FRICKENHAUSEN

Freistaat bleibt beim Zuschuss für Hochwasserschutz stur

Der Main steigt aus seinem Bett
(meg) Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben den Main aus seinem Bett getrieben. Vielerorts, wie hier in Frickenhausen, hat der Fluss bereits die Ufer überschwemmt. Mit 450 Kubikmetern pro Sekunde führt der Main derzeit fast dreimal so viel Wasser wie im jahreszeitli... Foto: Gerhard Meissner

Nichts Neues gibt es von der Bayerischen Staatssregierung zur Kostenaufteilung des Hochwasserschutzes am Main, wenn er denn kommen sollte. „An den 50 Prozent ist nicht zu rütteln.“ Dieses Fazit zog Bürgermeister Ludwig Hofmann aus dem jüngsten Brief, den Bayerns Umweltminister Marcel Huber geschickt hatte.

Die Marktgemeinde hatte wiederholt Vorstöße in München unternommen, um vielleicht doch noch günstiger wegzukommen, nachdem sie wegen ihrer chronisch klammen Finanzlage mit dem hohen Eigenanteil überfordert wäre. Abgeordnete wurden eingeschaltet, der seinerzeitige stellvertretende Ministerpräsident Martin Zeil war letztes Jahr zu einem Ortstermin erschienen. In München habe man sich zwar von den drastischen Bildern der Mainfluten in Frickenhausen beeindruckt gezeigt, wie dem jüngsten Brief zu entnehmen war. Jedoch könne der Freistaat, der Bauherr für den Hochwasserschutz wäre, wegen knapper eigener Geldmittel seinen Anteil nicht aufstocken. Die Gemeinde müsste die Hälfte der Kosten tragen, die nach grober Schätzung so um die acht Millionen Euro liegen könnten. Die entscheidende Frage sei, so Ludwig Hofmann in der jüngsten Gemeinderatssitzung, ob die Bürgerinnen und Bürger und der Marktgemeinderat unter diesen Umständen den Hochwasserschutz am Main überhaupt wollen. Vom Wasserwirtschaftsamt ausgeführt wurden bisher Analysen von Nutzen und Kosten. Die Ergebnisse daraus sollen nun zur Ermittlung der notwendigen technischen Maßnahmen führen. Der aktuelle Stand wird den Frickenhäusern in einer außerordentlichen Bürgerversammlung am Donnerstag, 6. Februar, vorgestellt. Danach soll das Ratsgremium über das weitere Vorgehen entscheiden. Hofmann machte auch auf die grundsätzliche Problematik aufmerksam: Maßnahmen zur Ortsentwicklung mit Mitteln der Städtebauförderung wären nur sinnvoll, wenn es auch einen Hochwasserschutz gibt. Ansonsten würde der Gebäudeleerstand im südlichen Bereich des Ortskerns noch gravierender.

Und Hochwasserschutz ohne Städtebauförderung wäre auch wenig sinnvoll. Beide würden sich gegenseitig bedingen. Der Nutzen des Schutzes vor den Mainfluten steht für Hofmann außer Zweifel. Bei den Kosten sei zu bedenken, dass man immerhin über einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren rede. Wenn der Hochwasserschutz gewünscht werde, brauche es eine hieb- und stichfeste Planung, auch zur Klärung der genauen Kosten, sowie einen Gemeinderatsbeschluss, so der Bürgermeister.

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