Würzburg

Frauen als Gründerinnen aus Hochschulen immer noch Ausnahme

Absolvent Simon Neu gründete sein Unternehmen bereits während seiner Studienzeit an der FHWS und stellte es 200 interessierten Zuhörern vor. Foto: Lisa Straub

Die Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik hatte zur vierten Veranstaltung der Reihe „gründen.digital@fiw“ eingeladen. An der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) gaben fünf Referenten persönliche Einblicke in ihre erfolgreichen Unternehmensgründungen, ihre privaten, nicht immer linearen Lebensläufe und Werdegänge und standen für Gespräche zur Verfügung. Professor Dr. Michael Müßig, Organisator der Veranstaltung, moderierte und erreichte laut FHWS-Pressemitteilung rund 200 Interessierte, Studierende und Gründungswillige.

Die Referenten - Studierende oder Alumni der FHWS - stellten in ihren Vorträgen unterschiedliche Unternehmen vor: Christian Fink hatte nach langer Bundeswehrzeit mit Tätigkeiten im IT-Bereich sein Studium der Wirtschaftsinformatik mit dem Ziel der Selbstständigkeit begonnen. Nach 15 Jahren hat sein Unternehmen Fink-IT GmbH & Co. KG mehr als 50 Mitarbeiter und ist international in einigen SAP-Nischenmärkten in Sachen betriebswirtschaftliche Standardsoftware erfolgreich. Als alleiniger Eigentümer und Geschäftsführer betonte er die große Verantwortung und die Bedeutung, bei den „richtigen“ Personen über die „richtigen“ Themen zu sprechen.

Ralf Säugling hat nach einigen Jahren der Berufserfahrung 2018 mit zwei Partnern die INICS GmbH gegründet. Der frischgebackene Vater betonte: Es gebe immer nur „falsche“ Zeitpunkte für die Gründung mit sehr unterschiedlich angeführten Gründen. Konkret stand bei ihm die Frage des „wie“ im Vordergrund – inhaltlich habe es zu den vorher angestellten Tätigkeiten eher keinen Unterschied gegeben.

Schon zu Studienzeiten Unternehmen gegründet

Simon Neu (Probotic GmbH) und Wlad Schlotgauer (Websuit UG) haben jeweils mit Partnern bereits zu Studienzeiten an der Hochschule ihre Unternehmen gegründet, obwohl ihre Bachelor-Abschlüsse noch ausstanden. Die Chance, mit niedrigen Lebenshaltungskosten und dem Bonus der „studentischen Unerfahrenheit“ den Markt und die Ideen für das eigene Geschäftsmodell zu testen, wollten beide Unternehmer nutzen. Der bisherige Erfolg spreche in beiden Fällen klar für eine konstante Unternehmensentwicklung.

Gewagter und auch schwerer zu vermitteln sei das Konzept der AlphaOmegaGreen, die der Betriebswirtschaftsstudent Christoph Sasse mit einem Kommilitonen primär in Frankreich gegründet hat. Die Firma fasse seit dem letzten Jahr auch in hiesigen Regionen Fuß. Die Genehmigungsprozesse bei Windkraftanlagen, die Beteiligung der unmittelbar anwohnenden Bürger und die Nutzung des Stroms mit Direktkontrakten, die eine Vielzahl von Umlagen einspare, bildeten die Grundlage des Geschäftsmodells.

Professor Dr. Michael Müßig zog anschließend Bilanz: Bedauernswert sei die Tatsache, dass Frauen als Gründerinnen aus der Hochschule immer noch die Ausnahme darstellten. Hier seien weitere Aktivitäten zur Motivation notwendig.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Fakultät mit dem „Zentrum für digitale Innovation Mainfranken“ und dem Arbeitskreis gründen@wuerzburg sowie der hochschulinternen Best-Fit-Aktivität „Pionier“ (Praxis – InnovatiON – Inkubator – EntrepreneuR). Erstmalig war auch ein Gründer der Fakultät Wirtschaftswissenschaften integriert. Ebenfalls anwesend waren die Teilnehmer eines Gründungsseminars mit Professorin Dr. Stephanie Baumgarten (FHWS).

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