen und das Sterben einen tropischen Urwalds für eine „hochinformative Reise in eine Welt voller magischer Bilder“.

Am 25. Juli ist „Amazonia – Abenteuer im Regenwald“ zu sehen. Die Hauptrolle spielt ein domestizierter Kapuzineraffe. Er überlebt einen Flugzeugabsturz über dem Regenwald, und muss nun, ohne Erfahrung mit seiner originären Lebenswelt, schauen, wie er klarkommt. Christine Moser, Kulturmanagerin von Beruf und verantwortlich fürs Programm von „Kino im Wald“, kündigt das Affenabenteuer als „spannenden, lustigen und informativen“ fiktiven Dokumentarfilm an und empfiehlt ihn für Menschen ab dem siebten Lebensjahr.

Wer täglich und oft allein im Wald unterwegs ist, hat viel Zeit zum Nachdenken. Förster Wolfgang Graf, Leiter des Walderlebniszentrums, ist so einer. Dann sinniert er über die Menschheit, wie sie sich aus ihrem ursprünglichen Milieu, der Natur, heraus- und „ziemlich weit wegentwickelt“ habe. Und überlegt, wie er die Leute zurücklocken und ermöglichen kann, „sich wieder einzunivellieren in die Mensch-Natur-Beziehung“.

Ähnliche Überlegungen zur Entfremdung vom Ursprünglichen beschäftigten auch die Kulturmanagerin Moser. Graf lockt die Menschen in den Wald, Moser lockt sie vor die Leinwand und zeigt ihnen am dritten Abend einen passenden Blockbuster: „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Der Bestseller von Jonas Jonasson, verfilmt als urkomisches schwedisches Roadmovie von Felix Herngren, erzählt von Allan Karlsson, der an seinem hundertsten Geburtstag aus dem Altersheim türmt und sich ins pralle Leben zurückstürzt.

Graf, Moser und die dritte Kino-im-Wald-Macherin Antje Julke, die im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zuständig ist für Öffentlichkeitsarbeit und Waldpädagogik, vermuten, dass das Publikum mit starken Kontrasten zu tun haben wird: Überm Kopf der Sternenhimmel, in den Ohren das Rauschen des Windes in den hohen alten Bäumen, in der Nase die Gerüche des Waldes, und vor den Augen Landschaften und Geschichten aus anderen Welten. An keinem Abend wird der Kontrast so stark sein wie am vierten, wenn „Spuren“ läuft.

John Curran erzählt die Geschichte der Abenteuerin Robyn Dadidson, die 1977 die australische Wüste zur Fuß durchquerte. Ihre Begleitung: drei Kamele und ein Hund. Davidsons Tagebuchaufzeichnungen wurden ein Weltbestseller. Davidson habe, kommentiert der Hessische Rundfunk, auf ihrem 3000 Kilometer langen Tripp „einzigartige Erfahrungen“, „die kaum zu übermitteln“ seien. Currans Verfilmung helfe zu verstehen, „warum man sich manchmal auf die Reise begeben muss“. Kino.de schreibt von einem „faszinierenden“ Streifen und reduziert das filmische Leitmotiv auf vier Worte: „less talking, more walking“ – weniger reden, mehr gehen“. Moser spricht von imposanten und genialen Aufnahmen.

KinoWald! läuft vom 24. bis 27. Juli im Walderlebniszentrum Gramschatzer Wald in Rimpar. Die Vorführungen beginnen gegen 21.30 Uhr. Ab 20 Uhr gibt es ein Rahmenprogramm: Das Publikum wird mit verbundenen Augen durch den Wald geführt, zu Boxen, in die man reinfassen kann, ohne zu wissen, was drin ist. Eintritt: 7,50 Euro, ermäßigt 6,50 Euro.

Baumbeleuchtung: Während des Festival „KinoWald!“ läuft, illuminiert das Walderlebniszentrum den Wald.
Baumbeleuchtung: Während des Festival „KinoWald!“ läuft, illuminiert das Walderlebniszentrum den Wald. Foto: ArchivTheresa Müller

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