WÜRZBURG

Fünfter Dadord blickt ins Würzburger Medienmilieu

Ermitteln auf ihre eigene Art: Kommissar Gerald Rabe alias Gerald Schneider (links) und Detektiv Axel Strick alias Christian Kelle. Foto: Wilma Wolf

Sie ist schrill, schräg und sehr streitsüchtig. Diese Irmi Werner, Journalistin und Moderatorin des fiktiven Würzburger Senders TV Frankenwarte. Und längst nicht bei allen beliebt. Kurz nach ihrer bekannten Talk-Runde „Maingespräch“ taucht plötzlich ihr abgehackter Ringfinger im Sender auf. Es folgen weitere Körperteile – verteilt über die ganze Stadt. „Boah, is des eklig.“ Streifenpolizist Harry Strobel (Wolfgang Laug) sieht man das Entsetzen an. Er und seine Kollegen finden Irmi Werners abgetrennten Füße in einer Straßenbahn. Und dann setzt er noch einen drauf: „Ne, net die Füß, der Nagellack.“

Sehr makaber und skurril, diese Geschichte. Aber nicht verrückt, sagt Christian Kelle, Produzent des neuen „Dadord Würzburch“. „Schein und Sein“ lautet der Titel des fünften fränkischen Heimat-Krimis aus der Rimparer Laienfilmschmiede rrtv. Eine kleine Pause haben sich die Macher nach dem letzten Dadord von 2013 gegönnt. Eineinhalb Jahre Luft geholt. Für neuen Elan und neuen Stoff. Und noch etwas ist neu: Zum ersten Mal seit langem hat der alte Hase der Dadord-Reihe die Regie in die Hände einer Jüngeren gelegt: Franziska Kneißl, Würzburgerin, 26 Jahre alt und im richtigen Leben Industriefachwirtin.

Bereits in den Folgen „Falschspieler“ und „Vollmond“ hat sie sich als Regieassistentin ihre ersten Lorbeeren verdient. Nun gibt die junge Frau allein den Ton bei der Regie an. Für Dadord-Vater Christian Kelle, der mit ihr gemeinsam das Drehbuch schrieb, ein Grund, dass die Dreharbeiten entspannter liefen. Schließlich konnte er sich so ganz auf seine Rolle als derber Detektiv Axel Strick konzentrieren. Doch auch der schlägt diesmal etwas leisere Töne an – auch wenn er selbstverständlich gehörig bei den Ermittlungen der Würzburger Kripo mitmischt – gemeinsam mit seinem Kumpel, dem gutmütigen Kommissar Gerald Rabe (Gerald Schneider). Unterstützt werden die beiden unter anderem von den Streifenbeamten Tina Aschenbrönner (Jasmin Pfeifer) und Harry Strobel (Wolfgang Laug) sowie den Erkennungsdienstbeamten Hermine Schnürle (Silvia Forster) und Dieter Hesselbach (Norbert Edelmann).

Und darum geht es: Medien, Macher, Promis und Psychopathen. Also mehr Medienpersiflage als Krimi? „Beides“, meint Kelle, der mit „diebischem Vergnügen“ sein umfangreiches Hintergrundwissen über die Würzburger Medienlandschaft mit einfließen ließ. Eine Gratwanderung. Und eine Story mit viel Selbstironie, tiefgründigem Witz, Lokalkolorit und Inputs aus dem richtigen Leben, betont er.

Auch schlagkräftige Argumente, die im Film allerdings nur acht Sekunden dauern, fehlen nicht. „Diese Schlägerei haben wir zwei Stunden lang geübt, damit es glaubhaft rüber kommt“, erzählt Kelle. So glaubhaft, dass ein Passant dachte, das Handgemenge sei echt. Mehr Auftritte als sonst hat diesmal die allseits beliebte Hausmeisterwitwe Else Kringel, dargestellt von Karin Laug. Schließlich muss sie den Kampf gegen die „Verbrecher“ anzetteln, die ihre Freundin und Stricks ehemalige Tagesmutter „Omma Zürrlein“ aus deren Wohnung schmeißen wollen. Auch bekannte Gesichter aus dem öffentlichen Leben der Mainfrankenmetropole geben sich ein Stelldichein, unter anderem Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Franz Barthel vom Bayerischen Rundfunk und Radio Gong-Moderator Andy Puhl.

An insgesamt 26 Drehtagen haben rund 120 Mitwirkende vor und hinter der Kamera alle Szenen in den Kasten gebracht. Kneißl und Kelle sind zufrieden: „Alle waren mit großem Engagement dabei, die schauspielerische Leistung ist großartig.“ Das habe ihre Arbeit sehr einfach gemacht, so Kneißl.

Wie die Rimparer Filmemacher das Geheimnis um die ermordete „Fernsehtante“ Irmi Werner lösen, erfahren die Zuschauer ab 14. Januar.

Alle Termine und Kartenreservierungen unter Tel. (0 93 65) 92 99 oder www.radiorimpar.de.

Schrill: Journalistin Irmi Werner ist nicht überall beliebt. Foto: Wilma Wolf

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