WÜRZBURG

Freie Wählergemeinschaft feierte 60-jähriges Bestehen

Die FWG feierte ihr 60-jähriges Bestehen: Das Bild zeigt (von links) den Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger, den neuen Ehrenvorsitzenden Werner Fischer und die Stadträte Uwe Dolata, Regine Samtleben und Josef Hofmann.
Die FWG feierte ihr 60-jähriges Bestehen: Das Bild zeigt (von links) den Bundesvorsitzenden Hubert Aiwanger, den neuen Ehrenvorsitzenden Werner Fischer und die Stadträte Uwe Dolata, Regine Samtleben und Josef Hofmann. Foto: Patrick Wötzel

Es war im Jahr 1952, sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als „die Bürger wieder Vertrauen in ihre eigene Schaffenskraft und den Willen hatten, sich auf kommunaler Ebene für ihr Würzburg einzusetzen“. So beschrieb Josef Hofmann, der Vorsitzende der „Freien Wähler / Freien Wählergemeinschaft“ Würzburg die Gründungsjahre bei einem Festakt zum 60-jährigen Bestehen der FWG am Freitag im Kulturspeicher. Am 20. März 1952 trat die FWG zum ersten Mal bei der Kommunalwahl an und errang auf Anhieb vier Sitze im Stadtrat.

Zu dieser Zeit waren die Freien Wähler in Würzburg nur eine lose Gemeinschaft. Die Geschäfte führte der Fraktionsvorsitzende, die Ausgaben bestritten die Stadträte selbst. Von 1956 bis 1968 stellten sie mit Helmuth Zimmerer sogar den Oberbürgermeister. Von damals bis heute „sind wir unseren Überzeugungen und Traditionen immer treu geblieben“, betonte Hofmann: Kontinuität und Verlässlichkeit seien seit 60 Jahren das Markenzeichen der FWG: „Mit uns kann man sogar das Oegg-Tor schließen.“

Festredner beim runden Geburtstag war mit Hubert Aiwanger der Bundes- und Landesvorsitzende der Freien Wähler und FW-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag. „Wir sind eine Querschnittsorganisation, die nicht für sich in Anspruch nimmt, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben“, sagte Aiwanger über die Vereinigung. Nach seinen Worten gehen Freie Wähler „weitgehend frei von Ideologien und mit gesundem Menschenverstand“ an die politischen Aufgaben heran.

Der Rest seiner Ausführungen war dann eher Wahlkampfrede als Festvortrag. Unter anderem forderte Aiwanger, nicht nur den Bundespräsidenten, sondern auch den bayerischen Ministerpräsidenten direkt von den Bürgern wählen zu lassen. „Wir müssen uns trauen, darüber nachzudenken, wie wir die Demokratie verbessern und die Menschen wieder mehr für die Demokratie begeistern können“, so Aiwanger.

Ehrenvorsitzender Werner Fischer

Der Mann, der 1982 dafür sorgte, dass die Würzburger FWG 30 Jahre nach ihrer Gründung ins Vereinsregister eingetragen wurde, ist seit Freitag Ehrenvorsitzender. Werner Fischer saß von 1978 bis 2008 im Stadtrat, seit 1984 war er Fraktionsvorsitzender, 1990 und 2002 auch OB-Kandidat und bis vor wenigen Wochen Vorsitzender der FWG. Fischer sei es gelungen „vor allem junge Menschen für die Politik zu begeistern“, sagte sein Nachfolger Josef Hofmann. Auch vier Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat verfolgt Fischer die Arbeit seiner Kollegen noch immer ganz genau.

Die Entscheidung, den Rennweg für den Autoverkehr zu sperren, „hätte ich ganz genauso getroffen. Ich freue mich, dass es vorwärts geht“, sagte der neue Ehrenvorsitzende.

Die Idee hinter den Freien Wählern finde er nach wie vor großartig: „Ein sachbezogenes, offenes, tolerantes bürgerschaftliches Engagement ohne Parteibuch.“

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