Würzburg

Fördert der Landkreis Würzburg den Kauf eines Flugzeuges?

160 000 Euro soll die Maschine des Typs DYNAMIC WT 9-UL kosten, die der Flugsportclub Würzburg kaufen will. Das Ultraleichtflugzeug soll leiser sein als das momentane Schleppflugzeug, das der Verein in Betrieb hat.  Foto: ISS-AVIATION

Soll der Landkreis Würzburg den Kauf eines Schleppflugzeuges fördern, mit dem am Schenkenturm in Würzburg Zug um Zug Segelflugzeuge in den Himmel gezogen werden? Erneut haben sich die Kreisräte am Montag mit dieser Frage im Ausschuss beschäftigt. Dabei war eigentlich schon alles im Frühjahr entschieden. 

Kein Zuschuss der Gemeinde Zell 

Es geht um ein leiseres Ultraleichtflugzeug, das der Flugsportclub Würzburg (FSC) gerne kaufen würde. 160 000 Euro kostet die Maschine, die sich der FSC aber nicht leisten kann. Gerade einmal die Hälfte der Kosten würde der Verein aufbringen können, unter anderem soll das alte Flugzeug verkauft werden. Weil ein leiseres Flugzeug vor allem den betroffenen Bürgern im Dürrbachtal, Zell, Veitshöchheim und Margetshöchheim zugute kommt, sollen sich die Kommunen beteiligen. In Veitshöchheim und Margetshöchheim ist das kein Problem. Die Gemeinden wollen sich mit 2500 Euro, beziehungsweise 5000 Euro beteiligen. Die Stadt Würzburg hat in ihrem Haushalt für 2019 einen Betrag von 25 000 Euro eingestellt, von der Sparkassenstiftung sind 5000 Euro zugesagt. In Zell hat der Gemeinderat eine Förderung abgelehnt. 

Und das ist der Knackpunkt: Denn der Landkreis Würzburg hat in seinen Haushaltsberatungen im März 2019 beschlossen, den Kauf des Flugzeuges mit 10 000 Euro nur dann zu unterstützen, wenn sich auch die Marktgemeinde Zell mit einem Zuschuss beteiligt. 

Jetzt haben Zeller Bürger 2500 Euro gesammelt - um damit den Kostenanteil der Gemeinde einzubringen. Grund dafür, im Kreisausschuss erneut über die Frage zu diskutieren, ob der Kauf des Flugzeuges als freiwillige Leistung aus der Landkreiskasse finanziert werden soll. 

Grüne wollen betuchten Flugsportclub nicht unterstützen

Christoph Trautner, Fraktionssprecher von Bündnis90/Die Grünen, lehnt das deutlich ab: "Wir waren schon damals dagegen, dass die öffentliche Hand einem gut betuchten Verein ein Flugzeug subventioniert und wir sind es heute immer noch." Außerdem sei unklar, aus welchen Kreisen die 2500 Euro kommen. "Es könnte ja sein, dass der Flugsportclub die Bürger vorschiebt", so Trautner. "Das sind hauptsächliche Zeller Bürger, Margetshöchheimer sind auch dabei. Die spenden, damit sie vom Lärm verschont sind", erläuterte Kreisrätin Anita Feuerbach (CSU) und Bürgermeisterin in Zell. 

Pro Flugzeug sprach sich CSU-Fraktionssprecher Manfred Ländner aus. Er machte deutlich, dass das neue Flugzeug dem Lärmschutz diene - und das nütze wiederum den Bürgern. "Der Verein selbst hat keine Veranlassung, sich ein neues Flugzeug zu kaufen." 

Knappe Mehrheit im Kreisausschuss

Die SPD ist uneins. "Der Beschluss damals war der einzig richtige", sagte Kreisrat Peter Stichler.  "In Gottes Namen, Augen zu und durch", formulierte Fraktionssprecher Stefan Wolfshörndl sein Unbehagen. Unter der Prämisse, das Flugzeug als Lärmschutz für die Bürger anzusehen, könne auch Christine Haupt-Kreutzer, stellvertretende Landrätin zustimmen. Sie bedauert allerdings, dass sich der Zeller Gemeinderat nicht für den Bürger einsetze.  

Mit einer knappen Mehrheit von acht Ja- zu sechs Nein-Stimmen empfiehlt der Kreisausschuss nun dem Kreistag, der am 9. Dezember tagt, dem FSC einen Zuschuss von 10 000 Euro zu gewähren.

Luftamt Nordbayern hält Lärm für vertretbar

In der Stadt Würzburg beantragt die SPD, dass im Haushalt 2020 erneut ein Betrag von 25 000 Euro für ein neues Schleppflugzeug eingeplant wird. "Der Austausch des jetzigen Schleppflugzeuges gegen ein Ultraleichtflugzeug würde zu einer hörbaren Reduzierung des Schallpegels von mehr als neun Dezibel führen und stellt eine signifikante Verbesserung der Situation dar", heißt es im Antrag.

Das Luftamt Nordbayern hat vor Jahren festgestellt, dass die zugelassenen Lärmwerte eingehalten werden. Auch Lärmboxen, die von den Gemeinden Zell und Margetshöchheim extra angeschafft wurden, konnten keine Überschreitung der zulässigen Höchstwerte feststellen.

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