Röttingen

Frankenfestspiele als ein Stück Heimat

Geburtsort, Dialekt oder ein Glücksgefühl: Um die unterschiedlichen Facetten des Begriffs Heimat ging es bei der Verleihung des nordbayerischen Heimatpreises.
Mit Auszügen aus bekannten Operetten setzte die Röttinger Schauspielerin Frederike Faust bei der Verleihung des Heimatpreises auf der Nürnberger Kaiserburg einen musikalischen Höhepunkt, am Piano begleitet von Jan Reinelt.  Foto: Gerhard Meißner

Für die einen ist Heimat der Ort, an dem sie geboren sind, für die anderen der, an dem sie sich geborgen fühlen. Für Röttingen gehören zu dieser Heimat seit nunmehr 35 Jahren die Frankenfestspiele. Dafür wurde die Stadt in diesem Jahr mit dem Heimatpreis des Freistaats Bayern ausgezeichnet. Auf der Nürnberger Kaiserburg nahm eine Delegation aus dem Tauberstädtchen den Preis von Heimatminister Albert Füracker entgegen.

Um zu zeigen, dass "Heimat keine Kulisse ist, sondern eine aktive Beteiligungsmöglichkeit", sei die Auszeichnung 2015 von seinem Vorgänger Markus Söder ins Leben gerufen worden, meinte Minister Füracker in seiner Rede vor rund 200 Gästen im Rittersaal der Burg. Die Kleinstaaterei früherer Jahrhunderte habe zu der großen kulturellen Vielfalt in Bayern geführt, die es nun zu bewahren gelte.

Wie unterschiedliche der Begriff Heimat interpretiert werden kann, machten Kabarettist Michl Müller, Äbtissin Laetitia Fech, Heimatminister Albert Füracker, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Ex-Fußballprofil Marek Mintal in einer Podiumsrunde deutlich. Foto: Gerhard Meißner

Wie unterschiedlich dieser Heimatbegriff sein kann, machte Füracker in einer Podiumsrunde mit dem Ex-Spieler des FC Nürnberg, Marek Mintal, der oberfränkischen Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, der Äbitssin des Zisterzienserinnenklosters Waldsassen, Laetitia Fech, und dem Garitzer Karbarettisten Michl Müller deutlich. Für Michl Müller ist der gemeinsame Dialekt der deutlichste Ausdruck von Heimat, während Mintal als gebürtiger Slowake seine Heimat in Nürnberg gefunden hat, weil er dort gemeinsam mit seiner Familie glücklich sein kann. Heimat sei mehr ein Gefühl als ein fester Ort, meinte hingegen Sr. Laetitia Fech.

"Natürlich sind wir schon ein bisschen stolz auf diesen Preis."
Martin Umscheid, Bürgermeister

"Natürlich sind wir schon ein bisschen stolz auf diesen Preis", meinte Bürgermeister Martin Umscheid nach der Preisverleihung. Schließlich sei es kein unbedeutender Kraftakt für das 1700-Einwohner-Städtchen im Taubertal, Jahr für Jahr hochrangig besetztes Sommertheater auf die Bühne zu bringen. Neben einer Delegation des Röttinger Stadtrats war auch der neue Intendant der Frankenfestspiele, Lars Wernecke, mit nach Nürnberg gereist. Für einen besonderen Höhepunkt der Veranstaltung sorgte die Schauspielerin und Leiterin des Jungen Theaters der Frankenfestspiele, Frederike Faust, mit Auszügen aus bekannten Operetten, begleitet von Pianist Jan Reinelt.

Vorbereitungen auf die neue Spielzeit

Verleihung Heimatpreis an die Röttinger Frankenfestspiele Foto: Gerhard Meißner

Intendant Wernecke steckt bereits mitten in den Vorbereitungen für seine erste Spielzeit in Röttingen, die am 13. Juni mit dem Musical "Hello Dolly" beginnt. Weiter stehen die Operette "Der Vetter aus Dingsda" (Premiere 4. Juli) und die Komödie "Glorious!" um die Millionärin Florence Foster Jenkins, die als schlechteste Sängerin der Welt in die Musikgeschichte eingegangen ist (Premiere 27. Juni), auf dem Spielplan.

Weitere Infos unter www.frankenfestspiele.de.

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