GREUßENHEIM

Gefahr durch Biber-Staudamm am Ziegelbach bei Greußenheim?

Die Greußenheimer Bürgermeisterin Karin Kuhn beim imposanten Biber-Damm am Ziegelbach. Foto: Herbert Ehehalt

Ohne jede Hektik schwimmen drei Wildenten am Alten Biotop in Nähe des Radweges zwischen Greußenheim und Uettingen über eine Wasserfläche. Es wäre ein idyllisches Bild – wäre die Wasserfläche kein überflutetes Feld. Verursacht haben die Überschwemmung ein paar Biber, die sich im Alten Biotop häuslich eingerichtet haben.

Der Besitzer des Feldes, ein Landwirt, steht in engem Kontakt mit Bürgermeisterin Karin Kuhn, Bürgermitte Greußenheim (BMG). Denn eine Aussaat, wie sie im Frühjahr auf den Feldern üblich ist, ist in dem betreffenden Bereich auf absehbare Zeit unmöglich. Und eine Entspannung der Situation ist keineswegs in Sicht. Denn bekanntlich unterliegen Biber einem besonderen Schutz.

Immer höher stauten Biber den Ziegelbach unterhalb der unteren Mühle an der Gemarkungsgrenze zu Uettingen in den letzten Wochen auf. Der im Oberlauf nur maximal 1,50 Meter breite und knietiefe Ziegelbach überstieg im Alten Biotop das Ufer und breitete sich wegen des mächtigen Biber-Damms über eine Fläche von mehreren hundert Quadratmetern aus. Tatsächlich erscheint der Biber-Damm mit etwa fünf Meter Breite und eineinhalb Meter Höhe gewaltig. Armdicke Äste wurden so akkurat verflochten, dass sie nicht nur dem immensen Druck der aufgestauten Wassermassen Stand halten.

Das Damm-Bauwerk selbst ist derart dicht, dass nur ganz wenig des aufgestauten Wassers unter dem Damm abfließt im weiteren Verlauf des Ziegelbachs. Die Überflutung des Umfeldes ist fast zwangsläufig.

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg wurde von Bürgermeisterin Karin Kuhn informiert. Auch weil der Landwirt Ansprüche geltend macht auf Ausfallzahlungen aus dem so genannten Biber-Fond.

Bei einer Besichtigung vor Ort mit Vertretern des Naturschutzes erhielt die Rathauschefin die Bestätigung: Ein solch gewaltiger Biber-Damm kann niemals nur von einem einzigen Nager gebaut worden sein. Die Experten vermuten, dass es sich wohl eine ganze Sippe am Ziegelbach „gemütlich“ gemacht hat. Zum Leidwesen des Landwirts und von Bürgermeisterin Karin Kuhn.

„Denn was passiert denn mit Bibern, die es sich vielleicht am Süßen Brünnle einrichten, jetzt wo wir endlich einen Weg gefunden haben zur Sanierung?“, fragt die Bürgermeisterin. Beim Gedanken daran, dass sich auch dort Biber ansiedeln könnten, wird Kuhn Angst und Bange. Schließlich ist im Bereich des Süßen Brünnle ein stattlicher Baumbestand vorhanden. Anders als im Alten Biotop könnten angenagte, oder umstürzende Bäume eine allgemeine Gefährdung mit sich bringen.

Im schwer zugänglichen Biotop selbst scheinen die Biber zumindest momentan aber ausreichend Nahrung zu finden. Von den Bibern gefällte und umgestürzte Bäume wurde dort noch nicht gesichtet, wohl aber Nagespuren an einem einzelnen, dicken Stamm.

Die Nager hinterlassen Spuren an den Bäumen.
Felder sind überflutet im Umfeld des Alten Biotops.

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