WÜRZBURG

Fußballturnier der besonderen Art

Das „Grünewald Open 2018“ – ein Fußballturnier der besonderen Art.
Das „Grünewald Open 2018“ – ein Fußballturnier der besonderen Art. Foto: Matthias-Grünewald-Gymnasium

Sonntagmittag: Schwül-heißes Wetter, zwei mal acht Minuten Vollgasfußball, unterbrochen von einer kurzen Verschnaufpause, dann gleich das nächste Spiel. 30 Jugendliche – Schüler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums, minderjährige Flüchtlinge und Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) – spielen auf dem Gelände des Gymnasiums mit vollem Einsatz, aber fairen Mitteln einen Nachmittag lang um den Pokal der „Grünewald Open 2018“.

Am frühen Abend steht die Siegermannschaft dann fest: Die Mannschaft der Wohngruppe des Don-Bosco-Wohnheims für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge in Würzburg gewinnt aufgrund der besseren Tordifferenz knapp vor der Mannschaft des B-Hofs. Die Sieger strahlen, aber auch die anderen sind zufrieden. Von der Schule gestiftete Pokale gibt es für die ersten drei Teams, kleine Preise für alle: Die Studenten haben sich jede Menge einfallen lassen, berichtet die FHWS.

Neben dem Spaß am Sport ist Fußball in gemischten Gruppen auch ein ideales Lernfeld für soziale Kompetenzen: Die Jugendlichen verlassen das gewohnte Umfeld und öffnen sich für andere, sie lernen sich zwanglos kennen, verfolgen ein gemeinsames Ziel, üben den Umgang mit Regeln und den respektvollen Umgang miteinander ein.

Am Matthias-Grünewald-Gymnasium hat man seit drei Jahren Erfahrungen mit der Integrationsarbeit mit UMFs (unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen). Neben zwei P-Seminaren und der Zusammenarbeit mit Caritas-Don Bosco gehört dazu auch das wöchentliche Fußballspielen mit einem Lehrer: Ursprünglich hatte Herr Hönig die Mittwochsveranstaltung nur für die Internatsschüler des MGG gedacht, aber seit drei Jahren sind auch die Jugendlichen des Don-Bosco-Wohnheims dabei.

Die Initiative zu dem Turnier ging von Studenten der Sozialen Arbeit an der FHWS aus, die an einem Seminar zur „Stationären Jugendhilfe mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“ teilnehmen, das die Dozenten Peter Schidla und Christoph Munillo-Sanchez durchführen. Die gemeinsame Organisation mit dem MGG verlief rasch, unkompliziert und erfolgreich. Das Ziel, das sich die Studenten gesetzt hatten, war die Gruppenstruktur der von ihnen mitbetreuten Wohngruppe der EAL in Oberdürrbach zu verbessern. „Zu Beginn des Turniers hatten die Jungs wenig Kontakt untereinander. Manche kannten nicht einmal die Namen der anderen.“, sagt My Nguyen, eine der Studentinnen. Entsprechend war auch die Stimmung in der Gruppe eher mäßig. „Aber später, als es im Spiel besser lief, haben sie auch Gemeinschaftsgeist und Teamstärke entwickelt.“

Demzufolge waren auch die Verantwortlichen des Matthias-Grünewald-Gymnasiums zufrieden, die damit der Integrationsarbeit der Schule einen weiteren Baustein zufügen konnten. Schulleiter Sachse-Weinert: „Auch dieses Turnier dokumentiert eindrucksvoll, dass es sich bei der Hilfe für Flüchtlinge und Asylsuchende am MGG nicht um ein einmaliges Projekt, sondern um ein längerfristiges Ziel der Schulgemeinschaft handelt, das von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie der Lehrerschaft unterstützt wird. Benefizveranstaltungen, gemeinsame Koch- und Spieleabende, die Verteilung von Weihnachtsgeschenken oder die Ausstattung mit Sportschuhen und Rucksäcken belegen unser anhaltendes soziales Engagement – auch wenn die Willkommenskultur zwischenzeitlich nicht mehr die Schlagzeilen dominiert.“

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