Würzburg

Fußgängerzone: Betonpflaster statt Granit in der Wilhelmstraße

Ab Herbst werden nach Eichhorn- und Spiegelstraße auch die Wilhelm- und die Herzogenstraße umgestaltet. Statt Granit soll für die Pflasterung aber Beton verwendet werden.
Rechts die Eichhorn-, links die Wilhelmstraße: Der letzte Baubschnitt der neuen Fußgängerzone soll bis Ende 2021 fertig sein. Foto: Patrick Wötzel

Ab Herbst soll es weitergehen mit Würzburgs neuester Fußgängerzone: Dann werden nach Eichhorn- und Spiegelstraße auch die Wilhelm- und die Herzogenstraße umgestaltet. Der Planungs-, Umwelt und Mobilitätsausschuss des Stadtrats (PUMA) hat entsprechende Pläne der Verwaltung einstimmig befürwortet – mit einem Unterschied: An Stelle von Granit soll für die Pflasterung in der Wilhelmstraße Beton verwendet werden.

Es sind insgesamt rund 1400 Quadratmeter Fläche, die bis Ende des Jahres 2021 ähnlich aussehen werden wie die ersten beiden Bauabschnitte der neuen Fußgängerzone: Mit neuer Pflasterung, einer Mittelrinne, die gleichzeitig als taktiler Streifen für Sehbehinderte dient, und einer Beleuchtung nach dem Vorbild in der Eichhornstraße. Dabei verschwinden auch die Stufen an den Zugängen zu den meisten Gebäuden, die dadurch künftig barrierefrei betreten werden können.

Eine Bauminsel für die Wilhelmstraße

Im unteren Teil der Wilhelmstraße wird es außerdem eine Bauminsel mit zwei Bäumen und Sitzbänken geben, ebenfalls baugleich wie jene in der Eichhornstraße. Die Gesamtkosten liegen nach aktuellem Stand bei 1,8 Millionen Euro, die Stadt rechnet mit einer großzügigen Förderung durch die Regierung von Unterfranken aus dem Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren".

Ursprünglich war auf Höhe des Café Fred eine zweite Bauminsel vorgesehen, die von den Anliegern bei einer Informationsveranstaltung im Dezember aber mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. "Ein Baum an dieser Stelle würde die Außengastronomie nicht nur einschränken, sondern wahrscheinlich sogar unmöglich machen", erläuterte Stadtplaner Peter Wiegand. Grund für den Verzicht ist die Zufahrt für Feuerwehr und Rettungsdienste, die dann im oberen Teil der Wilhelmstraße nur über die für die Außengastronomie vorgesehenen Flächen möglich wäre. "Es ist insgesamt ein sehr guter Vorschlag, der auch die Wünsche der Anlieger berücksichtigt", betonte Baureferent Benjamin Schneider.

Granitpflaster wie in der Eichhornstraße im unteren Teil der Wilhelmstraße: Der Rest soll nach dem Willen des Stadtrats in Beton gepflastert werden. Foto: Patrick Wötzel

Mit alldem waren die Puma-Mitglieder auch einverstanden, längeren Gesprächsbedarf gab es aber über das Oberflächenmaterial. Im unteren Teil der Wilhelmstraße liegt bereits ein Granitpflaster aus dem Bayerischen Wald wie in der Eichhornstraße, das sollte auch bis in die Herzogenstraße hinein fortgesetzt werden, um ein einheitliches Bild zu erhalten. Der Rest der Herzogenstraße wird mit einem Betonpflaster belegt, mit dem die Stadt laut Benjamin Schneider bereits im Innenhof des Bau-Rathauses in der Veitshöchheimer Straße gute Erfahrungen gemacht hat.

Ausschussmitglieder stellen Granitpflasterung in Frage  

Nach der jüngsten Diskussion über die schnelle Verschmutzung der neuen Fußgängerzone und die Probleme bei der Reinigung stellten mehrere Ausschussmitglieder die Verwendung der teureren Granitpflasterung allerdings grundsätzlich in Frage.

Dabei ist Granit nach Aussage von Peter Wiegand der Stein, der am wenigsten Schmutz aufnimmt oder eindringen lässt und außerdem leichter zu reinigen ist als Beton: "Das Problem ist, dass man auf Granit jeden Fleck sofort sieht. Man bekommt ihn durch Spezialmaschinen aber auch wieder weg."

Ein Bericht im Werkausschuss zu den Reinigungsmöglichkeiten sei "ernüchternd" gewesen, entgegnete Udo Feldinger (SPD). Seine CSU-Kollegin Judith Jörg stellte daher den Antrag, die Pflasterung der Wilhelmstraße ebenfalls in Beton auszuführen. Dem stimmten acht der fünfzehn zu diesem Zeitpunkt anwesenden Ausschussmitglieder zu – eine knappe Mehrheit also für Beton und gegen Granit.

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