WÜRZBURG

Finanzdirektor der Diözese tritt zurück

Albrecht Siedler, Finanzdirektor der Diözese Würzburg, tritt von seinen Ämtern als Finanzdirektor und Diözesanökonom zurück. Foto: Theresa Müller

Paukenschlag in der Finanzaffäre im Bistum Würzburg: Der Finanzdirektor der Diözese Würzburg, Albrecht Siedler, hat heute gegenüber Generalvikar Thomas Keßler erklärt, dass er von seinen Ämtern als Finanzdirektor sowie als Diözesanökonom mit sofortiger Wirkung zurücktritt. Dies teilt das Bistum in einer Pressemitteilung mit. Damit will er nach eigenen Worten auch Schaden vom Amt des Finanzdirektors und von der Diözese Würzburg abwenden. Bischof Franz Jung hat die Amtsniederlegung angenommen.

Bischof nimmt Rücktritt an

Wie die Main-Post exklusiv zuvor berichtet hatte, war Siedler im Juni wegen der „Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt“ verurteilt worden. Dies hatte die Staatsanwaltschaft Würzburg gegenüber dieser Redaktion bestätigt. Die Höhe des Strafbefehls lag deutlich über 90 Tagessätze, die Geldstrafe im mittleren fünfstelligen Bereich. Damit ist Siedler vorbestraft.

107 000 Euro nachgezahlt

Der Strafbefehl, so das Bistum in einer Stellungnahme, erging im Zusammenhang mit nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen für Stipendien an Promotionsstudierende, die gleichzeitig aber in der Seelsorge eingesetzt waren. „Bei dem vom Strafbefehl erfassten Sachverhalt handelt es sich um ein erstmaliges Fehlverhalten eines langjährigen, ansonsten sehr verdienten Mitarbeiters in verantwortungsvoller und schwieriger Stellung“, so Bistumssprecher Bernhard Schweßinger. „Die festgestellten nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 107 000 Euro wurden unverzüglich nachgezahlt, zuzüglich der sonstigen Nebenkosten.“

Staatsanwaltschaft ermittelt

Der Generalvikar der Diözese Würzburg lege größten Wert auf die jederzeitige Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben durch alle Personen, die für die Diözese tätig sind. Hinsichtlich der genannten Sachverhalte hat der Generalvikar Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass sich ähnliche Vorgänge künftig nicht wiederholen.

Zuvor war bereits der Geschäftsführer der kirchlichen SBW Bauträger- und Verwaltungs-GmbH wegen des Verdachts der Untreue von seinem Posten enthoben worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Auch der SBW-Aufsichtsrat war von Keßler aufgelöst worden.

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