WÜRZBURG

Für gesellschaftliches Engagement und ehrenamtlichen Einsatz

Verleihung der städtischen Kulturmedaillen - von links nach rechts:Charly Heidenreich und Ehefrau Ellen Wahler, Laudatorin Pat Christ, Irmgard Gülsdorff (Kulturtafel), Laudator Roland Flade, Regine Räder (Kulturtafel), Thomas Lazarus (Theaterwerkstatt), Alfred Haller (Kulturtafel... Foto: Patrick Wötzel

Seit die Ehrung im Jahr 1995 eingeführt wurde, haben 55 Menschen, Institutionen und Vereine aus Würzburg die städtische Kulturmedaille erhalten. Die drei Preisträger in diesem Jahr sind die Theaterwerkstatt, die Kulturtafel und Konzert-Veranstalter Charly Heidenreich - sie erhielten ihre jeweils mit 500 Euro dotierten Medaillen am Mittwoch im Ratssaal von Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake.

Gewürdigt wird mit den Kulturmedaillen herausragendes gesellschaftliches Engagement und ehrenamtlicher Einsatz im Kulturbereich: „Das ist für viele Menschen in unserer Stadt eine Herzensangelegenheit. Daher ist es folgerichtig, dass wir als Stadt dieses Engagement durch die Verleihung der Kulturmedaillen sichtbar machen“, sagte Schäfer-Blake.

Die ganze Bandbreite des lokalen Kulturlebens

Kulturreferent Muchtar Al Ghusain bezeichnete die Verleihung als gute Gelegenheit, wieder einmal die ganze Bandbreite des lokalen Kulturlebens vorzustellen: „Was wäre die Kulturstadt Würzburg ohne die vielen tausend Menschen, Initiativen und Vereine, die durch ihre Aktionen, ihr Engagement, ihre Zeit, ihre Leidenschaft und ihr Geld Kultur erst möglich machen?“, fragte Al Ghusain.

Um Musik geht es bei Karl-Heinz „Charly“ Heidenreich, der in den 1990er Jahren die „Freakshow-Konzerte“ ins Leben gerufen und Würzburg spätestens seit 2001 mit den Freakshow Artrock-Festivals zu einem Zentrum des „Progressive Rock“ in Deutschland gemacht. „Er hat viele bekannte Namen in die Stadt geholt und sogar mir als Blockflötisten seine Begeisterung für diese Musiksparte nahe gebracht“, sagte Laudator Johannes Engels.

„Das Immerhin bangt um seine Zukunft.“

Heidenreich hat als Discjockey im legendären „Caveau“ angefangen und moderierte die wöchentliche „Freakshow“ im Radiosender W1. Von seinen DJ-Tanzabenden im Kulturzentrum AKW war es 1994 dann nicht mehr weit zum ersten Freakshow-Konzert. Das 2001 gegründete gleichnamige Festival findet seit vier Jahren im „Blauen Adler“ statt, die Konzert-Reihe hat im „Immerhin“ in der Posthalle ihr Zuhause. Heidenreich nutzte seine Dankesrede für einen Appell: „Das Immerhin bangt um seine Zukunft. Die Verantwortlichen in der Stadt überlegen hoffentlich bald, wie man damit umgeht.“

Auch Roland Flade, der Laudator für den gemeinnützigen Verein Würzburger Kulturtafel e.V., hatte eine Bitte ans Rathaus: „Der Verein braucht eine hauptamtliche Bürokraft.“ Seit der Verein vor dreieinhalb Jahren gegründet wurde, wird die Arbeit für die gut 40 Ehrenamtler immer komplexer: Im Schnitt werden pro Monat etwa 400 kostenlose Eintrittskarten für Theater, Konzerte, Kino und Sportveranstaltungen an Menschen vermittelt, die sie sich nicht leisten können. Seit seiner Gründung hat der Verein über tausend „Kulturgästen“ mehr als 10 000 kostenfreie Eintrittskarten vermittelt. Besonders beeindruckend findet Flade dabei, „dass die Menschen nicht von oben herab, sondern mit Wertschätzung behandelt werden“.

Das älteste Würzburger Privattheater

Preisträger Nummer drei, die Theaterwerkstatt mit ihrer kleinen Bühne in der Rüdigerstraße, gibt es als ältestes Würzburger Privattheater bereits seit 1981.

Die vom legendären Theatermacher Wolfgang Schulz gegründete frühere Werkstattbühne hat schon immer den Ruf, nicht nur ein anspruchsvolles und experimentierfreudiges literarisches, sondern auch ein politisches Theater zu sein: Damals wie heute geht es in ihren Stücken häufig „um die gesellschaftskritische Analyse und Dinge, die aufgedeckt werden müssen“, sagte Laudatorin Pat Christ.

Theaterleiter Thomas Lazarus gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Theaterwerkstatt ihre Kulturmedaille nicht nur für die 36 Jahre bekommen hat, die es sie schon gibt, sondern auch dafür, „dass wir ab und zu ein gesellschaftlich relevantes Thema anschneiden, einen interessanten Gedankenanstoß geben und dass uns das eine oder andere ästhetische Experiment auch gelingt.“

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