Uffenheim

Frau in der Kirche: Vieles ist in Bewegung

Dank an Helga Wörrlein-Ruhl (Mitte) für 40 Jahre Dekanatsfrauentag (von links): Dekan Uwe Rasp, Regionalbischöfin Gisela Bronowski, Dekanatsfrauenpfarrerin Lilli Göhring und Dekanatsfrauenbeauftragte Lisa-Maria Hesse-Schmitt. Foto: Gudrun Trabert

Zum 40. Mal fand der Dekanatsfrauentag statt.  Deshalb wurde Rückschau gehalten und fröhlich gefeiert. Ein überzeugendes Plädoyer für die Anerkennung und Gleichbehandlung von Frauen war das Jubiläumsreferat von Regionalbischöfin Gisela Bornowski zum Thema "Die Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft – Entwicklung und Perspektiven".

Als Frau wählen und gewählt werden, selbst zu bestimmen, wann man den Führerschein machen will, ein eigenes Bankkonto führen, entscheiden, ob man den Arbeitsplatz kündigen will - das ist Frauen erst seit wenigen Jahrzehnten rechtlich erlaubt. Vorher bestimmten das die Ehemänner. Als Pfarrerin auf der Kanzel zu stehen oder ein kirchliches Leitungsamt inne zu haben – diese Möglichkeit gab es im Kirchenrecht schlichtweg nicht. Vor allem die Gleichstellung der Frau in der bayrischen Landeskirche war in den vergangenen Jahrzehnten ein zäher Weg, den mutige Frauen engagiert beschritten und letztendlich Veränderung in Gang gebracht haben.

Bornowskis nannte in ihrem spannenden und fesselnden Referat die Namen von Vorkämpferinnen wie Liesel Bruckner, Käthe Rohleder, Herta Atzkern und Friedl Bär. Dass die Regionalbischöfin dazu auch aus ihrer eigenen Biografie erzählte, machte den Vortrag sehr persönlich und glaubhaft. Auch sie durfte während ihrer ersten Pfarrstelle nicht auf der Kanzel der Nachbargemeinde predigen. Und auch sie musste ihren Weg beharrlich gegen manche Widerstände gehen. Mittlerweile, so die Referentin, stünden Frauen zwar alle Ämter offen, an vielen Stellen würden sie aber immer noch benachteiligt. 

Miteinander Zukunft der Kirche gestalten

Vieles sei im Hinblick auf die Gleichstellung der Frau in der Kirche in Bewegung. Der Schlussappell der Referentin mündete im Wunsch, dass Frauen an ihre Gaben und Fähigkeiten glauben und sie einbringen sollten, um miteinander die Zukunftsaufgaben der Kirche zu gestalten.

Pfarrerin i.R. Gisela Siemoneit spielte die Tischreden der Käthe Luther. Foto: Gudrun Trabert

Auch um den Dekanatsfrauentag vor 40 Jahren in Uffenheim ins Leben zu rufen, habe es Mut und Beharrlichkeit gebraucht. Helga Taeger, damals Pfarrfrau in Gnötzheim, berichtete davon. Helga Wörrlein-Ruhl, die von Anfang an dabei  und seit 35 Jahren Hauptorganisatorin ist, ließ die Jahre Revue passieren. Immer, so sagte sie, habe man Themen gewählt, die gerade für Frauen aktuell waren.

Aufgrund der  beständigen Besucherzahl von 70 bis 100 pro Jahr habe sich der Dekanatsfrauentag zu einer festen Größe im Jahresprogramm des Dekanatsbezirkes Uffenheim entwickelt. Ihre Kolleginnen aus dem Vorbereitungskreis sowie Frauenpfarrerin Lilli Göhring aus Simmershofen,  Dekanatsfrauenbeauftragte Lisa-Maria Hesse-Schmitt und Dekan Uwe Rasp dankten Helga Wörrlein-Ruhl für ihren unermüdlichen Einsatz. Der Applaus der Besucherinnen bestätigte dies.

Die fröhliche 40-Jahr-Feier am Nachmittag wurde mit dem Sketch „Tischrede der Käthe Luther“, gespielt von Pfarrerin i. R. Gisela Siemoneit und Pfarrerin Christine Stradtner, eingeläutet. Eine besondere Überraschung war die Jubiläumstorte, die Irmgard Heberlein aus Wallmersbach hergestellt hatte. Eine Ausstellung über 40 Jahre Dekanatsfrauentag, ein Bücher- und Eine-Welt-Stand rundeten den Tag ab.

Überraschung für die Besucherinnen: Zum 40. Dekanatsfrauentag gab es eine Jubiläums-Torte. Foto: Gudrun Trabert

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