Rottendorf

Für vielfältigere Wegränder und blühende Äcker

Rund um Rottendorf soll es bunter und vielfältiger zugehen. Die Gemeinde möchte dazu die Pflege der Wegränder stärker nach ökologischen Kriterien ausrichten. Auch soll es mehr Blühflächen geben. Diese Maßnahmen wurden mit einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats angenommen. Bürgermeister Roland Schmitt sieht hierin einen "kleinen Baustein, mit dem wir der Vielfalt der Arten fördern".

Die Gemeinde reagiert damit auch auf den großen Zuspruch, den das Volksbegehren "Rettet die Bienen!" im Ort hatte: Von 4178 Wahlberechtigten haben sich 844 gültig dafür eingetragen. Das ist eine Beteiligung von 20,2 Prozent. Den Anstoß gaben zudem zwei Anträge des Agenda-21-Arbeitskreises Natur und Land(wirt)schaft, mit denen seit vergangenem April die Gemeinde und der Umweltausschuss befasst waren. "Es geht darum, einen größeren Biotopverbunden herzustellen", erklärte AK-Sprecherin Ulrike Schulz. In die Überlegungen waren auch örtliche Vertreter des Bauernverbandes eingebunden.

 

Brennnesseln als Lebensraum

 

Zum einen ging es den Bürgern dabei um den Schutz einiger ausgewählter Brennnessel-Bestände. In ihrem Antrag weisen sie auf die große Bedeutung als Lebensraum für heimische Tagfalterarten hin. Hierfür vorgesehen sind nun die Radstreifen an drei ausgebauten Feldwegen, die vom Bauhof der Gemeinde gepflegt werden. Hinweisschilder sollen Spaziergänger den Sinn dieser Maßnahme erläutern. Dabei handelt s sich um den Feldweg nördlich des Grasholzes in Richtung Lengfeld, den Feldweg in der Flurlage "Kühbrunn" östlich des Kompostplatzes und den Feldweg in der Flurlage "Kehl" bis zur Autobahnunterführung. Der Bauernverband hatte keine Bedenken.

In einem weiteren Antrag geht der Arbeitskreis noch einen Schritt weiter. Darin befasst er sich mit der generellen Pflege der Wegränder und Böschungen. Dabei zeigte sich, dass die Gemeinde auch heute schon meist behutsam bei der Pflege vorgeht. Zusätzlich wurde nun nochmals festgehalten, dass, falls nötig, ein zweiter Mähdurchgang maximal auf einem Meter Breite nach dem 1. September erfolgt. Dabei sollen auch bis zu zehn Zentimeter große Stoppel stehen bleiben. Außerdem soll es Flächen geben, auf denen der Bewuchs unberührt bleibt, um so Tieren eine Möglichkeit zum Überwintern zu bieten. Um eine Verbuschung zu verhindern, wechseln diese jedes Jahr.

 

Pflege nicht auf alle Bereiche übertragbar

 

Allerdings lässt sich diese Form der Pflege nicht auf die übrigen, unausgebauten Erdwege übertragen. Hier sind die Anlieger und Nutzer zuständig. Zum einen besitzen die Mulchgeräte der Landwirte eine Arbeitsbreite von drei Metern. Auch sei, so der Vertreter des Bauernverbands, der erste Mähdurchgang nötig, bevor die jungen Pflanzen Samen ausbilden. Ansonsten müsste man vermehrt Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Die Gemeinde möchte darüber hinaus einen Beitrag für die Artenvielfalt leisten. So ist es geplant, auf einer Fläche von 6,25 Hektar Gewässerschutzrandstreifen anzulegen. Dabei übernimmt die Gemeinde die Mehrkosten für blühendes Saatgut. Außerdem setzt sie sich derzeit dafür ein, entlang der Kreisstraße in Richtung Wöllrieder Hof Blühstreifen mit einer Fläche von weiteren zwei Hektar anzulegen.

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