WÜRZBURG

Gedächtnislauf: Ans brennende Würzburg erinnert

Lauf aus der Stadt: 600 Kinder, Frauen und Männer waren am Samstag beim Gedächtnislauf Richtung Gemünden dabei. Foto: PATTY VARASANO

Zum 70. Mal jährt sich an diesem Montag die Zerstörung Würzburgs durch den alliierten Bombenangriff des 16. März 1945. Seit nunmehr 20 Jahren gehört der Gedächtnislauf von Würzburg nach Gemünden fest zum Gedenkprogramm an den schlimmsten Tag in der Geschichte der Stadt. Am Samstag waren wieder gut 600 Frauen, Männer und Kinder am Start.

Für die einen ist er ein lockerer Trainingslauf zum Start ins Frühjahr, für die anderen steht der sportliche Wettbewerb im Vordergrund. Eins aber haben alle Teilnehmer am Gedächtnislauf gemeinsam: Sie begeben sich auf die Spuren der Würzburger, die nach dem verheerenden Bombenangriff des 16. März 1945 die brennende Stadt verlassen mussten. Ins Leben gerufen wurde der Gedächtnislauf zum 50. Jahrestag der Zerstörung im Jahr 1995 von Erich Kunkel.

Zur 21. Auflage versammelten sich am Samstag rund 600 Teilnehmer im Rathaus-Innenhof. Das sind zwar etwa 60 weniger als im Vorjahr. Angesichts der anhaltenden Grippewelle, kühler Temperaturen und der Großveranstaltung „Würzburg ist bunt“ am Samstagnachmittag war das Organisationsteam der Laufgemeinschaft Würzburg um Christoph Hoffmann mehr als zufrieden. „Nicht nur mit der Teilnehmerzahl, auch mit der Spendenbereitschaft“, wie Hoffmann betonte.

An Stelle von Startgeldern sind die Läuferinnen und Läufer aufgerufen, einen freiwilligen Obulus an den Mitveranstalter Kolping Mainfranken zu entrichten – die Spenden kommen bedürftigen Familien in der Region zu Gute. Bürgermeister Adolf Bauer konnte in Vertretung des Oberbürgermeisters auch Gedächtnisläufer aus Berlin, München und Köln am Start Start zum „Friedenslauf" begrüßen: „Es gibt kein schlechtes Wetter oder Kälte, es gibt nur gute Sportler“, munterte Bauer die Läufer auf.

Dass es beim Gedächtnislauf weniger auf schnelle Zeiten ankommt, zeigte sich beim Start: Die Läufer bekamen das erste Startkommando gar nicht mit und gingen mit ein paar Sekunden Verzögerung ganz entspannt auf den ersten Kilometer, der beim traditionell gemeinsam im Gedenken an die Toten und Flüchtlinge des 16. März 1945 gelaufen wird.

Wie immer standen mit Margetshöchheim (10 Kilometer), Himmelstadt (22 Kilometer), Karlstadt (29 Kilometer) und Gemünden (45 Kilometer) vier Zielpunkte zur Wahl. Der jüngste Teilnehmer Nils Preissler – acht Jahre alt aus Estenfeld – lief in einer guten Stunde bis Margetshöchheim. Der älteste Läufer, der 75-jährige Jürgen Roscher aus Berlin, brauchte fünf Stunden und 15 Minuten bis Gemünden.

Die längste Strecke vollendeten insgesamt 75 Frauen und Männer und ein Hund: Labrador-Hündin „Penny“ lief mit Frauchen Alexandra Martin die 45 Kilometer in 4:18 Stunden. Adam Zahoran von der LG Bamberg (2:50:48 Stunden) gewann in Gemünden mit fast 14 Minuten Vorsprung vor Rainer Koch von der LG Würzburg. Die schnellste Frau war Iris Bischoff in knapp unter vier Stunden.

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