Ochsenfurt

Gegen den Plastikkotbeutel

Ganz doof ist, wenn man sich zwischen einander widersprechenden hehren Zielen entscheiden muss. Wie soll man zum Beispiel zwecks Horizonterweiterung die Welt bereisen, ohne ein atmosphäremordendes  Flugzeug zu besteigen? Geht nicht. Kosmopolit und Klimaferkel oder kleinbürgerlich und umweltfreundlich - entweder, oder. Ein ähnliches Problem hat, wer die heimischen Straßen von Hundekot freihalten will und die Hinterlassenschaften seines Vierbeiners einsammelt - in Plastiktütchen. Dann bleibt zwar die Nachbarschaft von Tretminen verschont, die Umwelt aber nicht von Plastikmüll.

Es gibt sogar Spezialisten, die beide Probleme erfolgreich miteinander kombinieren: Das Häufchen wird in die Tüte verfrachtet, die dann schön ordentlich verknotet ins nächste Gebüsch fliegt. Ich kenne auch Individuen, die die Tüten zweckentfremden und sie als Gefrierbeutel hernehmen (die unbenutzten aus dem Tütenspender, versteht sich). Die Versuchung ist aber auch wirklich groß. Was, wenn man ausgerechnet am Sonntag ein paar Plastiktüten für das zum Ausflug vorbereitete Vesperpaket benötigt? Der Supermarkt hat zwar zu, aber der Hundekotbeutelspender im nahen Stadtpark nicht.

Kotbeutel aus Papier gehen auch

Abgesehen von solchen Ausreißern müsste sich ohnehin mal einer Gedanken über das Plastik-Problem machen. Es soll ja schon Kotbeutel aus biologisch abbaubarem Kunststoff geben. Ich weiß aber was Besseres. Wie wär's mit Papiertüten? Die schönen braunen aus Recyclingmaterial, die machen aus dem Spaziergang mit dem Hund dann auch noch ein sportliches Erlebnis. Der Hundehalter muss nämlich sehr zügig auf den nächsten Mülleimer zuspurten, bevor das Papierteil mit dem Häufchen drin das Durchweichen anfängt.

Oder denkt eigentlich noch irgendwer an den guten alten Jutebeutel? Der ist sogar mehrfach verwendbar. Allerdings sollte er bei Verwendung als Kotbeutel nicht unbedingt gemeinsam mit den Handtüchern in die Kochwäsche wandern. Denkbar wäre auch die mechanische Häufchenfangmaschine, wie sie beim Pferd schon lange zum Einsatz kommt. Pferde, die Touristenkutschen durch schöne Innenstädte ziehen, schleppen immer auch einen Sack unter dem Hintern mit sich herum, denn der Pferdeapfel gilt gemeinhin nicht als stadtbildverbessernd.

So etwas -idealerweise aus Leder oder sonst einem natürlichen Material - müsste man doch auch am Hund anbringen können. Und schon wäre das Problem der umweltschädlichen Häufchenvermeidung gelöst. Nur die, die sonntags auf die Schnelle eine Plastiktüte benötigen, gucken halt in die Röhre.

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