Würzburg/Schweinfurt

Flüchtlingszahlen gehen auch in Unterfranken zurück

Egal, ob im Schweinfurter Anker-Zentrum oder in Gemeinschaftsunterkünften: Die Zahlen sinken. Doch vor allem anerkannte Flüchtlinge stehen vor einem Problem.
Im Anker-Zentrum Schweinfurt fanden 2018 weniger Erstaufnahmen statt. Foto: Anand Anders

Ausländer haben in Deutschland im vergangenen Jahr 185 853 Asylanträge gestellt. Das sind 16,5 Prozent weniger als im Jahr 2017. Zieht man die 23 922 Folgeanträge ab, ergibt sich eine Zahl von 161 931 neuen Schutzsuchenden. Hauptherkunftsländer waren erneut Syrien, der Irak und Afghanistan.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) betonte am Mittwoch in Berlin, die Asyl-Zuwanderung habe 2018 deutlich unterhalb des von der großen Koalition festgelegten "Korridors" von 180 000 bis 220 000 Menschen gelegen. Die Regierung habe die Balance zwischen Humanität und Steuerung "in bemerkenswert guter Weise geschafft".

Rund 6770 Flüchtlinge in staatlichen Unterkünften

Flüchtlinge in Unterfranken 2019 Online
Flüchtlinge in Unterfranken 2019 Foto: Leon Fröhlich

Auch in der Region kommen laut Zahlen der Regierung von Unterfranken erneut weniger Flüchtlinge an.So sank die zur Anschlussunterbringung in die Region zugewiesenen Asylbewerber im Jahr 2018 auf 1103 Personen, 2017 waren es noch 1551, 2016 sogar 5480. Und auch die Zahlen des Schweinfurter Anker-Zentrums gehen zurück: 2018 wurden insgesamt 1976 Asylbewerber erstaufgenommen (2017: 2222, 2016: 3400).

Derzeit leben 783 Menschen in der Einrichtung, die schwerpunktmäßig für Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste, Algerien, Somalia, Armenien und Nigeria zuständig ist. Weitere 5557 Asylbewerber (davon sind über 1600 minderjährig), sind derzeit in einer sogenannten Anschlussunterbringung, also in Gemeinschaftsunterkünften oder dezentralen Einrichtungen, untergebracht. Hinzu kommen weitere 426 unbegleitete minderjährige Asylsuchende in staatlicher Obhut. Damit lebten im Januar 6766 Flüchtlinge in staatlichen Unterkünften über ganz Unterfranken verteilt – im Vorjahresmonat waren es noch über 8200. Die Asylbewerber, die in einer Anschlussunterbringung leben, stammen aus 48 Ländern. Die meisten kommen aus Afghanistan (1505), Syrien (768), Somalia (578) und Äthiopien (561).

Wohnungsmangel ist ein Problem

Neben sprachlichen Hürden, der Organisation eines Schulbesuchs und der Suche nach einem Arbeitsplatz stelle vor allem die Wohnungssuche ein Problem dar, so die Regierung von Unterfranken. Rund ein Drittel der Flüchtlinge, die aus der staatlichen Unterkunft ausziehen dürften, finden keine geeignete Wohnung.

Unterdessen sind im Jahr 2018 insgesamt 415 Personen freiwillig ausgereist. 182 Asylbewerber wurden abgeschoben. Sieben davon nach Afghanistan.

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