Würzburg

Frankenhalle: Stadt nimmt Kritik zur Kenntnis  

Denkmalschützer finden sie einzigartig. Heimatpfleger Steidle will sie für Modeschauen nutzen. Die Stadt möchte sie verkaufen. Wie sieht die Zukunft der Frankenhalle aus?    
Generalkonservator Mathias Pfeil bei einem Termin in Unterfranken. Archiv-Foto: Anand Anders
Generalkonservator Mathias Pfeil bei einem Termin in Unterfranken. Archiv-Foto: Anand Anders

"Sie spüren hier eine vergangene Zeit."  Generalkonservator Professor Mathias Pfeil steht in der Frankenhalle und erklärt, dass es ähnliche nur selten gibt. "In den meisten Städten sind diese abgebrannt oder wurden abgerissen." Das Besondere der denkmalgeschützten Halle in der Veitshöchheimer Straße ist ihre zirkusähnliche Arena mit der hölzernen Tribüne für 800 Sitz- und 600 Stehplätze.     

Sanierung ist teuer

Organisiert hat den Besuch des Chefs des bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz Landtagsabgeordneter Georg Rosenthal. Der SPD-Politiker setzt sich dafür ein, dass die seit 2011 leer stehende städtische Immobilie  saniert und wieder genutzt wird. Als Oberbürgermeister wollte er sie 2011 zur Ausweichspielstätte des Mainfranken Theaters herrichten lassen. Inzwischen plant die Stadt ihr Areal in der Veitshöchheimerstraße zu verkaufen. 

Bleibt die Halle erhalten?

Im Investorenwettbewerb ist - in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege - festgeschrieben, dass die Halle und deren Ausstattung, zumindest in Teilen, erhalten werden müssen. Wie soll die Halle künftig genutzt werden? Da die abgegebenen sechs Konzepte nicht der Öffentlichkeit vorgestellt werden, ist das bislang nicht bekannt.

Viel Holz: Tribüne und Dach der Frankenhalle. Foto: Thomas Obermeier
Viel Holz: Tribüne und Dach der Frankenhalle. Foto: Thomas Obermeier

Wie berichtet, gibt es angesichts der städtebaulichen Bedeutung von Halle und rund 6000 Quadratmeter großem Grundstück Kritik an der Geheimhaltungspolitik der Stadt.  Wie reagiert die Stadt auf die Forderung nach mehr Öffentlichkeit beim Thema Frankenhalle? "Diese Kritik haben wir zur Kenntnis genommen," sagt dieser Redaktion gegenüber Rathaussprecher Christian Weiß. Wann eine Entscheidung im Wettbewerb fällt, stehe noch nicht fest, "da die Stadtratsfraktionen noch Informationsbedarf haben".

 Rosenthal befürchtet, dass am Ende des Verkaufs nicht viel von der Halle stehen bleiben könnte. Denn die Sanierungskosten verringern die Rendite des gesamten Projekts. "Am Ende könnte das Denkmal bei der Verwirklichung der Pläne stören", befürchtet Rosenthal. Deshalb möchte er noch einmal auf das "architektonische Kleinod" aufmerksam machen.       

Modeschauen in der Frankenhalle

"Die Würzburger sollen das Besondere der Frankenhalle erleben", wünscht sich Stadtheimatpfleger Hans Steidle. Seit1999 ist die ehemalige Viehauktionshalle mit wechselvoller Geschichtezugesperrt. Steidle schwebt eine Zwischennutzung vor: "Bis geklärt ist, was hier endgültig passiert, könnte man die besondere Atmosphäre wunderbar für Modeschauen, Sportshows, Empfänge oder andere Events nutzen."

Laut städtischer Immobilienverwaltung müsste eine Nutzung von der Bauaufsicht geprüft werden. Problematisch sei allerdings die Baufälligkeit der Oberlichter sowie der Brandschutz. Zuletzt wurde die Frankenhalle 2006 für eine Ausstellung genutzt.   

Tribüne erhalten

Ob ein potentieller Käufer der Halle diese künftig der Öffentlichkeit zugänglich machen will, ist ebenfalls nicht bekannt. Nach Informationen dieser Zeitung planen einige der Anbieter, Teile der Tribüne zu entfernen. Generalkonservator Pfeil hält die Halle aber in ihrer Gänze für erhaltenswert. "Die besondere Atmosphäre der Halle ergibt sich aus der Holzkonstruktion der Sitzreihen zusammen mit der stützenfreien Holzbinderkonstruktion des Dachs. Wenn Teile der Tribüne entfernt werden müssten, wäre es eine echte Herausforderung, diese Atmosphäre zu retten."         

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