WÜRZBURG

Franziska Liebhardt als Vorbild

170 junge Sportler nahmen am Landesschulsportfest für blinde und sehbehinderte Schüler teil. Foto: Michael Endres

„Sport ist für jedes Kind wichtig. Bei Kindern und Jugendlichen mit Handicap vermittelt Sport zudem ganz besonders das wichtige Gefühl, etwas leisten zu können und wertiger Teil der Gesellschaft zu sein.“ Das ist die Überzeugung von Franziska Liebhardt, Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin 2016 im Kugelstoßen. Und deshalb unterstützte sie das 25. Landesschulsportfest für Blinde und Sehbehinderte der Länder Bayern und Baden-Württemberg in Würzburg. 170 junge Sportler nahmen daran teil.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung am Mittwoch und Donnerstag von der Graf-zu-Bentheim-Schule Würzburg auf einer Sportanlage in Veitshöchheim und im Blindeninstitut Würzburg. Aus zehn Schulen und Förderzentren der beiden Bundesländer nahmen Schüler mit Sehbehinderung an der Veranstaltung teil, die in zweijährigem Turnus ausgetragen wird, und brachten ihre Leistungen mit Spaß und Ehrgeiz ein.

Ansgar Lipecki ist Sportlehrer an der Graf-zu-Bentheim-Schule und organisiert das Landessportfest. „Schüler aus Fördereinrichtungen sollen an zwei Tagen zusammenkommen und sich in verschiedenen Sportarten messen. Dazu gehören Leichtathletik, Schwimmen, Goalball und Basketball. Außerdem sollen sich die Kinder und Jugendlichen kennenlernen.“

Der Veranstalter, das bayerische Kultusministerium, war durch Thomas Glatzeder von der bayerischen Landesstelle für den Schulsport in Würzburg vertreten. Er findet es wichtig, dass diese Sportveranstaltung weiterhin stattfindet. „Die Veranstaltung ist ein Begegnungsfest für alle. In der Sportart Goalball qualifizieren sich außerdem die Sieger für das Bundesfinale in Berlin.“

Beim Goalball spielen jeweils drei Spieler zweimal zwölf Minuten und versuchen, einen 1,25 Kilogramm schweren klingelnden Hartgummiball in das neun Meter breite und 1,3 Meter hohe gegnerische Tor zu bugsieren. Dabei haben alle eine lichtundurchsichtige Brille auf, damit für alle Chancengleichheit besteht. Das Spielfeld ist neun mal 18 Meter groß. Die Sportart ist seit 1976 paralympisch und eine der beliebtesten Möglichkeiten für Menschen mit Sehbehinderung, sich sportlich in einer Mannschaft zu betätigen.

Unterschiedliche Handicapfaktoren

Die Schüler von drei bayerischen und sieben baden-württembergischen Schulen wetteiferten außerdem im Weitsprung, Kurzstrecken- oder 800-Meter-Lauf, Schlagball mit 80 oder 200-Gramm-Bällen und im Kugelstoßen. In den Mannschaftsdisziplinen konnten sich die jungen Sportler im Basketball und Schwimmstaffel-Wettkämpfen messen.

In den Leichtathtletikwettkämpfen, die eigentlich im Dreikampf ausgetragen werden sollten, aber aufgrund des Wetters ohne Weitsprung als Zweikampf stattfanden, werden in zwei verschiedenen Leistungsklassen die Platzierungen ermittelt. Die Jungen und Mädchen werden in die Leistungsklassen Blinde Sportler und Sportler, die sehbehindert und hochgradig sehbehindert sind, eingeteilt. Sportler der zweiten Kategorie bekommen einen positiven Faktor angerechnet, um ihr größeres Handicap auszugleichen. Den Kindern beim Landessportfest war vor allem bei den Mannschaftsdisziplinen die Motivation und der Ehrgeiz anzumerken, aber trotzdem blieb auch immer der Respekt und die Fairness dem Gegner gegenüber gewahrt.

Mit Spaß bei der Sache

Doch auch an der Einzelwettkampfsportart Leichtathletik erfreuten sich die jungen Athleten. „Mir bereitet Sport viel Spaß. Ich laufe gerne und messe mich gerne im Weitwurf“, sagte beispielsweise Teilnehmer Jason Hohl.

Franziska Liebhardt nahm am Schluss die Siegerehrung vor – für sie eine Herzensangelegenheit.

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